AELF hat einen neuen Bereichsleiter

von Redaktion

Alfred Huber löste Dr. Bernhard Hübner ab – Vorstellung beim Feldtag

Der neue Bereichsleiter Alfred Huber zeigte beim Feldtag im Gespräch mit Landwirten, dass er auch über vielerlei praktische Erfahrungen als Landwirt verfügt.

Töging – Landwirten im betrieblichen Alltag die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft zu vermitteln, zählt zu den wichtigsten Aufgaben des Bereichsleiters Landwirtschaft und Schulleiters der Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF).

Diese Funktion hat jetzt Alfred Huber (53) übernommen, der als Nachfolger von Dr. Bernhard Hübner die Landkreise Altötting und Mühldorf betreut. Seiner „Kundschaft“ aus beiden Landkreisen hat er sich beim Feldtag „Beisaat im Raps“ in Reischach vorgestellt, den der Maschinen- und Betriebshilfsring Altötting-Mühldorf und das AELF in Pimannsberg veranstalteten. Entlang von vier Versuchsparzellen des Gastgebers Lorenz Baisl versammelten sich 13 Landwirte und eine Lehrerin der Berufsschule I aus Mühldorf.

Alfred Huber betreibt
„Hobby-Landwirtschaft“

Huber ist in Pfarrkirchen aufgewachsen und wohnt in Hebertsfelden, wo er eine „Hobby-Landwirtschaft“ betreibt. Er baut auf einer kleinen Fläche Mais und Getreide an, hält aber keine Tiere.

Vor 35 Jahren hat er bei zwei Schweinehaltern Landwirt gelernt. Danach hat er in Weihenstephan ein Studium der Agrarwissenschaften in der Fachrichtung Pflanzenbau absolviert und sich vor 25 Jahren zum Betriebswirt weitergebildet. Mit diesem Rüstzeug hat er in den Landwirtschaftsämtern Nördlingen, Pfarrkirchen und Erding Landwirte beraten und ausgebildet.

Vor seinem jetzigen Wechsel hat er ein Jahr lang bei der Regierung von Oberbayern als stellvertretender Sachgebietsleiter die Beratung für ganz Oberbayern koordiniert und war für die Entwicklung von Online-Schulungen verantwortlich. „Ich habe an all diesen Stationen viel gelernt“, erklärte er am Rande des Feldtags. „Die vielen unterschiedlichen Sachen waren eine gute Vorbereitung für meine neuen Aufgaben in Töging.“ Dort möchte er, der sich als Teamplayer sieht, in der Beratung die Lücke schließen, die Dr. Hübner beim Pflanzenbau hinterlassen habe. Außerdem will er den Bereich der Milchviehhaltung intensivieren und damit auch die bisher „etwas zäh“ gestartete Landwirtschaftsakademie „zum Laufen bringen“. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat sie bekanntlich als eine Art Trostpflaster für die Schließung der Landwirtschaftsschule in Töging einrichten lassen.

Hubers Vorgänger war Dr. Bernhard Hübner. Ihn hatte Behördenleiterin Angela Vaas seinem Wunsch entsprechend in kleiner Runde in den vorgezogenen Ruhestand verabschiedet. Sie würdigte seine 25-jährige Tätigkeit als Pflanzenbauberater im Dienstgebiet des AELF Töging und blickte mit ihm und ein paar wenigen Weggefährten auf seine 38 Dienstjahre zurück.

Ausgezeichnet habe ihn seine Leidenschaft und sein fachliches Können bei der Vorbereitung junger Menschen auf ihre Zukunft, in der Landwirtschaftsschule wie im beruflichen Alltag, erklärte Hübners letzte Vorgesetzte, bevor er seine „Entlassungsurkunde“ entgegennehmen konnte.

Der gebürtige Münchner entstammt einem Lehrer-Haushalt. Er wohnt heute in Waldkraiburg, wo er schon die Grundschule besucht hatte. Nach dem Abitur am Ruperti-Gymnasium in Mühldorf und dem Wehrdienst studierte er in Weihenstephan Agrarwissenschaften. In den Staatsdienst ging er 1989 beim Amt für Landwirtschaft und Ernährung in Memmingen. Seinen Doktor der Agrarwissenschaft erwarb er berufsbegleitend an der Universität Kassel in Witzenhausen.

Anschließend arbeitete er in den „Landwirtschaftsämtern“ Dachau (ab 1996) und Mühldorf (ab 2000), bevor er 2005 nach der Zusammenlegung der Ämter Mühldorf und Altötting ins neu gebildete AELF Töging wechselte. Seine letzte Funktion übte er dort seit September 2023 aus.

Hübner selbst bezeichnet sich im Rückblick als „Lehrer aus Leidenschaft“. Diese Einschätzung teilen auch langjährige Weggefährten wie Josef Kobler, der das AELF vor Angela Vaas geleitet hat. Das Ende der Landwirtschaftsschule war deshalb für Hübner ein gravierender Einschnitt, obwohl er für sie nie die Verantwortung hatte und – wie er sagt – nur „pro forma“ Leiter der Hauswirtschaftsschule war.

Laut Ruth Wittmann, die schon im Mühldorfer Amt Assistentin der Behördenleitung gewesen ist und sich heute scherzhaft „auf der Inventarliste des AELF“ sieht, ist Hübner bei den Schülern wegen seines Fachwissens im Pflanzenbau sehr anerkannt gewesen. Er habe die Landwirte aus seinen Landkreisen gut gekannt, berichtet sie. Josef Kobler, der das AELF und die Landwirtschaftsschule bis zu deren Schließung im April 2022 leitete, sagt über Hübner: „Er war in seinem Bereich Pflanzenbau ein absoluter Fachmann und hat sich als Lehrkraft und Berater stark mit seiner Aufgabe identifiziert. Ich kann ihm nach zwölf Jahren der Zusammenarbeit nur das beste Zeugnis ausstellen.“ Hübner habe „sehr gut auch mit den Schülern gekonnt“, obwohl er sie gefordert habe. Viele von ihnen hätten auch nach ihrer Schulzeit Kontakt zu ihm gehalten und ihn um Rat gefragt.

Das bestätigt auch Hübner im Rückblick, der im Rahmen der „sozioökonomischen Beratung“ so manches Mal zwischen dem Berufsnachwuchs und dessen Eltern vermitteln musste, auch in sehr persönlichen Fragen. Seine guten Kontakte zur Landwirtschaft hat er nun konsequent mit einem Rundruf per Whatsapp gekappt und vom Smartphone gelöscht. An Veranstaltungen landwirtschaftlicher Organisationen, die er in seiner aktiven Zeit gerne besucht hat, obwohl er Schlips und Kragen nicht mochte, will er nicht mehr teilnehmen. Er wisse, wie vergänglich Fachwissen sei.

Stattdessen möchte er sich verstärkt um sein Wäldchen bei Egglkofen kümmern, wieder mehr angeln gehen und neu ins Präparieren von Tieren einsteigen, das früher zu seinen Hobbys gehört hat. Mit seiner Frau Iris, die schon vor ihm in den Ruhestand gegangen ist, hat er vor seinem letzten Termin im Amt bereits per Wohnmobil Südosteuropa bereist. Daran will er im nächsten Jahr anknüpfen und dann auch wieder einmal jährlich zum Angeln nach Dänemark fahren.

Ein Feldtag mit bekanntem Thema

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