„Imkern so einfach wie möglich machen“

von Redaktion

Viel Lob für den Vortrag von Georg Wendlinger – Klimawandel und das Vordringen der Asiatischen Hornisse sind Thema

Ampfing/Heldenstein – Der Bienenzuchtverein Ampfing hielt seine Herbstversammlung im Gasthaus Alter Wirt in Heldenstein ab. Die Vorsitzende Martina Hofmann begrüßte dazu die vielen Mitglieder und Gäste. Besonders begrüßte sie den Referenten des Abends: Georg Wendlinger aus Polling, der auf 51 Jahre Imkerei zurückblicken kann.

In seinem frei gesprochenen Vortrag berichtete Wendlinger von seinen Erfahrungen und nahm die Mitglieder durch die Imkerei im Jahresverlauf. „Bei mir ist alles irgendwie anders als bei den anderen. Ich schaue nie in den Bienenstock. Wenn es beim Handauflegen warm ist, dann weiß ich, dass alles in Ordnung ist.“

Schonungslos ehrlich, humorig und lehrreich gab er viele Tipps für Pflege, Honiggewinnung, Fütterung, Kunstschwarmgewinnung. Und immer wieder sein Appell: Nicht in den Stock schauen, das Volk ruhen lassen.

Für Wendlinger zählt: „Imkerei so einfach wie möglich machen“, alles andere ist Arbeit. Zum Abschluss wünschte Wendlinger ein gutes Bienenjahr.

Nach dem Vortrag wurden viele Fragen gestellt, die Wendlinger gerne beantwortet hat. Die Mitglieder sparten nach Ende der Fragerunde nicht mit Lob und Applaus für den gelungenen Vortrag. Vorsitzende Martina Hofmann dankte für den besten und informativsten Vortrag seit Langem.

Michael Reiter gab einen Wetterrückblick auf das Bienenjahr. Die Bienen sind zwar gut aus dem Winter gekommen, aber man merkt, dass der Klimawandel den Bienen zu schaffen macht. „Die Natur wandelt sich immer schneller, die Bienen kommen da nicht mehr mit. Wollen sie dann durchstarten, ist die Blühzeit fast wieder vorbei.“ Michael Reiter gab den Tipp, darauf zu achten, dass man starke Bienenvölker hat.

Mit der Sommertracht waren die Imker nicht zufrieden; heuer gab es keinen Waldhonig. Die Asiatische Hornisse ist im Vormarsch. „Aber Gott sei Dank, bei uns ist sie noch nicht da“, so Reiter. In der App „Biwapp“, einer Warnapp für die Bevölkerung, kann man Nestfunde melden und nachschauen, wie weit die Hornisse bei uns schon vorgedrungen ist. Für die Nestentfernung kann auch eine Förderung beantragt werden.

Michael Reiter gab Tipps, wie man die Asiatische Hornisse aus dem eigenen Bienenstock fernhalten kann. So zum Beispiel ein Schutzgitter vor das Flugloch, flacher Boden, damit die Bienen den Eingangsbereich verteidigen können, oder auch ein Fluglochtunnel kann helfen.

Mit dem Wunsch „Viel Spaß beim Imkern“ sowie „Frisch und stark in die Saison starten“ beendete Michael Reiter seine Ausführungen.

Die Vorsitzende Martina Hofmann berichtete von einem ruhigen Jahr. Megastolz ist die Vorsitzende auf den Ampfinger Verein. Die Mitglieder sind bei allen Arbeiten oder Festlichkeiten, was auch den Bienenhof in Aham betrifft, immer bestens und in großer Anzahl vertreten.

Für ein einheitliches Erscheinungsbild werden Vereinsshirts mit Logo bestellt. Der Verein übernimmt die Hälfte der Kosten für die Mitglieder.

Peter Asenbeck wurde in Abwesenheit für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Anwesend war auch der Kreisvorsitzende Manfred Reindl. Reindl berichtete, dass nächstes Jahr 50 Jahre Aham gefeiert werden kann. Den jährlich stattfindenden Bienenmarkt nannte er eine Riesengemeinschaftsleistung der Vereine. Martina Hofmann wies zum Abschluss auf die 14-tägig stattfindenden Imkerstammtische hin und freute sich über die schöne Versammlung. stn

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