Neumarkt-St. Veit – Es wird schon fleißig geschrieben, arrangiert und gedreht: Vom 29. bis 31. Januar 2026 werden die Wadlbeißer wieder viele Themen aufgreifen, die in der Rottstadt die Leute bewegen.
Die Politik kommt da natürlich vor der Kommunalwahl nicht zu kurz. Zumal sich 2026 die spannende Frage stellt: Wer wird der Nachfolger von Erwin Baumgartner? Was die Hobby-Kabarettisten der Rottalia sonst noch alles in den Fokus rücken, verraten sie im aktuellen Interview. Oder doch nicht?
Erstmal: Narri-Narri! Nächstes Jahr gibt es wieder die Wadlbeißer. Seid ihr schon aufgeregt?
Hilde Heimerl: Nein, haben ja schon einige Veranstaltungen durchgeführt, die alten Hasen bei den Wadlbeißern bleiben cool.
Caro Boxhammer: Frisch Dazugekommene leiden unter leichter Nervosität, bei Begegnungen mit potenziellen Opfern. Manche singen oder sprechen im Schlaf auch schon ihre Texte durch.
Ach, haben denn die Proben tatsächlich schon begonnen? Seid wann schreiben sich denn die Autoren bereits die Finger wund?
Christina Spirkl: Stoff wird das ganze Jahr über gesammelt, es gibt immer wieder Bemerkenswertes, auch wenn dies nicht in der Zeitung zu lesen ist.
Boxhammer: Aktuell warten wir noch auf die Entwicklungen in der Kommunalpolitik. Nicht, dass einer unserer Kandidaten zu kurz kommt. Die Proben beginnen nach den Weihnachtsfeiertagen.
Wer ist denn der zentrale Kopf der Wadlbeißer? Wer ist neu im Team? Wer hat sich verabschiedet?
Boxhammer: Alle arbeiten in einem Team, Hand in Hand.
Spirkl: Ein Teamwork-Schädelverbund sozusagen. Neu im Team sind wie in der Vorstandschaft einige frische Talente.
Elli Hellfeuer: Verabschiedet hat sich unser ehemaliger Präsident Hanjo Hellfeuer, der ist heuer nicht mit dabei.
Neumarkt-St. Veit vor der Kommunalwahl. Das bietet natürlich unzählige Anknüpfpunkte für ein abendfüllendes Programm, oder?
Spirkl: In den nächsten Wochen, werden die Kandidaten bekannt, dann werden wir sehen, was sie uns zu bieten haben. Aber es gibt nicht nur Politik bei den Wadlbeißern. Neumarkt und seine Bürger, sind wie ein Holzkarrer-Schnitzel, da muss man aufpassen sich nicht zu überfressen.
Wie geht man denn damit um, dass die neue Präsidentin der Rottalia eine sehr enge Verbindung zu einem der wichtigsten Politiker im Landkreis hat? Wird der Landrat deswegen besonders geschont?
Spirkl: Ach was! Wir sind Wadlbeißer – wir beißen da, wo`s spannend ist. Verschont wird niemand.
Boxhammer: Die Präsidentin ist nicht aktiv auf der Bühne, wer gute Vorlagen liefert, wird auch nicht verschont.
Was genau dürfen denn die Besucher erwarten? Worauf darf man sich denn besonders freuen?
Spirkl: Erwarten dürfen die Besucher wieder alles: Musik, Theater und Film – und ganz viele Gags, die die Bürgermeisterkandidaten leicht nervös auf dem Stuhl hin- und her rutschen lassen werden.
Die Wadlbeißer sind schon bei den vergangenen Veranstaltungen immer mit der Zeit gegangen, haben auch Filme gedreht. Haltet Ihr an diesem Konzept fest?
Elli Hellfeuer: Ja, natürlich. Der Film ist schon im Kasten.
Spirkl: Hat sich bestens bewährt, Wadlbeißer ohne Film, ist wie ein CSU-Politiker ohne Lodenjacke.
Was inspiriert Euch bei der Erstellung des Programms beziehungsweise der einzelnen Darbietungen?
Spirkl: Das Leben in Neumarkt und die Bürger Neumarkts. Da wird selbst eine kleine Begebenheit, wie ein Hundehaufen zum Bühnenthema.
Bei den Wadlbeißern wurde immer schon viel gesungen. Auch diesmal?
Natürlich wird gesungen, aber a bisserl weniger.
Welchen Einfluss haben die Wadlbeißer darauf, wie am 8. März gewählt wird?
Heimerl: Keine Beeinflussung, wir sammeln, sortieren und zeigen auf, was Neumarkt seinen Bürgern bietet. Der mündige Neumarkter weiß, wie er in demokratischer Eigenverantwortung damit umgehen darf.
Was macht denn einen guten Wadlbeißer-Gag aus?
Boxhammer: Vieles, ein guter Gag darf nicht unter der Gürtellinie sein, muss lustig sein und der Akteur sollte die Rolle in diesem Moment natürlich voll ausleben.
Kabarett überzeichnet, Satire darf alles – so heißt es zumindest immer. Wann ist aber die Grenze des guten Geschmacks erreicht. Wo setzt ihr euch selbst die Grenze des Sagbaren?
Spirkl: Die Grenze ist dann erreicht, wenns beleidigend wird. A bisserl aufziehen darf man natürlich. Das erwarten die Besucher von uns.
War denn nach dem letzten Mal jemand nachhaltig beleidigt?
Hellfeuer: Nein, ganz im Gegenteil, viele waren begeistert und haben dies durch eine Runde Schnaps für die Darsteller zum Ausdruck gebracht. Eher sind die verstimmt, die nicht dran kommen.
Wie viel Sitzfleisch müssen die Besucher mitbringen?
Spirkl: Ja, a bisserl dauert es schon, wir sind ja schließlich keine Speed-Dater. Aber bei der guten Unterhaltung, dem Essen beim Zens und guter Stimmung vergehen die Stunden wie im Flug. Vor Mitternacht wollen wir durch sein, das hängt aber auch von den Besuchern ab, wie diese mitgehen.
Was macht für euch einen gelungenen Wadlbeißer-Abend aus?
Heimerl: Der Spaß vor und hinter der Bühne. Ein Programm für alle, bei dem die Besucher ihre Sorgen vergessen konnten und den Abend genossen haben.
Interview: Josef Enzinger