Bäume weg, um Holz zu lagern

von Redaktion

Holzwerk Obermeier legt neue Lagerfläche an – Nachwirkungen vom Brand in dem Unternehmen

Schwindegg – Neben dem Holzwerk Obermeier fehlt seit Neuestem eine Baumansammlung, die immer wie ein Wäldchen wirkte. Das Holzwerk hat hier roden lassen, um einen Lagerplatz für Holz zu schaffen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Antrag dafür gestellt.

Es geht um rund
8800 Quadratmeter

Das Bauvorhaben befindet sich in einem Gebiet ohne Bebauungsplan, ist allerdings als Gewerbegebiet festgelegt. Geplant ist die Neuerrichtung für die Lagerung von Rundholz, Schnittholz und Holzmaterialien auf einer sickerfähigen Kiesfläche, um die herum ein Grünstreifen angelegt werden soll.

Es geht um 8794 Quadratmeter Fläche. In den Grünstreifen sollen standortgerechte Bäume gepflanzt werden. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Töging hatte die Erlaubnis dazu erteilt.

In der Gemeinderatssitzung meldete sich Karl-Michael Dürner (Bürgerliste) zu Wort: „Aus Sicht der Jäger ist es einer der letzten Rückzugsorte für Wild und Kleintiere. Auch wenn das Unternehmen expandiert, es ist schade drum.“

Bürgermeister Roland Kamhuber (CSU) sah die Meinungsäußerung als die Aufgabe eines Gemeinderates an, wies jedoch auf die Genehmigung seitens der Behörde hin. Ingrid Obermeier-Osl nahm an der Beratung und Abstimmung nicht teil. Dem Antrag wurde mit 10:2 zugestimmt.

Doch die Rodung der Baumansammlung zog den Zorn einiger Bürger auf sich. Der Schwindegger Hans Prockl beschwerte sich über den weiteren Holzlagerplatz des Holzwerkes: „Die Firma Holzwerk Obermeier hat östlich vom Firmengelände in Schwindegg ein Waldstück mit einer Fläche von 160 Meter mal 25 Meter dem Erdboden gleichmachen lassen, um einen weiteren Holzlagerplatz errichten zu können.“ Prockl hinterfragte die Genehmigung und die Ersatzpflanzung.

In ihrer Stellungnahme im Nachgang zur Sitzung erklärte Ingrid Obermeier-Osl, durch den Brand im Holzwerk im vergangenen Jahr müsse ein neues Heizkraftwerk gebaut werden. Sie stand vor der Entscheidung, das neue Heizkraftwerk auf die Gewerbefläche zu bauen oder den Lagerplatz auszulagern. Also wurde der Antrag beim Amt für Landwirtschaft und Forsten gestellt, die Vegetationsperiode abgewartet und die Bäume gerodet.

Ursprünglich Plantage
für Weihnachtsbäume

„Dort war ursprünglich kein Wald, sondern eine Plantage für Weihnachtsbäume“, so Ingrid Obermeier-Osl. „Es entsteht ein sickerfähiger und aufgekiester Lagerplatz mit Eingrünung. Wir stellen auch eine Ausgleichsfläche zur Verfügung und bepflanzen sie so, wie es Vorschrift ist. Das wird die kommenden Jahre umgesetzt.“

Sie fügte hinzu, der Brand war für das Holzwerk ein großer Einschnitt. Immer noch sind die zwei besten Leute in ihrem Team zu 70 Prozent mit der Aufarbeitung beschäftigt. Es war für das Werk eine Existenzfrage. Ein hoher Betrag in Millionenhöhe musste dafür aufgewandt werden. sn

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