Mühldorf/Aschau – Für die Faschingsbegeisterten ist der 11. November immer ein Jubeltag, aber dieses Mal hatte auch der Landkreis Mühldorf am 11. November allen Grund zum Feiern. Auf dem Gelände des Berufs- und Jugendwerks Don Bosco entsteht im Aschauer Ortsteil Waldwinkel in den kommenden Jahren für rund 50 Millionen Euro ein neues Sonderpädagogisches Förderzentrum. Am vergangenen Dienstag lud daher das Landratsamt Mühldorf zum symbolischen Spatenstich ein.
Zu diesem Ereignis konnte Landrat Max Heimerl mehrere Ehrengäste begrüßen. Unter ihnen waren der Direktor der Salesianer Don Boscos in Aschau, Pater Claudius Amann, der Geschäftsführer Don Boscos, Pater Stefan Stöhr, der Gesamtleiter Andreas Harr, Kreisräte sowie Aschaus Bürgermeister Christian Weyrich und Brigitte Krückl, Schulleiterin des Sonderpädagogischen Förderzentrums. Auch Vertreter aller am Bau beteiligten Planer und Architekten sowie verantwortliche Mitarbeiter des Landratsamtes waren zum Spatenstich erschienen.
Größte Investition
des Landkreises
Landrat Heimerl sprach von einem ganz besonderen Meilenstein, der in Waldwinkel gesetzt wird. „Es handelt sich hier um die größte Investition des Landkreises in den nächsten Jahren. Geplant ist ein modernes Schulgebäude für rund 380 Schüler mit Förderbedarf, die in 25 Klassen untergebracht werden.“ Läuft alles nach Plan, können die jungen Menschen ab dem Jahr 2028 in Waldwinkel ihren schulischen Weg beschreiten.
Der Landkreischef hob hervor: „In finanziell herausfordernden Zeiten setzen wir bewusst ein Zeichen für die wichtigste Ressource unseres Landes und das ist die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen.“ Dabei gelte für den Landkreis: Alle Talente sind gleich wichtig, alle Kinder sind gleich viel wert. Deshalb genieße das Sonderpädagogische Förderzentrum dieselbe Priorität wie andere große Bildungsprojekte im Landkreis.
Zahlreiche Synergien
am neuen Standort
Heimerl nannte dabei den Neubau des Beruflichen Schulzentrums Mühldorf, den Neubau des Gymnasiums in Gars und die Erweiterung an den Gymnasien Mühldorf und Waldkraiburg. „Natürlich“, so der Landrat weiter, „ist eine Investition von 50 Millionen Euro ein Kraftakt. Wir rechnen derzeit mit Fördergeldern von rund 26 Millionen Euro, aber der Eigenanteil bleibt erheblich.“
Am zukünftigen Schulstandort können Kinder vom Vorschulalter, in den Klassen der schulvorbereitenden Einrichtung des Förderzentrums, bis zum möglichen Berufsabschluss im Berufsbildungswerk Don Bosco ihren Weg gehen. Die enge Verzahnung mit dem Berufsbildungswerk ermöglicht den Heranwachsenden nicht nur eine schulische, sondern auch eine berufliche Perspektive.
Am neuen Standort ergeben sich nach Darstellung Heimerls weitere Synergien: Die vorhandene Schwimmhalle und die Turnhalle bleiben erhalten und werden gemeinsam genutzt. Durch die ebenfalls gemeinsame Nutzung des Küchen- und Mensabereichs ist ferner die Einrichtung des dringend erforderlichen Ganztagesbetriebs möglich. Außerdem entsteht ein Busbahnhof für Kleinbusse und eine zusätzliche öffentliche Bushaltestelle. Auch eine Tiefgarage für Lehrerparkplätze ist in Planung. Gebaut werde in Massivholzbauweise, nur die erdberührenden und brandschutzrelevanten Bauteile entstehen konventionell in Stahlbeton.
Andreas Harr, Gesamtleiter von Don Bosco Aschau und Trägervertreter der Deutschen Provinz der Salesianer, bezeichnete die Veranstaltung als ein ausgesprochen freudiges Ereignis. „Der Landkreis kümmert sich speziell um junge Menschen mit Förderbedarf und investiert eine große Summe in Zeiten knapper Kassen. Das verlangt Respekt.“ Seit 75 Jahren seien die Salesianer Don Boscos in Waldwinkel tätig. Im Jahre 1950 als Salesianisches Jugendhilfswerk gegründet, werden seither an diesem Ort junge Leute überbetrieblich ausgebildet.
Mit dem heutigen Tag stehe ein Wendepunkt an, denn durch den Bau des Sonderpädagogischen Förderzentrums komme ein neuer Partner auf das Gelände und erstmalig Kinder ab dem fünften Lebensjahr, sagte Harr. An die Adresse des Landrats und der Schulleiterin Brigitte Krückl gerichtet betonte Harr: „Wir freuen uns, Sie als Partner und Nachbar auf unserem jetzt gemeinsamen Campus begrüßen zu dürfen.“ Getreu dem Motto der Salesianer „Damit das Leben junger Menschen gelingt“, werde Zukunft gestaltet.
„Wir schlagen jetzt ein neues Kapitel in unserer Schulgeschichte auf“, stellte Schulleiterin Brigitte Krückl heraus. Die drei bisherigen Standorte Waldkraiburg, Aschau und Starkheim bilden künftig in Waldwinkel eine Einheit. Die Schulleiterin unterstrich zudem: „Viele Ideen aus unserem Kollegium wurden in den Planungen berücksichtigt, so können wir gezielt die Bedürfnisse unserer Kinder und deren Familien aufgreifen.“ Das sei eine große Chance für die Schulfamilie.