Mühldorf – Seit 3. November ist der neue Wertstoffhof des Landkreises an der Marie-Curie-Straße geöffnet. Und seit dem ersten Tag wird er kritisiert. In den sozialen Medien, aber auch persönlich gegenüber Stadträten oder den OVB-Heimatzeitungen. In den sozialen Medien gab es schon wenige Tage nach dem Umzug empörte Kommentare: „Die Container stehen so eng, dass man sich beim Entsorgen fast selbst mit recycelt.“ „Wer die Idee hatte, das Grüngut direkt neben die Einfahrt zu planen, der war nie im Sommer am alten Wertstoffhof.“ „Der alte Wertstoffhof war zu klein und jetzt macht man einen noch kleineren. Wie können hier Verantwortliche sowas freigeben?“
Platzproblem und
lange Warteschlange?
Auch in der Bauausschusssitzung der Stadt kam das Thema zur Sprache. Adolf Spirkl (UM) hatte „neuer Wertstoffhof“ kaum ausgesprochen, da kam schon Gelächter aus dem Gremium. Er sagte, ihm sei zugetragen worden, dass es am neuen Standort Komplikationen gebe und dass die Schlange der Anlieferer mit ihren Autos bis zur Nordtangente reichen würde.
Bürgermeister Michael Hetzl (UM) und Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner stellten unisono klar, dass die Stadt Mühldorf damit nichts zu tun habe. „Der Wertstoffhof ist ein Landkreisthema“, so Hetzl. Grundsätzlich werbe die Stadt gegenüber den Bürgern um Geduld, Anfangsprobleme ließen sich oftmals pragmatisch lösen.
„Bislang sind Kritikpunkte nur vereinzelt von Nutzern an Landkreis, Stadt und Betreiber herangetragen worden“, stellt Patrick Schumann, Leiter des Geschäftsbereichs Kommunale Abfallwirtschaft im Landratsamt, fest. „Wir nehmen diese Rückmeldungen sehr ernst und arbeiten eng mit der Firma SMR zusammen, um den Betrieb zu optimieren und auf die Anregungen einzugehen.“
Mitarbeiter des Landratsamts hätten sich den laufenden Betrieb vor Ort angesehen: „Dabei wurden sowohl die Abläufe genau beobachtet als auch Vorschläge zur Verbesserung entwickelt und eingebracht. Ziel ist es, den Wertstoffhof noch besser auf die Bedürfnisse der Nutzer abzustimmen“, so Schumann. Mitarbeiter der Kommunalen Abfallwirtschaft und der Firma SMR hätten bereits Vorschläge zur Verbesserung des Wertstoffhofs entwickelt. Dazu SMR-Geschäftsführer Joachim Hasler: „Aus unserer Sicht sollte die erste Zeit auf dem neuen Gelände als (Lern-)Prozess verstanden werden, da bei der Planung nicht gänzlich alle Parameter des operativen Tagesablaufs berücksichtigt werden können. In der Anfangsphase des laufenden Betriebs gilt es selbstverständlich, Abläufe zu optimieren.“
Beim Besuch der OVB-Heimatzeitungen rund drei Wochen nach dem Neustart sind die ersten Verbesserungen schon angelaufen: Die Abholfrequenz für Grüngut wurde deutlich erhöht. Hasler: „Wir gehen davon aus, dass sich die Lagerbestände dadurch deutlich verringern und somit mehr Platz geschaffen werden kann.“ Samstags wird ein Mitarbeiter mit Radlader das Grüngut vom Vortag komprimieren und für ausreichend Platz zu schaffen.
Der neue Wertstoffhof ist etwa 1.000 Quadratmeter kleiner als der alte Standort an der Adolf-Kolping-Straße. Allerdings werde der neue Platz nach Angaben des Betreibers deutlich effizienter genutzt. „Zur Verbesserung des Verkehrsflusses ist geplant, eine Art ,Kreisverkehr‘ einzurichten, um das Kreuz- und Querfahren zu vermeiden“, so der Geschäftsführer. Container und Parkplätze sollen zentral platziert werden, das schaffe an den Rändern mehr Platz für die Zufahrt und Abfahrt.
Eine kürzlich am Zufahrtstor installierte Ampel soll den Verkehrsfluss auf dem Wertstoffhof besser koordinieren. Die Ampel wird von den Mitarbeitern bei Bedarf per Fernbedienung geschaltet. Ist der Platz zu überfüllt, schalten sie auf Rot. Dann heißt es warten, bis sich der Platz wieder etwas geleert hat. Zur Freude Haslers und der Mitarbeiter vor Ort läuft der Betrieb mittlerweile recht rund. In den Augen der Bürger ist die Stadt für den Mühldorfer Wertstoffhof verantwortlich, das ist aber nicht korrekt. „Die Kommunale Abfallwirtschaft des Landkreises ist als öffentlich-rechtlicher Entsorger für die Organisation von Wertstoffhöfen zuständig“, erklärt Patrick Schumann.
Firma betreibt Wertstoffhof im Auftrag der Stadt
„In der Regel betreiben die Gemeinden ihre Wertstoffhöfe selbst. Falls das nicht möglich ist, werden – wie in der Stadt Mühldorf – private Unternehmen wie die Firma SMR für den Betrieb beauftragt.“ Die Nutzung des neuen Wertstoffhofes auf dem SMR-Gelände erfolgte in enger Abstimmung mit der Stadt. Vor Ort sind die Mitarbeiter der SMR für den Betrieb zuständig. Fragen und Kritik zum Betrieb des Wertstoffhofs können Bürger direkt an die Firma SMR richten – per Telefon unter 08631/98590, per E-Mail an zentrale@ smr-muehldorf.de. Fragen zur Entsorgung oder Abfallberatung beantwortet die Kommunale Abfallwirtschaft des Landkreises unter Telefon 08631/699-744 oder per E-Mail an abfallwirtschaft@lra-mue.de.