Kleine Pferde, große Wirkung

von Redaktion

Projekt von Tanja Lechner für mehr Selbstvertrauen und eine vorurteilsfreie Gemeinschaft

Ampfing – Kathi und Pippi sind zwei geduldige Ponys. Mit ihnen sollen Kinder aus sozial benachteiligten Familien Selbstvertrauen spüren lernen. Auf dem Reitgelände von Tanja Lechner wird eine berührende Initiative umgesetzt. Die Tiere begleiten die jungen Teilnehmer durch eine Erfahrung, die weit mehr als reines Reiten bedeutet: Vertrauen und Selbstsicherheit kehren zurück – schon allein durch das behutsame Führen der Pferde.

Lechner bietet dieses Format bewusst in einem überschaubaren Rahmen an; das Inklusionsthema wird etwa zehnmal pro Jahr aufgegriffen und ermöglicht so eine wertvolle, punktuelle Unterstützung, ohne den Alltag der Beteiligten zu überfordern. Mit dabei sind immer auch einige Bewohner der Lebensgemeinschaften Höhenberg und Remelberg. Sie finden schon lange durch den Umgang mit den Pferden Ruhe und Stärke für ihr Selbstbewusstsein.

„Das mache ich schon eine ganze Weile so. Unsere Bewohner sind vom Charakter her so offen und ehrlich, diese Eigenschaften möchte ich mit meinem Projekt jetzt unbedingt auch vielen Kindern vermitteln“, berichtet Lechner. Manchmal scheuen Menschen die Begegnung mit beeinträchtigten Personen, weil sie nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen, führt sie fort. „Das Zusammenbringen von unseren Bewohnern und den Kindern findet aber schnell einen zentralen Punkt: die Pferde.“ Beide Gruppen arbeiten mit den Tieren und so entsteht schnell Vertrauen untereinander. „Und vor allem das Verständnis bei den Kindern, dass beeinträchtigte Menschen auch nicht viel anders sind“, erklärt die Projektgründerin bewegt.

Bewusst hat Lechner sich entschieden, Kinder aus sozial benachteiligten Familien dazu einzuladen. „Ich will, dass die Kinder Spaß haben, da sollten soziale Umstände keine Rolle spielen“, ergänzt Lechner. Auch Geburtstagsfeiern seien nach Absprache möglich. Sie will den Buben und Mädchen Werte vermitteln, die sie von den Bewohnern der Lebensgemeinschaften lernen können, wie Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Vertrauen lernen. Lechner erklärt: „Unsere Bewohnerinnen und Bewohner sind offene, herzliche und vor allem direkte Menschen.“ Ihr schwebe eine vorurteilsfreie Gemeinschaft vor. Und dazu gehöre auch, den Beruf des Heilerziehungspflegers in den Fokus zu rücken und einen praxisnahen Einblick zu geben.

Bei der Lebensgemeinschaft Höhenberg rennt sie mit ihrem Projekt offene Türen ein. Geschäftsführer Stephan Hackl sagt, „die Idee finde ich absolut klasse und das Engagement von Tanja kann ich nur bewundern. Für unsere Bewohner ist die Aktion eine Bereicherung, denn der Umgang mit Tieren und Kindern ist für sie auch eine soziale Komponente – ungetrübter Spaß in der Natur mit lieben Menschen.“

Für die soziale Einrichtung entstehen durch das Projekt keine zusätzlichen Kosten. „Ich trage das alles selber mit meinen Pferden und auf meinem Grundstück, die Zeit bekomme ich von meinem Arbeitgeber nicht bezahlt“, erklärt Lechner. Dieses ehrenamtliche Engagement soll als Beispiel dienen, nicht immer nur auf Gewinn abzuzielen, sondern sich auf ein menschliches Miteinander und Hilfe für Bedürftige zu besinnen.

Weitere Infos bei Tanja Lechner unter Telefon 0172/2710377.

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