Texte mit Witz, Pfiff und Tiefgang

von Redaktion

Gelungener Dorfabend mit Gstanzl, Sketchen und Musik – Geschehen rund um Schwindegg beleuchtet

Schwindegg – Auf ging’s zum Dorfabend, schließlich ist es schon zwei Jahre her, dass so ein Abend stattfand. Vor vollem Haus spielte die Musikkapelle Schwindegg zum Auftakt und erfreute das Publikum zwischen den Beiträgen mit ihrer Musik. Walzer, Polka, Marsch brachten den richtigen Schwung in die Bahnhofsgaststätte, zwischen Sketchen, Gstanzln und Gesängen.

Durch den Abend führte Karl-Michael Dürner, der Vorsitzende des Kulturvereins. Er trug auch gleich mit Hanse Marks Gstanzln vor und nahm dabei Pfarrer Thomas Barenth humorvoll unter die Lupe. Dessen Talent zu besonderen Festreden, wie bei der Feuerwehr, mit Helm auf dem Kopf, bringe die Leute in die Kirche.

Vereine brachten
sich ebenfalls mit ein

Neben dem Kulturverein trugen verschiedene Vereine zur Unterhaltung bei. Die Feuerwehr löschte bühnenwirksam einen Essensbrand, bei dem ein Würstl Suizid verübt hatte. Die Goldaria-Schützen hatten mehrere Szenen vorbereitet. „Im Wirtshaus“ zeigte einen jungen Mann beim romantischen Treffen in selbigem, wobei sich zufällig auch die Eltern, die Spezln und die Tante nach und nach dort einfanden. Unvergessen dürfte auch die Ausstattung mit überdimensionierten Masskrügen in einem weiteren Sketch bleiben. Eine schöne Einlage des Kirchenchors Schwindegg/Obertaufkirchen folgte, wenn auch die Harmonie durch die Namensnennung etwas gestört wurde und der Name „Kirchenchor Obertaufkirchen/Schwindegg“ sich als Gag durch den Abend zog. Erika Lentner und Karl-Michael Dürner wandten sich in „Die Bestellung“ gegen Datenklau und Datenmissbrauch. Sie skizzierten einen Kunden, der schon beim Pizzabestellen durchleuchtet wird.

Viel Fantasie verband Karl-Michael Dürner beim Schreiben all seiner Texte mit Kritik, Witz, Pfiff und Tiefgang. Zwei Jahre lang sammelte er Begebenheiten aus Schwindegg und Umgebung. In Anlehnung an Schillers Gedicht von der Glocke schrieb er „Das Lied von der Glocke“ um, auf die Melodie der „Capri-Fischer“, sodass im Refrain alle mitsingen konnten.

Die Pause gestalteten die Stockhaisl-Musikanten, die mit dem „Böhmerwald-Lied“ überleiteten, und wieder konnten alle mitsingen und mitschaukeln. Viele Lacher gab es beim Sketch „Das Dr. Dürnerlüngerl“. Beim Treffen der Gewerbetreibenden in Schwindegg – die Betreiberin einer Pizzeria, ein Bäcker, eine Pressedame, ein Blumenhändler und ein Verkäufer von Sanitätsfachwaren, besser bekannt als Postler – berieten sie über die Verwendung des „Markennamens“ Dr. Dürner unter der Leitung des Zweiten Bürgermeisters. Die Beratung, mit kleinen Spitzen gegeneinander, gipfelte in den Vorschlägen: „Dr. Dürner-Doppelte“ beim Bäcker und „Dr. Dürner-Dagliatelle“ in der Pizzeria. Auch die Autorin dieser Zeilen kam beim Derblecken nicht ungeschoren davon – immerhin mit dunklen, langen Haaren, davon viele, und mit perfektem Bayrisch.

Bürgermeister
ordentlich derbleckt

In der Königsdisziplin, den Bürgermeister aufs Korn zu nehmen, blickten die Gstanzlsinger mit Karl-Michael Dürner zurück auf die vergangenen sechs Jahre der Amtszeit. „Straßenbau, wohin ich grad schau, aber alles ist gesperrt“, war das aktuellste Beispiel und mündete lustig übertrieben und leicht sentimental im umgetexteten „Schon der Gedanke, dass ich dich einmal verlieren könnt“, bezogen auf den Bürgermeisterposten.

Bürgermeister Roland Kamhuber nahm es sportlich und bedankte sich bei Karl-Michael Dürner und den Mitwirkenden. „Du kannst etwas, das nicht mehr viele können“, sagte er an Karl-Michael Dürner gewandt. Er nahm auch Bezug auf den Witz des Abends, den Namen des Kirchenchors. „Der Stachel mit dem Namen der Autobahnauffahrt sitzt tief“, erkannte Kamhuber.

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