Nachruf

von Redaktion

Neumarkt-St. Veit – Mit Bestürzung ist in der Gemeinde die Nachricht vom plötzlichen Tod von Dr. Eberhard Siegle aufgenommen worden. Der Zahnarzt erlag am Sonntag im Kreis seiner Familie einer heimtückischen Krankheit, an der er schon seit 1998 litt.

Dr. Eberhard Siegle kam am 12. Januar 1955 als dritter von vier Söhnen der Lehrerfamilie Dora und Friedrich Siegle in Leonberg/Baden-Württemberg zur Welt.

Nach der Grundschulzeit besuchte er bis zur Realschulreife das Remstal-Gymnasium in Beutelsbach. Nach zwei Jahren im Dienst als Polizeiwachtmeister bei der Bereitschaftspolizei in Biberach absolvierte Dr. Eberhard Siegle eine Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten bei der AOK Rems-Murr-Kreis. 1978 schloss er das Abendgymnasium Stuttgart mit dem Abitur ab und studierte Zahnmedizin in Freiburg im Breisgau. So kam er zu seiner Berufung.

Dr. Eberhard Siegle heiratete 1981 seine Jugendliebe Cornelia Pohl. Die Geburten der Kinder Stefan, Melanie und Michael vervollständigten das Familienglück.

1985 erwarb er seine Approbation als Zahnarzt sowie den Doktorgrad und übernahm die Zahnarztpraxis seines Schwiegervaters in Neumarkt-St. Veit, die er bis 2020 erfolgreich weiterführte. Durch seine ebenso fachlich kompetente wie menschlich einfühlsame Art verstand er es, sich einen weiten Patientenkreis aufzubauen.

Der Schwabe in Bayern wurde sehr geschätzt, weil er sich viel Zeit für seine Patienten nahm und immer die besten Behandlungsmöglichkeiten ausschöpfte, erzählt man sich in der Gemeinde. Dr. Eberhard Siegle begleitete 29 junge Auszubildende väterlich auf ihrem Weg zur zahnmedizinischen Fachangestellten und bildete eine Reihe von Assistenzzahnärzten aus. Für seine Mitarbeiter war er nicht nur Vorgesetzter, sondern ein Freund und Berater in allen Lebenslagen.

Als die Fingerfertigkeit durch eine heimtückische Krankheit nachließ und Dr. Eberhard Siegle seine Patienten nicht mehr am Stuhl behandeln konnte, ließ er sich nicht unterkriegen und schaffte sich ein zweites berufliches Standbein. Mit 55 Jahren absolvierte er trotz Rollstuhl ein Masterstudium in Medizinrecht an der Dresden International University. Anschließend führte er eine Medizinrechtskanzlei und beriet bis zu seinem plötzlichen Tod mit viel Engagement zahnärztliche Kollegen.

Dr. Eberhard Siegle war bis zu seinem Tod leidenschaftlich in der Zahnärzteschaft engagiert – zehn Jahre als Obmann im Landkreis Mühldorf, 25 Jahre als Delegierter der kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns und 35 Jahre als Delegierter der Bayerischen Landeszahnärztekammer und Bundeszahnärztekammer. Er gründete außerdem zum Wohl seines Berufsstandes die Aktionsgemeinschaft Freie Zahnärzteschaft und wa zehn Jahre lang deren Vorsitzender.

Über 30 Jahre lang lenkte er als Vorstandsmitglied des Zahnärztlichen Bezirksverbandes Oberbayern die Geschicke der Zahnärzteschaft, zuletzt als Vorsitzender des Berufsrechtsausschusses. Bis zu seinem Tod war er Vorsitzender des Stiftungsrates der Fritz-Linnert-Stiftung, die bedürftige bayerische Zahnärzte und ihre Familien unterstützt.

Dr. Eberhard Siegle erhielt für sein Engagement in der Standespolitik 2022 die silberne Ehrennadel der deutschen Zahnärzteschaft. Er wurde von Kollegen für seinen unermüdlichen Einsatz und sein immer offenes Ohr sehr geschätzt.

Neben dem Engagement für seine Patienten und die Zahnärzteschaft war Dr. Eberhard Siegle ein Familienmensch, tat alles, um seinen Kindern eine schöne Kindheit zu geben und ihnen die besten Chancen auf ihrem Lebensweg zu ermöglichen. Auch seinen beiden Enkeln Tobias und Stephan war er ein liebevoller Opa.

Seinen unermüdlichen Kämpfergeist gab er besonders auch an seine Kinder und Enkelkinder weiter.

Seine Familie erlebte ihn als glücklichen, ausgeglichenen und humorvollen Menschen, der sich nie über seine Krankheit beklagt oder gejammert hat. Niemals aufgeben und immer optimistisch in die Zukunft zu schauen, waren seine Devise. re

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