„Ein Schmarrn, mit dem du viel kaputt machst“

von Redaktion

Eine Ergänzung des Rufbusses durch ein Linientaxi nach Mühldorf-Nord und Mößling wird es nicht geben

Mühldorf – Eine Ergänzung des Rufbusses durch ein Linientaxi nach Mühldorf-Nord und Mößling wird es nicht geben. Das hat der Stadtrat gegen die Stimmen von Dr. Matthias Kraft und Dr. Georg Gafus (beide Grüne) beschlossen.

Gafus hatte ein solches Linientaxi im Stadtrat beantragt. Er sprach von einer „geteilten Stadt“: Südlich des Bahnhofs würden zusätzlich zum Rufbus drei Buslinien im Stundentakt fahren, im Norden gebe es keine zusätzliche Anbindung. Unterstützung erhielt er von seinem Parteifreund Dr. Matthias Kraft: Menschen hätten vor allem Angst, aus Mößling kommend nicht mehr zurückfahren zu können. „Wir haben ein Problem, wir brauchen eine Lösung für dieses Problem. Eine Linie für Sicherheit, mit definierten Zeiten.“

Daniela Goldbacher, in der Stadtverwaltung für den Rufbus zuständig, betonte dagegen: Es laufe zunehmend gut, es gebe kaum noch Beschwerden. „Wenn es so ein Bedürfnis in Mühldorf-Nord gäbe, müsste es doch bei uns aufschlagen.“

Dr. Reinhard Wanka (UM) lehnte ein Linientaxi ab. Feste Haltestellen, unflexible, feste Zeiten, beschränkter Platz, erhebliche Kosten: All das gehöre jetzt der Vergangenheit an. „Den Rufbus haben wir jetzt für fünf Jahre, warum sollten wir jetzt zusätzlich ein Linientaxi einführen?“ Bürgermeister Michael Hetzl (UM) warf Gafus vor, seine Aussagen beruhten auf Schätzung und Gefühl. Er betonte, dass die Entscheidung für den Rufbus nicht freiwillig getroffen worden sei. „Wir haben keinen Linienbus, weil wir keinen Busunternehmer gefunden haben“, der nach den Vorgaben der Stadt ein Angebot für einen Stadtbusbetrieb machen wollte, sagte er.

Darauf wies auch Karin Zieglgänsberger (UM) hin. „Kein Unternehmer wollte das Konzept fahren, das die Stadt unter Bürgermeisterin Marianne Zollner (SPD) entwickelt hat.“

Gegenwind kam auch von der SPD. Sprecherin Angelika Kölbl sagte: „Du meinst es gut, setzt es aber nicht gut um.“ Sie kritisierte fehlende Ausschreibung und Neutralität in Gafus‘ Vorschlag. „Es nützt nichts, einen Bedarf anhand alter Fahrgastzahlen zu behaupten.“ Sie nannte die Beschlussvorschlage einen „Schmarrn, mit dem du viel kaputt machst.“ hon

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