Mühldorf/Waldkraiburg – Spätestens seit dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt am 20. Dezember 2024 mit sechs getöteten und über 300 verletzten Personen werden auch im Landkreis Mühldorf Großveranstaltungen wie Volksfeste und Faschingszüge durch bauliche Maßnahmen und Betonpoller geschützt.
Besucher sollen
sich sicher fühlen
Auch bei den Christkindlmärkten setzen die Städte Mühldorf und Waldkraiburg mit Absperrungen und Zufahrtsbeschränkungen auf größtmögliche Sicherheit für die Besucher. Die Eröffnung dieser bei den Bürgern so beliebten Traditionsmärkte steht kurz bevor. Die OVB-Heimatzeitungen wollten wissen, was für die Sicherheit der Marktbesucher und der Standbetreiber getan wird.
Von 4. bis 7. Dezember lädt der Innenhof am Haus der Kultur in Waldkraiburg wieder zum Advent in der Stadt ein. „Die Stadt schreibt das Sicherheitskonzept für den Christkindlmarkt, wie auch bei allen anderen Großveranstaltungen in Waldkraiburg, grundsätzlich jährlich fort“, teilt Pressesprecherin Johanna Spirkl auf Nachfrage mit.
Besucher sollen Märkte
unbeschwert genießen
Zu den genauen Maßnahmen hält sich die Stadt aber bedeckt. „Das Sicherheitskonzept wurde optimiert und an die örtlichen Gegebenheiten in Abstimmung mit der Polizei angepasst. Ein Sicherheitsdienst wird während der Veranstaltung vor Ort sein.“ Eine Videoüberwachung des Marktes wird es nicht geben. „Der Besucher wird durch die Anstrengungen der Stadt beim Besuch und Aufenthalt am Advent in der Stadt nicht beeinträchtigt“, verspricht Spirkl und wünscht im Namen der Verantwortlichen „schöne Stunden in einer weihnachtlichen und sicheren Umgebung auf dem Advent in der Stadt“.
Die Kreisstadt Mühldorf lädt heuer vom 27. bis 30. November zum alljährlichen Christkindlmarkt am Haberkasten und vom 4. bis 21. Dezember zur zweiten Altstadtweihnacht am Stadtplatz ein. „Die Menschen können unbeschwert die Adventszeit in Mühldorf genießen und sich auf unseren Veranstaltungen sicher fühlen“, kündigt Bürgermeister Michael Hetzl in einer Pressemitteilung der Stadt an. Der Anschlag von Magdeburg habe auch in Mühldorf unmittelbare Auswirkungen auf das Sicherheitskonzept gehabt. „Alle Beteiligten tun alles dafür, liebgewonnene Großevents beibehalten zu können“, so Hetzl. Eine schnelle Anpassung der Sicherheitsanforderungen für Großveranstaltungen in Mühldorf sei unumgänglich gewesen, zumal die Stadt hier eigenverantwortlich im Rahmen des kommunalen Selbstverwaltungsrechts handeln muss.
„Wir arbeiten seither noch mehr und weiter beständig an der Perfektionierung unserer Sicherheitskonzepte – immer im Austausch mit den unersetzlichen Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz und anderen“, betont Stadtsprecher Werner Kurzlechner. Parallel dazu habe die Stadt kräftig investiert in bauliche Absperr- und Pollerlösungen, die Mobilität und Flexibilität mit der nötigen Robustheit kombinierten, so der Sprecher: „Das waren nachhaltige Investitionen, die wir im Hinblick auf die Vielzahl unserer Veranstaltungen getätigt haben. Insofern sind wir grundsätzlich in Bezug auf die Sicherheitsanforderungen für unsere Veranstaltungen sehr gut aufgestellt. Optimierungen und Aktualisierungen erfolgen immer aufs Neue mit der Polizei und anderen Einsatzkräften.“ Konkrete Einzelheiten zu den Maßnahmen will die Stadt nicht öffentlich machen.
Auch in diesem Jahr sollen bei Christkindlmarkt und Altstadtweihnacht die für die Sicherheit nötigen Absperrmaßnahmen umgesetzt werden, teilweise werde Security im Einsatz sein. Eine Videoüberwachung der Plätze, wie vom Volksfest bekannt, wird es nicht geben. Der traditionelle Mühldorfer Christkindlmarkt rund um den Haberkasten spielt sich in einem Bereich abseits der zentralen Durchfahrtswege ab, dafür werden Fragnergasse und Tuchmacherstraße sowie der Kirchenplatz gesperrt. Für die Altstadtweihnacht, die zentral auf dem Stadtplatz stattfindet, wird der Bereich gegenüber dem Rathaus abgesperrt, die Zufahrt auf den Stadtplatz aber weiter möglich sein. Es fallen dafür nur einige Parkplätze weg.
Was bekommt
der Besucher mit?
Was wird der Besucher mitbekommen von den Anstrengungen der Stadt rund um die Sicherheit? Kurzlechner: „Hoffentlich so wenig wie möglich. Sie sollen sich auf Weihnachten einstimmen können und unsere Veranstaltungen genießen.“