Andreas Huber will Bürgermeister werden

von Redaktion

Aufstellungsversammlung der freien Wählergemeinschaft in Niedertaufkirchen

Niedertaufkirchen – 108 stimmberechtigte Bürger waren zur Aufstellungsversammlung in den Gasthof Söll gekommen. Vorgeschlagen vom scheidenden Bürgermeister Sebastian Wimmer, wählten die Teilnehmer den 30-jährigen Gemeinderat Andreas Huber mit nur zwei Gegenstimmen zum Bürgermeisterkandidaten. Voraussichtlich wird er bei den Kommunalwahlen am 8. März 2026 der Einzige sein, der sich um das höchste Amt in der Gemeinde bewirbt. Weiterhin wurde eine Liste mit 19 Freiwilligen für den Gemeinderat bestimmt.

Erst ein Crashkurs
in Sachen Wahlrecht

„Dass so viele Bürger gekommen sind, dafür von mir den größten Respekt!“, so Wahlleiter Anton Kohlbeck, der zunächst per Akklamation über Einigkeit bei der Tagsordnung sorgte. Vorab gab es einen Crashkurs im Wahlrecht. Der wichtigste Punkt war, wie viele Personen auf der Liste stehen dürfen respektive sollen: Sofern bis zur Wahl keine weitere Liste durch eine Partei oder Wählergemeinschaft aufgestellt wird, darf die Liste der freien Wählergemeinschaft Niedertaufkirchen/Roßbach maximal 24 Kandidaten umfassen. Sollte sich bis zur Wahl aber noch eine Liste konstituieren, dann müsste womöglich eine neue Versammlung einberufen werden, um eine Liste mit nur noch zwölf Sitzen – so viele, wie später im Gemeinderat sitzen – aufzustellen. Um Details zu klären, gab es vorab bereits eine Abstimmung, an der 109 Stimmberechtigten teilnahmen.

Danach schlug Bürgermeister Sebastian Winkler Gemeinderat Andreas Huber als Wunschkandidaten für seine Nachfolge vor. „Seit etwa einem halben Jahr beschäftigte ich mich intensiv mit dieser Kandidatur“, erklärte der 30-Jährige, der zunächst auf seine Person einging: als Referent der Geschäftsleitung der AOK im Geschäftsbereich „Marke und Kundenerlebnis“ sei er zwar viel in ganz Bayern unterwegs, doch baue er, fest in der Gemeinde verwurzelt, gerade ein Haus in Haunertsholzen. So sei er nicht nur Sport- und Jugendleiter bei den Fröhlichschützen in Roßbach, sondern auch seit sechs Jahren Gemeinderat und Jugendreferent. Er beschrieb sich als konservativ und gläubig, was Huber aber nicht negativ verstanden wissen will: „Konservativ heißt für mich: zurückschauen, aus der Vergangenheit lernen und die Erkenntnisse für die Zukunft verwenden“, so Andreas Huber.

Bürgermeister soll
Moderator sein

Der Bürgermeister stehe nicht über der Gemeinde, sondern solle mittendrin sein: „Ich will Moderator und als Ansprechpartner für die Sorgen und Ideen aller Bürger da sein!“, so Huber weiter. Politisch wolle er in der KiTa attraktive Öffnungszeiten anbieten und gutes Personal pflegen, um alle Anfragen befrieden zu können. Im Schulhaus hatte er bereits einen Ortstermin, um dem Gemeinderat nach der Wahl zügig ein zukunftsfähiges Konzept für das Gebäude vorlegen zu können. Die Feuerwehr Roßbach und ihren Verein will der Kandidat unterstützen, ein neues Feuerwehrhaus zu bauen, mit dem auch die Nachbarn kein Problem haben.

Die Wehr aus Niedertaufkirchen brauche laut Kreisbrandrat demnächst ein neues Fahrzeug: „Das wird keine einfache Sache. Es gibt zwar eine Förderung, aber den Großteil müssen wir selbst schultern!“, so der Kandidat. Nach der Wahl soll schnellstmöglich ein Vertrag geschlossen werden, demzufolge alle Anwesen im Gemeindegebiet binnen drei Jahren an schnelles Internet angeschlossen sind. Bezüglich der Gemeindestraßen will Huber kontinuierlich Gefahrenstellen entschärfen und einen Radweg nach Stetten bauen: „Ich will kein Bürgermeister sein, der nicht finanzierbare Sachen verspricht, aber dieser Radweg ist definitiv ein Ziel“, so der Kandidat.

Passend dazu soll es im Gemeinderat künftig einen Umweltreferenten geben. Gerne hätte ein Bürgermeister Huber auch ein neues Gewerbegebiet, was aber angesichts der Topografie von Niedertaufkirchen nicht leicht wird. Nur zwei der 109 abgegebenen Stimmen waren gegen ihn. Bei der Wahl der Gemeinderäte zeigte sich die Vorarbeit des Wahlleiters deutlich: Von insgesamt 20 Kandidaten wusste Anton Kohlbeck bereits vor der Sitzung und hatte eine entsprechende digitale Vorlage angefertigt. Dass einer der Kandidaten auf der Versammlung gar nicht vorgeschlagen wurde, war kein Problem, da die Wahlzettel noch gar nicht gedruckt waren.

Acht von zwölf Räten
treten wieder an

Von den zwölf amtierenden Gemeinderäten traten auf Vorschlag von Andreas Huber acht erneut an. Es wurden auch elf neue Kandidaten vorgeschlagen und es gab eine Vorstellungsrunde. Da weniger als 24 Kandidaten benannt wurden, ging es bei der Wahl um die Reihenfolge. Von 108 abgegebenen Stimmzetteln war einer nicht gültig.

Die ersten zwölf Listenplätze belegen Bürgermeisterkandidat Andreas Huber, Josef Reichl, Brigitte Sedlaczek, Johann Häglsperger, Gerhard Wimmer, Ole Bonk, Sabrina Holz, Johann Schmid, Stefan Seidl, Bernhard Schierer, Andreas Spörkl und Peter Obergrußberger. Sofern es bis zur Wahl bei dieser einen Liste bleibt, stehen auf ihr auch noch Johann Winkler, Engelbert Noppenberger, Helmut Schmid, Markus Schlagbauer, Michael Gruber, Georg Maier und Josef Petermeier, die ansonsten zu Nachrückern werden.

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