Abgeordnete aus Taiwan besucht Gedenkstätte

von Redaktion

Jie Huang besucht Bunker im Mühldorfer Hart – Auszeichnung als „Jungpolitikerin“

Mühldorf – Als „äußerst bewegend“ beschrieb sie ihren Besuch am Bunkerbogen und den Überresten des ehemaligen Waldlagers im Mühldorfer Hart: Jie Huang. Die taiwanesische Abgeordnete (32) hat im Rahmen ihres dreitägigen Deutschlandaufenthalts die Gedenkstätten besucht. Begleitet wurde sie von Dr. Ian-Tsing Dieu, Generaldirektor der Taipeh-Vertretung in München, sowie der Kreisrätin und ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Sandra Bubendorfer-Licht aus Ampfing.

„Diese Erinnerungsorte machen uns bewusst, dass Demokratie und Freiheit nicht selbstverständlich sind – sie müssen bewahrt und weitergegeben werden“, so Jie Huang. Deutschlands Ehrlichkeit im Umgang mit der eigenen Vergangenheit sei „zutiefst bewundernswert“. Auch Taiwan habe die Traumata einer autoritären Vergangenheit erlebt, erklärt sie. „Wir arbeiten seit Jahren daran, die Übergangsjustiz voranzubringen – durch Gedenkorte, Entschädigungen und rechtliche Reformen.“ Die deutschen Erfahrungen seien da eine wertvolle Inspiration.

„Erinnerungsarbeit dauert nicht Jahre, sondern Jahrzehnte“, betonte Franz Langstein, Vorsitzender des Vereins „Für das Erinnern – KZ-Gedenkstätte im Mühldorfer Hart e.V.“, der die Delegation herumführte. Der Besuch stand im Zusammenhang mit Jie Huangs Aufenthalt in München, wo sie beim „One Young World Politician of the Year Award 2025“ als eine der drei weltweit herausragenden jungen Politikerinnen ausgezeichnet wurde.

Dr. Ian-Tsing Dieu, Generaldirektor der Münchner Taipeh-Vertretung, bezeichnete den Besuch als „ein wichtiges Zeichen für Dialog, Austausch und gemeinsame Werte“. Er würdigt die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Taiwan und Deutschland.

Sandra Bubendorfer-Licht meinte: „Die zerstörten Mauern und Ruinen mahnen eindrucksvoll daran, welchen hohen Preis Freiheit und Menschenwürde haben – und wie wichtig es ist, sie zu bewahren.“ re

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