Ein kleiner Schmelztiegel vieler Nationen?

von Redaktion

Unter den 1378 Einwohnern Egglkofens sind 104 Bürger aus 36 verschiedenen Nationen

Egglkofen – Gut besucht war die Bürgerversammlung im Saal des Gasthofs Schober wie in jedem Jahr. Bürgermeister Johann Ziegleder begann statistisch. Die Einwohnerzahl war 2025 durch gleichviele Zu- und Wegzüge stabil geblieben, Elf Sterbefällen standen zwölf Geburten gegenüber, gab Bürgermeister Johann Ziegleder zu Beginn der Versammlung bekannt. Die Herkunft der Einwohner reicht von Fernost (Thailand) über ganz Europa bis zur Westseite des Doppelkontinents Amerika.

Die Kassenstände zum 1. November bei den Banken betrugen rund 288.000 Euro, und die Schulden habe die Gemeinde weiterhin um rund 44.000 Euro tilgen können. Allerdings kündigte der Bürgermeister an, dass man nach zehn Jahren ohne Neuverschuldung, doch Kredite werde aufnehmen müssen.

Zunächst stellte er die Einnahmen der Gemeinde aus Steuern, Gebühren und Schlüsselzuweisungen vor, die durch die Umlagen an Kreis und Verwaltungsgemeinschaft sehr verringert werden. Für den Ausbau und Erhalt gemeindlicher Anlagen und Einrichtungen erhält die Gemeinde zwar Zuschüsse von Bund und Land, aber eben nicht in voller Höhe.

Der Unterhalt von Feuerwehr, Schule, Kinderland, Bauhof und Waldkindergarten sind laufende Kosten, der Erwerb von Grundstücken, auch für Straßengrund und für Rad- und Fußwege, belastete das Gemeindesäckel mit über einer viertel Million Euro. Die Baumaßnahmen in Kindergärten, für Breitbandausbau (Beratungen), ehemaliges Forsthaus, naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen, Wasserleitungsnotverbund Piesenkofen, Wasserleitungsumverlegungen und Kanalbau allgemein belasten das Gemeindesäckl mit über 70.000 Euro.

Besondere Aufgaben stehen an am Zellerweg, im Gewerbegebiet, bei der finanziellen Beteiligung am Neubau der Neumarkter Kläranlage, bei der Sanierung der Mehrzweckhalle und beim Erhalt des Forsthauses. Überall sah Ziegleder in der nächsten Zeit hohe finanzielle Belastungen auf die Gemeinde zukommen.

Die momentane Euphorie bei den Windkrafträdern in der Umgebung und bei den Bürgern sah Ziegleder mit Skepsis. Er empfahl, nichts zu überstürzen, denn die Kosten von rund zehn Millionen Euro können meist nur mit Schulden erbracht werden und das würde eine Amortisation lange hinauszögern. Die Hilfskraft der Gemeinde und auch vom Landkreis sah er da schnell überfordert.

Den Einsatz von Fernwärme, eventuell im Bauhof und in der Gartenstraße, sah er recht positiv, doch wolle er noch Meinungen und Berechnungen in Sachen Rentabilität abwarten.

Im Bezug auf die Neumarkter Kläranlage ist er verärgert. Er glaubt, dass durch jahrelange Versäumnisse der Stadt die Egglkofener Kanalgebühren sich verdoppeln könnten.

Die Wohnbebauung sei rasch vorangeschritten, für die letzten beiden Grundstücke gäbe es schon Interessenten. Er möchte aber für Einheimische Grundstücke bereitstellen können, weshalb man sich nach neuem Bauland umschauen müsse.

Den geplanten Neubau der B15 und einer Umgehungsstraße sah er in weite Ferne gerückt. Die jetzt geplante Umgehung sei „Quatsch“.

Auf Anfragen gab der Bürgermeister erschöpfend Auskunft über den Glasfaserausbau, den er im Jahr 2026 vollendet sehen will. Im renovierten Forsthaus könnte er sich einen Museumsraum für Egglkofen vorstellen sowie ein Repräsentationszimmer für Vereine und die Gemeinde. Ein Fahrradeinstellplatz am Bahnhof scheitert momentan an Vorstellungen des Grundbesitzers, die er nicht teile.

Abschließend ehrte der Bürgermeister vor der Versammlung eine erfolgreiche Bürgerin seiner Gemeinde. Franziska Steinberger, die bei Firma ODU in Mühldorf den Beruf Industriekauffrau lernte, bestand die Abschlussprüfung an der Berufsschule Mühldorf mit einem Gesamtdurchschnitt von 1,3. Der Bürgermeister gratulierte ihr unter dem Beifall der Versammlung und überreichte ein Geschenk.

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