Waldkraiburg – Zahlreiche Neugierige hatten sich im Bistro Cult eingefunden, wurde doch das neue Heft von „Unser Waldkraiburg“ präsentiert. Es hat sich herumgesprochen, dass auf den 94 Seiten wieder ganz spezielle, meist immer noch aktuelle Themen zu Papier gebracht worden waren.
Einige der Anwesenden waren dabei, als Stadtarchivar Konrad Kern am 8. Juni 2024 nach Nordböhmen aufgebrochen war. Und über die Partnerschaft, die weiterhin von beiden Seiten gepflegt wird, handelt sein Beitrag „Nordböhmen und Waldkraiburg: Kontakte, Besuche, Ausstellungen“. So waren beispielsweise Archivar Michal Radl und auch Dr. Renata Mauserova in diesem Jahr zu Vorträgen in Waldkraiburg und Kern selbst erst am 18. September wieder in Nordböhmen.
Mühevolle Recherchen, die
sich aber gelohnt haben
„Dort wird unsere Hubert-Rösler-Ausstellung im September 2026 im Schloss Hirschberg gezeigt“, so der Archivar. Auch das zweite Thema „Arbeiterwohlfahrt in Waldkraiburg – Der Ortsverein und seine Einrichtungen von 1953 bis heute“ hatte mit Bernd Wegmann den richtigen Autor gefunden. Er hatte mit mühevollen Recherchen, beispielsweise im Keller des Awo-Seniorenheims, einen Einblick in die Arbeit seit 1945 gewonnen. Dabei stieß er auf prägende Persönlichkeiten wie Franz Hüller, Willibald Köhler oder Gerti Sattler. In der Riesengebirgsstraße stand bereits Anfang der 60er-Jahre das Awo-Altenheim und nicht mehr wegzudenken ist auch das Awo-Projektehaus in der Emil-Lode-Straße, alles frei nach dem Motto „AWO heißt Mensch sein, heißt helfen“.
Eine wahre Erfolgsgeschichte hatte sich Museumsleiterin Elke Keiper vorgenommen, die unter dem Titel „Autonomie, Freiheit und Verantwortung: Geschichte des Jugendzentrums G12 im VfL“ im neuen Heft zu finden ist. „Man ist damit nahe an der Aktualität, denn erst 1985 hat es seine Pforten geschlossen und junge Leute haben es 1998 umgebaut“, so Keiper.
Eine Gruppe „alter G12-ler“ war im Bistro Cult sogar anwesend und konnte nur beipflichten, dass Peter Schmidt Hauptinitiator im VfL gewesen war und die endgültige Richtung vorgegeben hatte. „Es besteht auch die Absicht, die Zeitzeugengespräche zu verfilmen“, beendete die Museumsleiterin ihre Ausführungen.
Kreisheimatpflege erfasst
regionale Volkskultur
„Als vor 25 Jahren die Kreisheimatpflege initiiert wurde, war damit praktisch vorgegeben, dass Spuren regionaler Volkskultur erfasst werden sollten“, so Dr. Reinhard Baumgartner zu Beginn seines Einblicks in den Beitrag „Klaus Ertelt und der Waldkraiburger Dreigesang“. Die Stadt habe dazu eine faszinierende Vielfalt geboten und so sei er auf Ertelt, den Vollblutmusiker und hervorragenden Pädagogen, gestoßen.
Zusammen mit Leuten aus dem Kirchenchor war er, der Schlesier, von Wastl Fanderls Musik infiziert worden, habe beim zehnjährigen Stadtjubiläum mit der Münchnerin Katharina, seiner späteren Frau, und Anni Distler die „Waldkraiburger Nachtigallen“ gegründet. „Das waren damals regelrechte Shootingstars, die beispielsweise 14 Aufnahmen beim Bayerischen Rundfunk gemacht haben“, beendete Dr. Baumgartner seine Lobrede auf Klaus Ertelt.
Gekonnt musikalisch umrahmt hatten die Veranstaltung Maria Wachter mit ihrem Cello und Harfenistin Sophie Langwieder von den InnSaiten.