Engelsberg – Ganz viele Meinungen und eine Abstimmung, die nicht einstimmig ausging, gab es in der Sitzung des Gemeinderates zum Thema „Einführung von Tempo-30-Zonen auf sämtlichen Ortsstraßen in Engelsberg, Eiting und Offenham“.
Tempo 30 gelte in Offenham bereits, so die Einführung von Bürgermeister Martin Lackner, in einigen Straßen im Ortsbereich Engelsberg ebenso. Man habe sich seit langer Zeit intensiv mit dem Thema befasst, viele Zuschriften von Bürgern erhalten, die die 30er-Zone wünschen und auch viele Messungen durchgeführt.
Engelsberg ist
kein Unfallschwerpunkt
Engelsberg ist kein Unfallschwerpunkt, so der Bürgermeister, deshalb sei es nicht zwingend notwendig. Andererseits bedeute eine Geschwindigkeitsreduzierung weniger Lärm und mehr Verkehrssicherheit. Wenn das jedoch nicht kontrolliert werde, bringe es nicht viel. Man habe zwar die Messgeräte in der Gemeinde, aber nicht das Personal, dies zu kontrollieren.
Engelsberg sei eine familienfreundliche Gemeinde und dann wäre das schon ein Zeichen für die Sicherheit von Kindern, aber auch von Senioren und anderen Verkehrsteilnehmern. Allerdings koste die Maßnahme mit der Beschilderung rund 20.000 Euro, fasste Lackner zusammen.
Die Kreisstraßen sind davon nicht betroffen, da gelte weiterhin 50 Kilometer pro Stunde. Der Dorfplatz würde eine verkehrsberuhigte Zone sein, vom Maibaum bis vor der Schule.
Hans Bauer (UBL) fand, dass 30er-Zonen auf allen Gemeindestraßen herrschen sollten. Auch Franz Gsinn (Freie Wähler) schloss sich dem an. Günter Abel (UBL) lobte die Lösung vor der Schule. Sepp Göbl (FW) meinte, dass man Vertrauen in die Bürger haben sollte und „freiwillig 30“ machen solle. Kontrollen lehnte er ab, außerdem würde man sich die 20.000 Euro für die Maßnahme sparen.
Alexandra Schindler (UBL) sagte, dass den Messungen zufolge nur in der Kraiburger- und Trostberger Straße, also den Durchgangsstraßen, zu schnell gefahren werde, in den anderen Straßen halten sich die Fahrer ohnehin an die Regeln, deshalb sei auch sie dagegen. Katja Neudecker (UBL) war der Meinung, falls man 30 einführe, müsse man auch kontrollieren.
Karl Scheitzeneder (FW) meinte, er verstehe den Wunsch, doch man sollte „Vertrauen in unsere Bürger“ haben, deshalb sei er gegen eine Einführung der 30er-Zonen. Es gebe noch mehr Bürokratie, Schilder und Kosten, das müsse man nicht machen, nur weil es sich gut anhört.
Günther Abel fragte sich, „warum tun wir uns so schwer damit“? Allein das Beispiel, um wieviel länger der Bremsweg zwischen der Geschwindigkeit 30 und 50 ist, müsste doch ausreichen. Auf der Kreisstraße fahren über 50 Prozent zu schnell, da gehöre kontrolliert.
Auch Stefan Freutsmiedl (UBL) schloss sich dieser Meinung an, auch weil es oft unübersichtlich sei im Ort. Er sei auch für eine Kontrolle. Martin Reichtalhammer (UBL) meinte, er sei kein Freund von Reglementierungen. „Wir haben hier einen Fleckerlteppich und jetzt die Chance, das zu richten“. Er tendiere zu den 30er-Zonen. Mario Lippacher (UBL) berichtete, dass er es öfter sehe, wie gefährlich es sein kann, weil 50 im Ort sei zu schnell.
Andreas Bichler (FW) sagte, er sei unvoreingenommen, weil er außerhalb wohne. Er berief sich auf die Messungen und die Ergebnisse auf verschiedenen Straßen. Er sehe den Ort Eiting als problematisch und die Durchgangsstraße als „Brennpunkt“.
Franz Gsinn machte den Vorschlag, es nach Südtiroler Vorbild zu machen: Wenn ein Fahrzeug bei der Messung zu schnell sei, schalte kurz darauf eine Ampel auf Rot. Lackner versprach, beim Landratsamt nachzufragen, ob so etwas möglich sei. Auch Sepp Burggraf (UBL) sagte, er sei wegen der Sicherheit dafür.
Damit kam man zur Abstimmung, die 9:5 ausging. Damit werden Engelsberg, Eiting und Offenham 30er-Zonen.