Taufkirchen – Wer kann sich nicht zurückerinnern an die Vorfreude auf den eigenen Schulanfang und das beflügelnde Gefühl, bald selbst lesen zu können? Lesen – noch heute erscheint diese Fähigkeit den Vorschulkindern als der entscheidende Schlüssel in die Welt der Großen und Erwachsenen.
Und das zu Recht. Doch es ist mehr als ein magischer Schritt zum Erwachsenwerden. Experten sind sich einig: Die Fähigkeit zu lesen ist eine der wichtigsten Grundkompetenzen, die es für Kinder zu erlernen gilt. Wird diese Chance verpasst, kann das zu langfristigen Folgen für das eigene Leben und den Berufsalltag führen sowie die gesellschaftliche Teilhabe empfindlich einschränken. Umso ernster nehmen Forscher und Pädagogen die Tatsache, dass die Lesekompetenz in Bayern nach aktuellen Bildungsstudien rückläufig ist.
Entwickelt in Kooperation des bayerischen Kultusministeriums und der Universität Regensburg, steht den bayerischen Grundschulen seit dem Schuljahr 2024/25 im Rahmen des Maßnahmenpakets der PISA-Offensive Bayern neben dem bereits bekannten Lesetraining FILBY (Fachintegrierte Leseförderung Bayern) nun auch das Bayerische Lesescreening (BYLES) zur Verfügung. Byles ermöglicht eine digitale, standardisierte und evidenzbasierte Diagnostik der Lesekompetenz von Grundschulkindern und wird den Schulen auf der Plattform eddipuls bereitgestellt.
Über 184.000 Kinder der Jahrgangsstufen zwei bis vier haben in ganz Bayern bei der Premiere des Programms teilgenommen. Ganz besonders stolz auf ihre Leseleistungen dürfen die ehemaligen Viertklässler der Taufkirchner Grundschule sein. Schulamtsdirektorin Beate Waldinger überreichte, stellvertretend für die Leseexperten der letzten vierten Klasse, den Dritt- und Viertklässlern der Grundschule den plüschigen „Leseluchs“ Filby. „Diese Auszeichnung ist etwas ganz Besonderes, denn nur 50 Schulen in ganz Bayern, und davon nur zwei Schulen in unserem Landkreis, bekommen diesen Leseluchs überreicht“, so die glückliche Schulamtsdirektorin. „Lesen lernt man nur durchs Lesen und eure ehemalige vierte Klasse hat so fleißig mit Filby geübt, dass sich alle Schüler um eine Kompetenzstufe gesteigert haben. Das ist etwas ganz Besonderes und das schaffen nicht viele.“
Stolz auf ihre Schützlinge zeigte sich auch Grundschulleiterin Brigitte Hauptfleisch. „Unsere ehemaligen Viertklässler haben wirklich fleißig gearbeitet.“ Sie lobte auch die Klassenlehrerin der ehemaligen vierten Klasse Melanie Berndl, die sich ganz besonders für das Lesetraining mit Filby eingesetzt und die Schüler damit entscheidend motiviert hat.
Filby, der „Leseluchs“, wird sie von nun an im Schulalltag begleiten und stets daran erinnern, dass sich Übung auszahlt – immer! jkt