Mit viel Humor und Senfgesichtern wurden die Würstl geschnappt.
Obertaufkirchen – Wenn eine Festbraut einen Luftballon durch einen Feuerwehrschlauch aufblasen soll, schreit das geradezu nach einer Szene aus dem Patenbitten.
Der große Saal im Gasthaus Wörthmüller in Hofgiebing war bis auf den letzten Platz gefüllt beim Patenbitten der Freiwilligen Feuerwehr Obertaufkirchen bei der Oberornauer Feuerwehr.
Musikalisch untermalt wurde das lustige Spektakel von der Musikkapelle Isen. Unter Klatschen der Zuschauer zog die Feuerwehr Obertaufkirchen in den Saal ein. Durch den Abend führte als Moderator Martin Friesinger mit lustigen Sprüchen und guter Laune.
Um die Patenschaft gebeten hatte zuvor bei der Fahrzeugweihe für das neue Feuerwehrauto der Vorsitzende der Feuerwehr Obertaufkirchen, Robert Huber, den Vorsitzenden der Oberornauer Feuerwehr, Fabian Hirschstetter.
150 Jahre Feuerwehr Obertaufkirchen sollen im kommenden Jahr kräftig gefeiert werden, und dafür braucht es einige Unterstützung. Natürlich ging das nicht einfach so.
Martin Friesinger zitierte auf die Bühne, wer alles bittend auf einem eigens präparierten, scharfkantigen Holzscheit dafür knien sollte. Die sechs Leute aus dem Vorstand der Obertaufkirchner, die Kommandanten, die Festbraut Verena Bauer, die Patenbraut Isabella Auer kamen auf die Bühne, und der Festwirt Valentin Voderholzer musste auch mit.
Versalzene Suppe mit
süßer Einlage
Mit Kochlöffeln wurden alle inspiziert, ob sie auch nichts zu verbergen haben – ob die Knie gedämmt wurden unter den langen Hosen zum Beispiel. Es gab viel Gelächter und großen Applaus am Schluss für die Ehrlichkeit. Doch bevor sich hingekniet wurde, gab es als Vorspeise eine versalzene Suppe mit süßer Einlage.
Das Scheitl zum Hinknien hatte drei Seiten: eine spitze, eine mäßige und eine weiche. Der Vorstand der Obertaufkirchner erwies sich als großzügig, und so kamen alle auf der weichen Seite zu knien. Endlich gab es auch etwas zu trinken, und ein langes Stück Holz mit vollen Biergläsern wurde hereingetragen, die gemeinsam geleert wurden.
Im ersten Spiel durfte die Festbraut Verena Bauer ihre Lungenfertigkeit unter Beweis stellen und durch einen Feuerwehrschlauch einen Luftballon aufpusten.
Angefeuert wurde sie durch Klatschen vom Publikum. Es durfte gewechselt werden, doch nicht zugehalten.
Den anschließenden Hauptgang – eine Wurst mit viel Senf und eine Breze zum Schnappen – meisterten die Kandidaten ohne Hände und mit senfverschmierten Gesichtern zur allgemeinen Erheiterung.
Ohne Zwischentrunk musste ein „Wüstenschnaps“ aus Semmelbröseln geleert werden, dann erst gab es den erlösenden Schluck Bier.
Ein Quiz, damit sich die Obertaufkirchner auch mit dem Patenverein gut auskennen, wurde vom Publikum beantwortet. „Bis wann war Oberornau eine eigene Gemeinde?“, war eine der Fragen. 1972 – lautete die richtige Antwort. Leider waren nicht alle Antworten korrekt – mit 8:4 Fragen gewann Oberornau.
Zur Belohnung kam der Nachtisch auf die Bühne: Pfannkuchen mit Fisch in Tomate und Schokosoße darüber musste ganz aufgegessen werden. Das Publikum litt, lachte und klatschte mit.
„Schmeckt wie
bei Mama!“
„Ob es schmeckt?“, wollte Martin Friesinger wissen. „Wie bei Mama“, kam prompt die Antwort – ein Spruch, der sich als Gag durch den Abend zog.
Beim letzten Spiel half auch Bürgermeister Franz Ehgartner mit. In Zweier-Teams sollten aus drei Baumstämmen 1876 Gramm herausgesägt werden, nämlich genau die Zahl des Gründungsjahres vor 150 Jahren.
Mit nur einmal Zwischenwiegen und fünf abgesägten Scheiben schafften es die Obertaufkirchner auf 1515 Gramm – Hut ab. In der Schlusswertung ergaben sich eine grüne und zwei rote Signallichter – es sah nicht gut aus für Obertaufkirchen. Die Verhandlungen liefen mit viel Gelächter, und es wurde nicht billig für die Obertaufkirchner Wehr nach ihrem Bittspruch.
Doch zum Schluss wurde man sich einig, und Schirmherr und Bürgermeister Franz Ehgartner konnte mit zwei sauberen Schlägen ein 50-Liter-Fass, gespendet vom Bräu in Stierberg, anzapfen. Auf die Patenschaft stießen alle an, und die Patenbraut von Oberornau, Melanie Kainz, erhielt ein Starterpaket zur Begrüßung. Fröhlich wurde noch lange gefeiert.