Oberbergkirchen – Seit rund neun Jahren steht eine Erweiterung des Rathauses in Oberbergkirchen im Raum, wird sie immer wieder diskutiert. Denn die Aufgaben der Gemeinden werden immer mehr, damit auch der Personalbedarf und die Raumnot. Inzwischen werden die Planungen, die Kosten und die Finanzierung immer konkreter. Dazu haben auch die Gemeinschaftsräte der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Oberbergkirchen, zu der die Gemeinden Oberbergkirchen, Schönberg, Lohkirchen und Zangberg gehören, in ihrer jüngsten Sitzung Beschlüsse gefasst.
Laut Tagesordnung sollte es nur um die Aufstockung des Rathauses, die Vorentwurfsplanung sowie die Finanzierung gehen. In der Diskussion stand dann aber eine andere Variante wieder im Raum: ein Anbau.
Plötzlich steht eine
weitere Variante im Raum
Michael Hausperger, Bürgermeister von Oberbergkirchen, hatte nämlich erklärt, dass das Nachbargrundstück nun vielleicht doch zu kaufen sei. Die Gemeinde hätte auch Interesse an diesem Grund. Hausperger sprach sich dennoch für die Aufstockung aus: Das sei wirtschaftlicher und das Nachbargrundstück sei nötig, um Parkplätze zu schaffen.
Für Zangbergs Bürgermeister Georg Auer war ein Anbau optisch zwar die „bessere Lösung“, so das Sitzungsprotokoll. Sie wäre aber auch teurer.
Oberbergkirchens Gemeinderat Josef Buchner wollte die „Variante Kauf“ noch einmal prüfen. Auch Gemeinderatskollege Thomas Thaller meinte, wenn das Nachbargrundstück zu kaufen sei, ergebe dies eine neue Situation.
Der Gemeinderat aus Oberbergkirchen stellte laut Protokoll aber auch fest, „dass die Gemeinschaftsversammlung eher nicht bereit sein dürfte, die höheren Kosten für einen Anbau anstelle einer Aufstockung zu tragen“.
Schönbergs Bürgermeister Alfred Lantenhammer erschien laut Protokoll die Aufstockung „eine günstige Lösung“ zu sein, der Finanzierungsvorschlag sei gut: „Es spricht also alles für die Aufstockung.“
Benjamin Bock, Gemeinderat aus Oberbergkirchen, verwies auf den Kindergarten und das Feuerwehrhaus in Schönberg. Als die mehrstöckig wurden, habe es anfangs auch Bedenken wegen des Ortsbildes gegeben. „Heute spricht da niemand mehr davon“, heißt es im Protokoll. Ähnlich dürfte es jetzt auch beim Rathaus sein. Bürgermeister Hausperger schlug vor, dem Eigentümer des Nachbargrundstücks bis zur nächsten Gemeinderatssitzung in Oberbergkirchen Zeit zu geben. Die ist am Donnerstag, 13. November. Hausperger werde in der Sitzung auch klären, ob die Gemeinde Oberbergkirchen bereit sei, Mehrkosten für einen Anbau anstelle einer Aufstockung zu tragen. Für die Aufstockung des Rathauses rechnen die VG-Räte mit Kosten von rund 1,57 Millionen Euro. Die ist notwendig, um dem gestiegenen Raumbedarf als auch verschärften Anforderungen an IT-Sicherheit gerecht zu werden.
Zuvor hatte der Planer den VG-Räten einen aktualisierten Grundriss präsentiert. Der Serverraum soll nun größer werden, um Platz für Server- und einen Netzwerkschrank zu schaffen. Zusätzlich sind im Obergeschoss sowohl ein WC als auch eine kleine Teeküche vorgesehen.
Die Baukosten liegen schätzungsweise bei 1,35 Millionen Euro brutto. Hinzu kommen wahrscheinlich rund 15 Prozent Nebenkosten sowie etwa 20000 Euro für die Einrichtung. Abgesehen von der möglichen Förderung für eine Holzbauweise sowie Zinsvergünstigungen sind wohl keine weiteren staatlichen Unterstützungen zu erwarten.
KfW-Bank bietet
günstiges Darlehen
Das KfW-Investitionskredit für Kommunen (Programm 208) biete ein zinsgünstiges Darlehen. Dessen Zinsen liegen etwa 0,4 bis 0,5 Prozent unter dem Niveau örtlicher Banken. „Mit diesem Programm haben mehrere Mitgliedsgemeinden bereits positive Erfahrungen machen dürfen“, heißt es dazu im Sitzungsprotokoll. Der Kredit habe eine Laufzeit von fünf Jahren und ist im ersten Jahr tilgungsfrei.
Die VG-Räte nahmen die Pläne einstimmig zur Kenntnis. Sie entschieden auch einstimmig, dass die VG die Kosten für die Aufstockung des Rathauses trägt. Diese sollen mit einem Investitionskredit bei der KfW-Bank finanziert werden. Die Gemeinden leisten dann eine Investitionsumlage in Höhe der tatsächlich anfallenden Zinsen und Tilgungsleistungen. Über die konkrete Aufnahme des Darlehens wird der Rat dann kurz vor Baubeginn beschließen.