Ganz verrückte Zufälle

von Redaktion

Verwirrspiel beim Theaterstadl Niedertaufkirchen

Niedertaufkirchen – Die versierte Spielleiterin des Niedertaufkirchner Theaterstadls, Marion Kurz, wagte sich mit ihrem erfahrenen Theaterteam an den sicher nicht leicht zu spielenden Dreiakter „Dümmer als die Polizei erlaubt“ von Scheble und Kolb.

Zur Premiere begrüßte Stadlvorstand Stefan Holz hauptsächlich benachbarte Theatervereine, Landjugenden und Ortsvereine. Selbst Fachleute können dort lernen. Um es vorauszusagen: Von den folgenden fünf Aufführungen sind vier bereits ausverkauft.

Die beamteten Polizeimeister und Obermeister Schneider (Evi Hallhuber und Tobias Huber) spielen überzeugend gelangweilte Dienstleute, weil halt nichts los ist in Roßbach. Die laufend Anzeigen erstattende Elfriede Moser (Petra Huber) geht sogar dem Dienststellenleiter Posch (Stefan Seidl) auf die Nerven, der sich selbst sehr unterqualifiziert fühlt. Er ist es dann, der mit seinem Wunsch nach Versetzung das schreckliche Drama verursacht.

Eine ebenfalls pointenreiche Rolle füllt dabei Putzfrau Ayshe (Simone Fuchs) souverän aus, wenn sie mit anatolischen Oma-Weisheiten und ordentlichem „Hinlangen“ die Sachen auf den Punkt bringt. Auch die Sekretärin Gabi Strobl (Monika Wenisch) versucht, in die chaotisch wirkende Polizeistation Ruhe zu bringen.

Verehrt wird diese Gabi vom Saubauern Oskar (Martin Biberger), den Posch listenreich in einer Intrige für seine Karriere opfern will. Polizeipräsident Hrdlicska (Christian Fuchs) bekommt bei seiner Visite in der Roßbacher Polizeistation, die er eigentlich ungern ausführt, die Gelegenheit, seinem Bruder zum 60. Geburtstag eine Überraschung zu bieten. Doch muss er deswegen bald fürchterlich leiden.

Die Zufälle, die dabei so „zufällig“ passieren, sind überaus komisch und lösen im Publikum Mitleid und Schadenfreude aus. „Es ist zum Verrücktwerden“ könnte man sagen. Alle Schauspieler bekommen auf Bühne oder Nebenbühne die Gelegenheit, sich spielerisch zu beweisen. Und das gelingt ihnen perfekt. Der komische Verlauf löst im Publikum dauernd Gefühle des Mitleidens und der Schadenfreude aus – es ist gefesselt. Der Verein hat herausragende Bühnenbauer und -bildner, eine perfekte Souffleuse, eine kunstvolle Maske und aufmerksame Techniker. Alles klappt stets bestens, alle sind Laien, aber nicht laienhaft.

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