Warum 24/7-Läden den Markt erobern

von Redaktion

Rund um die Uhr einkaufen – ganz ohne Menschenkontakt. Selbstbedienungsläden erobern im Eiltempo den Markt. Auch in Alt- und Neuötting gibt es bereits zwei dieser stillen Supermärkte – mit einem breit gefächerten Angebot.


Altötting/Neuötting/Waldkraiburg
– Die Welt wird immer digitaler und moderner. Sei es die künstliche Intelligenz, die innerhalb weniger Sekunden nahezu immer die perfekte Antwort bereithält oder die Selbstbedienungskassen in Supermärkten, bei welchen ohne jeglichen sozialen Kontakt bezahlt werden kann. In Altötting und Neuötting geht man sogar noch einen Schritt weiter.

24/7-Selbstbedienung
immer mehr im Trend

„Wir haben dort zwei größere Läden, in denen wir Getränke, Snacks und Tabak anbieten. Diese liegen relativ zentral, wodurch wir immer gut sichtbar sind“, erklärt Max Reuner, Mitinhaber der sogenannten 24/7 E-Kiosks, im Gespräch mit innsalzach24.de. „Gegründet haben wir das Ganze zu zweit, wobei wir inzwischen sogar drei Mitarbeiter auf Minijob-Basis angestellt haben.“

Schließlich müssen die Automaten regelmäßig aufgefüllt werden: „Wir bestellen die entsprechenden Waren bei einem Großhändler und lassen diese dann auf unsere Läden verteilen. Am Anfang haben wir das noch selber gemacht, aber inzwischen betreiben wir solche Kioske zusätzlich auch in Waldkraiburg und Pfarrkirchen“, verrät der 23-Jährige. „Im Outdoor-Bereich, sprich Automaten an der frischen Luft, versuchen wir uns aktuell ebenfalls.“

Trotzdem liege der Fokus auf den 24/7-Läden: „Wir versuchen stetig auf dem neuesten Stand zu bleiben und haben nun beispielsweise neue Bezahl-Terminals bekommen, die den kompletten Vorgang noch einfacher machen sollen.“ Das Verzehrangebot ist dabei breit gefächert: „Neben klassischen Sachen wie Süßigkeiten bieten wir beispielsweise frische Pizza oder bald auch Pasta aus dem Automaten an. Zudem gibt es absolute Klassiker, wie etwa einen Boxautomaten, an welchem man sich mit Freunden duellieren kann.“

Doch es geben auch Grenzen: „Wir hatten mal einen Pommes-Automaten, aber der war kaum sauber zu halten. Deswegen haben wir diesen wieder aus dem Sortiment genommen. Allgemein sind solche Läden viel mehr Arbeit, als manche wohl denken“, so Reuner, der anfügt: „Es ist einfach viel Bürokratie. Gewisse Gegenstände dürfen zum Beispiel nicht verkauft werden oder es darf sich auch nicht zu lange in den Läden aufgehalten werden.“

„Gegen Abend immer
das beste Geschäft“

Dies sei aber ein allgemeines Problem: „Es gab schon Tage, an welchen sich viele Jugendliche in den Läden aufgehalten haben, ohne allerdings wirklich etwas zu konsumieren. Das geht natürlich nicht und ist auch nicht Sinn und Zweck unseres Konzeptes“, findet der 23-Jährige. „In Pfarrkirchen wurde auch schon mal eine Trockenbauwand eingeschlagen, aber solche Vorfälle sind zum Glück die Seltenheit.“

Und falls es doch zu solchen kommen sollte, sei man dementsprechend ausgerüstet: „Wir haben überall Kameras installiert und sehr gute Nachbarn, die uns schon informieren, wenn sie etwas Verdächtiges bemerken. Darüber sind wir sehr dankbar, weil dies alles andere als selbstverständlich ist.“ Die Selbstbedienungsläden würden vor allem eine bestimmte Zielgruppe anziehen: „Wir haben Besucher zwischen 15 und 30 Jahren, wobei die Jugendlichen einen Großteil davon ausmachen. Gegen Abend machen wir immer das beste Geschäft.“

Was wird am
meisten gekauft?

Für Reuner und seinen Kollegen Lukas Gartenmaier nicht wirklich überraschend: „Im Nischenbereich sind solche Läden die Zukunft, da wir uns preislich zwischen einem Supermarkt und einer Tankstelle bewegen. Ich glaube, dass es auf dem Land auch noch mal deutlich einfacher und praktischer ist, die Angebote an den Mann zu bringen. Unsere Läden laufen wirklich gut. Dies haben wir uns aber so auch erwartet.“

Dabei stand ganz am Anfang alles auf der Kippe: „Vor ein bis zwei Jahren waren Läden, die Süßigkeiten aus aller Welt angeboten haben, extrem im Hype. Vor allem in den sozialen Medien. Dadurch kam es zu extremen Lieferengpässen und Verzögerungen, die uns fast die Existenz gekostet hätten. Aber inzwischen existieren solche Läden kaum noch, während wir uns etablieren konnten.“ Eine Frage bleibt allerdings: Welche Produkte werden am häufigsten verkauft? „Red Bull und Augustiner Helles“, schmunzelt Reuner.

Artikel 1 von 11