Können und Vielseitigkeit bewiesen

von Redaktion

Jahresabschlusskonzert des Musikvereins Aschau mit Ehrungen langjähriger Mitglieder

Aschau – Bei ihrem Jahresabschlusskonzert in der Gemeindehalle stellte der Musikverein Aschau wieder sein Können und seine Vielseitigkeit unter Beweis. Mit der Jugendkapelle und der Blaskapelle feilte Dirigent Alexander Terre an Rhythmus und Ausdruck bis zur Perfektion. Die zahlreichen Besucher bekräftigten das mit großem Applaus und forderten mehrfach Zugaben. Für einen kurzweiligen Abend taten auch die humorvollen und fachkundigen Ansagen von Katrin Hoffmann das Ihrige.

Mal gefühlvoll und mal
mit dem nötigen Schwung

Die Jugendkapelle eröffnete den musikalischen Abend mit dem schwungvollen „Wolpertinger Marsch“ von Josef Lang und der Polka „Musik ist ihr Leben“, komponiert von Michael Kuhn. Bei den Stücken „Verträumtes Blech“ und „Sweet Memory“ bespielten die Solisten Lukas Wimmer das Flügelhorn, Benedikt Göschl den Bariton und Benedikt Hintereder die Posaune mal gefühlvoll, dann wieder mit dem nötigen Schwung und voller Emotionen. „Da gehört schon etwas dazu, ein Solo vor so vielen Zuschauern zu spielen“, merkte Bezirksjugendleiter Wolfgang Joschko an. „Sie haben relativ gelassen gespielt, aber trotzdem sehr professionell.“

Den guten Leistungsstand zeigten die Prüfungen beim Musikbezirk Inn-Salzach. Diese bestanden in der Kategorie D1 Bronze Ulrich Gottwald mit der Posaune und Aurelia Hajek mit der Querflöte. Die Kategorie D2 Silber schloss Johanna Fleischer mit der Querflöte erfolgreich ab. Noah Heilmannseder absolvierte mit der Tuba alle drei Abzeichen und erhielt D3 Gold.

Einen vorzüglichen Einstieg in den zweiten Teil hatte die Blaskapelle mit dem Stück „Von guten Mächten“. Dieses sakrale Arrangement von Martin Scharnagl entstand anlässlich eines gemeinsamen Gottesdienstes auf dem „Woodstock der Blasmusik 2019“ und geht unter die Haut. Andere Herausforderungen hat die „Symphony No. 40 in G Minor“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Stephen Bulla arbeitete trefflich die Charaktere der Musik Mozarts heraus, die Alexander Terre mit seinem Ensemble beeindruckend umsetzte.

Mit dem flotten Marsch „Blas‘ Musik in die Welt“, arrangiert von Martin und Stephan Hutter, und „An der schönen blauen Donau“, umgesetzt von Uwe Krause-Lehnitz, regte die Kapelle beschwingt zum Schunkeln an. Der konzertante Walzer ist zwar ein Genuss zum Zuhören, aber schwer zu bespielen. Nach dem fehlerfreien Stück merkte man den Musikern die Erleichterung sichtlich an.

Die „Salzburger Nockerl“ sind nicht nur eine Süßspeise. Sepp Leitinger hat mit diesem Titel eine böhmische und mährische Polka komponiert, die zwar nicht den Gaumen, dafür aber die Ohren verwöhnen. Die ganze Bandbreite der Saxofone – von sanft und träumerisch bis kraftvoll – zeigte Fred Waldmann mit seinem Solostück „Saxofone Dreams“. Bei dem konnte das Saxofon-Register um „Captain“ Max Ballhuber mit Veronika Oberloher, Leonhard Holzhammer und Emelie Duschek ihr ganzes Können ausspielen.

Im Genre Konzert-Rock komponierte James L. Hosay ein Solo für zwei Flöten. In dem Titel „Got it? Flaut it!“ kommen Elisabeth Pascoe und Johanna Fleischer mit ihren Querflöten nicht, wie man vermuten würde, ruhig und zart daher, sondern eher wild und funkig, ja schon fast rockig. Mancher wurde an die Band Jethro Tull erinnert.

In lateinamerikanischem Rhythmus arrangierte Yannik Helm den Reinhard-Mey-Hit „Über den Wolken“, das mit vielen überraschenden Momenten gespickt ist. „Mit dieser Größe, der ausgewogenen Zusammenstellung und Qualität des Orchesters sind die Aschauer schon ein Highlight im Bezirk“, stellte Joschko fest.

Langjährigen aktiven Musikern verlieh Wolfgang Joschko vom Musikbund von Ober- und Niederbayern Ehrennadeln und Urkunden, unterstützt vom Vorsitzenden Wolfgang Duschek und Bürgermeister Christian Weyrich. Die Ehrennadel in Silber für 25 Jahre erhielt Susanne Stadler. Für 50 Jahre wurden Leonhard Holzhammer und Werner Maier in Gold geehrt. Seit 70 Jahren ist Hans-Jürgen Henke ein aktiver Musiker. „Hans ist Gründungsmitglied beim Musikverein Aschau“, unterstrich Wolfgang Duschek, „und es ist uns eine Ehre, mit ihm zu musizieren.“ Hans Henke ist eines der aktivsten Mitglieder, war Dirigent im Verein und im Bezirk, jahrelang im Verwaltungsrat und zeigt uns, dass Musizieren jung hält, so Duschek weiter.

Publikum forderte
mehrere Zugaben

Mit dem Swing „Introduction to a Polka“ von Stefan Schwalgin, der eigentlich eine Polka werden sollte, beabsichtigte die Blaskapelle, den Abend zu beschließen. Doch das Publikum forderte gleich mehrere Zugaben.

Dem gaben die Musiker mit „Traumgefühle“, einer Polka von Matthias Rauch, gerne nach. Als krönenden Abschluss mussten sie ohne Dirigenten auskommen, denn Alexander Terre trompetete zum wiederholt „letzten Mal“ eindrucksvoll ein Solo bei dem Stück „Nothing’s Gonna Change My Love for You“ von Michael Masser und Gerry Goffin.

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