Neumarkt-St. Veit – Deutliche Kostensteigerungen im Bereich der Energie sowie beim Personal führt die Verwaltung im Neumarkt-St. Veiter Rathaus als Grund für die nun fällige Erhöhung der Eintrittspreise für das Neumarkter Freibad an. Darüber hatten die Neumarkter Stadträte zu entscheiden.
Alleine im Energiesektor musste das Freibad eine deutliche Erhöhung der Kosten für Strom und Gas hinnehmen. Zahlte die Stadt für den Betrieb des Bades im Jahr 2022 noch 48.430 Euro, verdoppelten sich die Kosten im Jahr darauf nahezu auf 92.343 Euro. 2024 musste die Stadt weitere Erhöhungen in Kauf nehmen: 120.444 Euro schlugen für Strom und Gas zu Buche.
Photovoltaikanlage
hilft, Kosten zu sparen
Die Energiekosten, speziell die Stromkosten, haben sich also von 2022 bis 2024 um 248 Prozent erhöht. Im Rathaus geht man allerdings davon aus, dass sich die Stromkosten 2025 und auch in den Folgejahren wieder reduzieren werden. Lag der Arbeitspreis 2023 noch bei 35 Cent pro Kilowattstunde, reduzierte er sich 2025 bereits auf 20 Cent. 2026 rechnet man damit, dass sich diese Kosten erneut um die Hälfte auf rund 10 Cent pro Kilowattstunde reduzieren.
Die Photovoltaikanlage zur Eigenstromnutzung trage laut Verwaltung maßgeblich dazu bei, dass der Stromeinkauf ebenfalls weniger wird. „Somit gehen wir davon aus, dass die Stromkosten für 2025 bereits wieder unter 100.000 Euro liegen und sich auch in den kommenden Jahren weiter reduzieren werden“, prognostiziert Kämmerer Thomas Menzel.
Um mehr als ein Drittel sind in den vergangenen Jahren auch die Personalkosten gestiegen. Lagen die im Jahr 2022 noch bei 97.079 Euro, waren sie im Jahr darauf bereits bei 109.030 Euro. Der vorläufige Höhepunkt wurde 2024 erreicht, mit 128.356 Euro.
Um die Kostensteigerungen zumindest zum Teil zu kompensieren, schlug die Verwaltung nun eine Erhöhung der Eintrittspreise vor, die zum letzten Mal 2022 angepasst wurden. Im Normaltarif zahlen Erwachsene ab der nächsten Freibadsaison daher anstatt drei zukünftig vier Euro. Die Zehnerkarte kostet statt bisher 25 Euro dann 35 Euro. Und auch der Feierabendtarif erfährt eine Anhebung, von bislang 2 auf 2,50 Euro. Der gleiche Tarif gilt ab sofort für die Einzelkarte für Kinder und Jugendliche (6 bis 15 Jahre), Schüler, Studenten (keine Berufsschüler), Schwerbeschädigte mit einer Behinderung von mindestens 50 Prozent. Außerdem zahlen auch Auszubildende, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und auch Personen, die ein freiwilliges soziales Jahr ableisten sowie Senioren über 65 Jahre 2,50 für die Einzelkarte. Diese Personengruppe muss künftig 20 Euro für die Zehnerkarte hinlegen (bisher 15 Euro).
Teurer werden auch die Saisonkarten. Die Jahreskarte für Erwachsene erhöht sich von bisher 50 auf 60 Euro (im Vorverkauf von 45 auf 55 Euro). Kinder und Jugendliche (sechs bis 16 Jahre) müssen anstelle von 30 künftig 35 Euro hinlegen (im Vorverkauf 30 statt bisher 25 Euro).
Ermäßigte Karten kosten 40 statt bisher 30 Euro (im Vorkauf 35 statt 25 Euro). Die Familienjahreskarte kostet statt 80 Euro in Zukunft 90 Euro (im Vorverkauf 80 statt 70 Euro).
Warum die Erhöhung der Eintrittsgelder nötig geworden ist, wird durch die Defizite der vergangenen Jahre deutlich. 2022 hatte die Stadt ein Defizit von 170.419 Euro zu verzeichnen. Im Jahr darauf war diese Summe auf 219.151 Euro angestiegen. 2024 lag der Verlust dann bereits bei 322.710 Euro. Die Einnahmen durch Eintrittsgelder waren seit 2022 zwar stetig angestiegen, von rund 51.256 Euro auf 64.300 Euro. In diesem Jahr allerdings wurden lediglich Einnahmen in Höhe von 58.157 Euro erzielt.
Kämmerer Thomas Menzel setzte das auf Nachfrage von Stadträtin Johanna Obermeier (CSU) in Relation zu den Besucherzahlen, die in diesem Jahr mit 29.382 zahlenden Badegästen unter dem Wert von 2024 mit 35.848 lagen. „Wir hatten schon Tage dabei, mit weit über 1000 Badegästen. Aber die Anzahl der heißen Tage war einfach in diesem Jahr deutlich geringer als in den Vorjahren.“
Bei Senioren zählt
ausnahmslos das Alter
SPD-Stadtrat Ludwig Spirkl erkundigte sich, ob der ermäßigte Tarif für Senioren, der eigentlich ab einem Alter von 65 Jahren gilt, auch auf Personen übertragen werden könnte, die schon vorher in Rente gehen. Dies verneinte Bürgermeister Erwin Baumgartner. Er verwies darauf, dass bei der Vergabe der ermäßigten Karten alleine das Alter entscheidend sei.