Ein Ausdruck von Freiheit und Vielfalt

von Redaktion

Ausstellung des Kunstvereins Inn-Salzach – Hinter jedem Werk stehen Gefühle, Mut, Kampf und Zweifel

Waldkraiburg – „Sie machen Gedanken und Sichtweisen der Kunstschaffenden recht deutlich und prägen damit den rührigen Verein.“ Das sagte Zweiter Bürgermeister Anton Kindermann bei der Eröffnung der Jahresausstellung des Kunstvereins Inn-Salzach im Haus der Kultur. Er meinte, er sei überrascht von der bunten Vielfalt der 47 Werke, die von den 28 Künstlern geschaffen wurden.

Damit traf er genau die Intention der Vorsitzenden Gabi Röpke, die in ihrer Einführung die Besucher spontan aufforderte, hinzuschauen, nachzudenken und sich berühren zu lassen: „Waren es im März die ‚Traumwelten‘, die ins Reich des Unbewussten entführten, spiegelten im September ‚Körperformen‘ Identität und Selbstwahrnehmung wider. Heute erleben wir den künstlerischen Höhepunkt und Abschluss des Jahres.“ Ihr Dank galt der Stadt für die Räume, die der Kunst ihren Platz geben, dem Personal und der Haustechnik mit ihrem Sachverstand, vor allem aber ihren „Mädels“ von der Vorstands- crew, die beim Planen und Organisieren halfen und „alle Geduld brauchten, weil die Vorsitzende immer wieder neu arrangieren wollte!“

„Diese Werke füllen nicht nur Räume, sie zeigen unser Selbstverständnis mit dem Leben. Kunst muss bunt sein, immer laut oder leise, vorsichtig oder provokant, klar oder abstrakt“, so Röpke. Gerade die Malerei werde vielfach als Hobby angesehen, dem Hausfrauen und Rentner frönen.

Doch als Künstler befinde man sich stets im Gespräch zwischen Seele und Welt. „Unsere Werke sind nicht nur Farbe auf Leinwand, sondern oft das, was bleibt, wenn Worte versagen, Ausdruck von Freiheit und damit die Sprache gegen politische Veranstaltungen einer Partei, die im Moment vor unserem Haus der Kultur stattfindet“, so Gabi Röpke. „Unsere Sprache ist die, welche Diversität als Stärke versteht. Der Kunstverein lebt die Vielfalt.“ Die Kunstschaffenden seien Menschen, die nicht funktionieren, wenn sie sagen sollen, was alle sagen, wenn sie sich dafür entschuldigen müssen, dass sie bunt sind. „Oft wird auf einer Leinwand auch nur der Mensch geheilt, der sie bemalt. Was für ein Glück für ihn“, so Gabi Röpke. Gerade in der heutigen Zeit sei ein Ort wichtig, wo auf Fragen nicht sofort eine Antwort geliefert werden muss. Hinter jedem dieser Werke würden Gefühle, Mut, Kampf, Zweifel und oft dann auch ein Aufatmen stehen.

Einen Blick warf die Vorsitzende auf einige sogenannte „Fun-Facts 2025“ im Bereich der Kunst. So nannte sie beispielsweise Kreativität mit einem robotierenden Malarm oder eine Qualitätsanalyse von Bildern durch Wissenschaftler, den Neo-Expressionismus mit stark Figurativem und schließlich auch einem Trend, bei dem Rituale und Spiritualität im Mittelpunkt stehen. „Bleiben wir demgegenüber bei unserem Leitgedanken: Ich bin ein Ausdruck von Freiheit und Vielfalt“, schloss die Vorsitzende ihre Ausführungen. Beim Betrachten der ausgestellten Werke mit einem Gläschen Wein und leckeren Happen, von den Künstlerinnen zubereitet, setzte ein reger Gedankenaustausch ein. So erfuhr man von Jo Riedl und seinem Bild etwas von „Asadoy yunta“, einem japanischen Ausdruckstanz, bestaunte Rica Zimmermanns zarte „Figur mit Fernrohr“ aus Papier und Pappe oder konnte lernen, wie Mischtechnik mit Dot-Painting funktioniert.

Auf dem Waldkraiburger Christkindlmarkt wird es ein Kunst-Kauf-Haus in der Studiogalerie geben, in dem man Kunst in einem anderen Kontext erleben kann. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Hauses der Kultur geöffnet.

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