Flossing/Pürten – Der Radfahrerverein Pürten hat einen „Göd“ für seine 125-Jahr-Feier gefunden. Für das Jubiläum steht der befreundete Bruderverein aus Flossing als Pate zur Verfügung. Allerdings mussten die Pürtener Radler beim Patenbitten im Gasthaus Löw in Frauendorf viel Überzeugungsarbeit leisten.
Flossings Moderator Florian Lohr wunderte sich bei der Begrüßung zum Heimatabend, dass dieses Mal so viele neue Gesichter erschienen sind: „Ihr wollt wahrscheinlich alle neue Mitglieder werden oder warum seid ihr sonst da?“ Radler-Vorsitzender Markus Meier aus Flossing stellte die ganze Vorstandschaft vor und alle freuten sich auf einen geselligen Abend, zu dem das Musiker-Duo „Schoin-Kini“ zünftig aufspielte.
Dann kam Pürtens „Bittsteller“ Done Brunnhuber auf die Bühne und brachte sein Anliegen vor: „Mia san ma heid do, vom Radlerverein Pürten und do dat ma um an Geed eich bitten“.
Nachdem der Done Flossings Führungsteam – allen voran deren „jungfräulichen Vorstand“ – auf die Schippe nahm, endete er mit der Bitte: „Lassts uns ned allein und machts bittschen unseren Patenverein!“ Als Patenbraut stellte er dann in Gedichtform das „kleine zierliche Wunder Yasmin“ – alias Sebastian Roß – vor. Mit diesem „Madl“ waren die Flossinger jedoch nicht einverstanden und begrüßten mit großem Hallo die „richtige Patenbraut“ Julia Holzner. Zäh zogen sich die Verhandlungen ob der Patenübernahme trotzdem noch ein paar Stunden im voll besetzten Saal hin. Denn die Flossinger stellten hohe Anforderungen und hatten für jede Ablehnung verschiedene „Spielchen“ vorbereitet. Dabei musste sich die ganze Zeit ein Pürtener auf dem Hometrainer abstrampeln. Zu den Aufgaben zählte das schnelle Sammeln von BMW-Autoschlüsseln gegenüber von linken Schuhen der Flossinger oder die Montage eines Fahrradschlauches wie auch das Erraten von drei verschiedenen Biersorten.
Bei den „sechs einfachen“ ging es um Quizfragen über Flossing und Pürten. Um das „obligatorische Bittscheitl“ kamen die Pürtener trotzdem nicht herum und so mussten einige Honoratioren – darunter auch Pater Walter Kirchmann – die Gulaschsuppe mit „angenehmer Schärfe“ auslöffeln. Im Knien gab es als Nachtisch noch einen „gut gewürzten Spezialkuchen“, der blind verzehrt werden musste. Nach diesem Procedere hatte man sich auf zwei Mass Bier und Weißwürste pro Person am Festsonntag geeinigt und so sagten die Flossinger die Patenschaft zu. Das wurde mit den Unterschriften der Vorsitzenden besiegelt.
Unter großem Applaus stellten die Flossinger Helena Langlinder als ihre Patenbraut vor und die Pürtener holten als ihre Festbraut Katharina Schmidinger auf die Bühne. Zur Erinnerung gab es noch ein „graviertes Scheitl“ für die Pürtener. Flossings Vorsitzender Markus Meier zapfte gekonnt das Fass Freibier an und die Honoratioren stießen noch auf die Patenschaft sowie ein schönes Radlerfest an, das Jahr vom 3. bis 8. Juni 2026 stattfindet.