Schönberg – Es war dieser herrliche Tag im Juli 2024, als die 36 Rasenmäher-Bulldogs das schier Unmögliche geschafft hatten. 11,5 Tonen und fast 540 Pferdestärken haben die kleinen Traktoren mobilisiert, um einen robusten Case Bulldog mit 120 PS und knapp 6,5 Tonnen über vier Meter zu ziehen. Auf den Zentimeter genau waren es eine Distanz von 5,32 Meter, gegen die sich der Case der Firma Landtechnik Gruber tapfer gewehrt hatte, aber mehr als durchdrehende Reifen waren nicht drin. Für das „weiteste Ziehen eines 120-PS-Traktors mit Rasenmähertraktoren“ haben es die 36 wackeren Mini-Traktoren-Lenker nun amtlich: Weltrekord!
Rekord ist jetzt
amtlich bestätigt
Das Rekord-Institut für Deutschland mit Sitz in Hamburg hat den Schönbergern nun diesen bestätigt. Voller Stolz hält Dominik Lenz, der das Spektakel im Juli 2024 organisiert hatte, die Urkunde in den Händen. „Eigentlich wollten wir den Case mindestens einen Meter ziehen. Geworden sind es dann über fünf Meter“, blickt er heute noch freudestrahlend auf das Event vor knapp eineinhalb Jahren zurück.
„Das ganze Dorf war auf den Beinen. Über den ganzen Tag wurden knapp 2.500 Besucher gezählt. Ein gigantischer Erfolg“, schwärmt der Schönberger heute noch von diesem Rekordtag. Im Rahmen des 43. Schönberger Dorffestes war dieses Wettziehen organisiert worden, ein Dreivierteljahr Vorplanung lag da hinter Lenz und seinem Mitstreiter Martin Peteratzinger sowie den zahlreichen Traktor-Piloten.
Schließlich musste am Stichtag alles reibungslos laufen, absolute Synchronität unter den Bulldog-Fahrern sichergestellt sein, damit die Rechnung aufgehen konnte. Und das klappte besser als erwartet. Denn Lenz verhehlt heute nicht: „Ja, da hat es im Vorfeld schon auch Zweifler gegeben. Aber der Martin und ich haben immer dran geglaubt, dass es funktioniert!“ Erfahrung mit Weltrekordversuchen haben die Schönberger bereits. Ob beim höchsten Lattenturm in den 90er-Jahren. Oder beim längsten Baguette, womit die Gemeinde vor der Jahrtausendwende für Schlagzeilen gesorgt hatte. Lenz selbst hatte es 2001 ins Guinness Buch der Rekorde geschafft, nachdem er mit einem Motorrad 10,2 Kilometer nur auf dem Hinterreifen fahrend zurückgelegt hatte. Die Urkunde dafür hängt heute noch in seinem Büro, der Rekord selbst ist im Guinness-Buch allerdings nicht mehr gelistet, berichtet er. Und auch der neue wird nicht im Guinness Buch zu finden sein. „Bei meinem Rekord war das alles noch kostenlos. Mittlerweile verlangen die bei einem Eintrag knapp 16.000 Euro. Und so viel Geld haben wir nicht.“ Deswegen habe man sich an das Rekord-Institut für Deutschland (RID) gewandt, das den Weltrekord bestätigt hat. Notwendig dafür war eine genaue Dokumentation des Rekordversuches, Filmmaterial, Drohnenfotos, darüber hinaus waren zwei unabhängige Zeugen notwendig.
Der Case-Bulldog mit 120 PS war nicht der einzige, mit dem es die 36 Rasenmäher-Bulldogs aufgenommen hatten. Als „Endgegner“ hatten die Klein-Traktoren auch einen 185 Pferdestärken schweren Super Trac 1600 TVL, ein Oldtimer-Bulldog der Firma Schlüter, herausgefordert und diesen ebenfalls bezwungen. „Weil die Rasenmäher-Bulldogs aber einen Fehlstart hingelegt hatten, war dieser Versuch ungültig“, erklärt Lenz. In einem „Anflug von Größenwahn“, wie es im Nachgang der Wettfahrten hieß, haben die Rasenmäher damals sogar noch einen dritten Gegner herausgefordert. An dem Steyr 6280 CVT mit 300 PS, mit Zusatzgewichten circa 12,5 Tonnen schwer und damit um vier Tonnen schwerer als der Schlüter, sind die Rasenmäher dann aber knapp gescheitert. Gescheitert ja, aber aufgeben? Das nicht. Denn es geht bereits in die Planung der nächsten Herausforderung, wie Dominik Lenz im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen verrät. Begeistert sucht er mit seinem Smartphone im Internet nach dem nächsten Gegner, dem beim Wettziehen der Schneid abgekauft werden soll. Als er dann fündig geworden ist, dreht er sein Handy um und präsentiert das Bild eines Fendt 1050 Vario. „Der stärkste Standardtraktor der Welt“, ergänzt Lenz.
Das nächste Mal sollen
es Quads richten
Auf 14 Tonnen bei 517 PS bringt es der Traktor, den die Schönberger mit 36 Quads – jedes einzelne mit einer Leistung zwischen zehn und 20 PS – herausfordern wollen. „Beim Dorffest 2029 soll dieser Weltrekordversuch über die Bühne gehen“, kündigt Lenz bereits an. „Es haben sich bereits zwei Interessenten aus der Region gemeldet, die diesen neuen Endgegner zur Verfügung stellen wollen. Der Countdown für das nächste Abenteuer läuft also bereits.