Bei der Awo in Mühldorf gibt es keinen Stillstand

von Redaktion

Arbeiterwohlfahrt blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück – Das Angebot deckt jede Altersklasse ab – Vorsitzende Seeberger kündigt „Ruhestand“ an

Mühldorf – „Der Familienstützpunkt Mühldorf hat einen tollen, mit 10.000 Euro dotierten Preis des Bundesministeriums für Bildung und Familie gewonnen (wir berichteten). Das zeigt, was die Awo und das Haus der Begegnung leisten“, sagte Bürgermeister Michael Hetzl bei der Jahreshauptversammlung der Awo im Haus der Begegnung.

Die Stadt Mühldorf habe über zwei Millionen Euro in neue Räume der Arbeiterwohlfahrt in der Mariä-Himmelfahrt-Straße investiert, wo nun der neue Hort im Norden der Stadt betrieben werde. Dort gebe es auch noch freie Plätze.

In ihrem Grußwort sagte die Awo-Kreisvorsitzende Angelika Kölbl: „Die Awo und das Haus der Begegnung haben einen guten Ruf, jedermann lächelt, wenn er diese Namen hört. Ich danke Euch allen hier, denn Ihr seid der Motor dafür.“

Klara Maria Seeberger, ihres Zeichens Erste Vorsitzende der Awo, berichtete, „der Ortsverband hat zurzeit 80 Mitglieder. Wir haben vier Vorstandssitzungen abgehalten und zahlreiche Arbeitstreffen durchgeführt. Unsere Losbude am Volksfest hat hervorragend geklappt. Der Frühschoppen für alle ehrenamtlichen Helfer war am 25. Oktober mit 50 Helfern gut besucht. Als Dank für die geleistete Arbeit gab es auch ein Mitarbeiteressen“.

Anika Stiller, Leiterin des Kinderhorts, stellte in einer Powerpoint-Präsentation Highlights ihrer Einrichtung vor: „Sehr wichtig ist uns die Demokratiebildung, wir haben einen Kinderrat. Das ist ein Sprachrohr der Kinder zu Eltern und Erziehern. Und wir führen Kinderkonferenzen durch.“

Aktuell zur Landtagswahl im März habe jedes Kind ein „Wahlvideo“ erstellt, in dem es seine Wünsche äußern konnte. Zudem habe sich der Hort auch am bundesweiten Vorlesetag beteiligt.

„Bei der Christbaumaktion holten wir den von der Familie Schrempf gespendeten Baum ab und dann schmückten wir ihn. In der Mittelschule haben wir vor Weihnachten mit einigen Klassen Plätzchen gebacken“, berichtet Stiller weiter.

Der Hort beteiligte sich an Weihnachtsfeiern mit dem Seniorenclub und es gab Aktionen an St. Martin, Nikolaus, Fasching und Ostern.

Die Quartalsausflüge an den Samstagen führten in den Trampolinpark Rosenheim, zur Burg Trausnitz in Landshut, zur Titanic-Ausstellung in Rosenheim und ins Legoland Günzburg.

Anika Stiller erzählte auch noch von Aktionen in den Sommerferien, wo Marianne Zollner durch die Stadt geführt und man ein Rittermahl veranstaltet hatte. Die Stadtbücherei wurde ebenso besucht wie Pullman City in den Ferien.

Erzieher Alex – er ist bei der DLRG – führte einen erfolgreichen Schwimmkurs durch, alle Kinder konnten danach schwimmen. Auch ein Biergartenfest mit Masskrugschieben gab es, bevor Ende August der Umzug in die neuen Räumlichkeiten anstand.

Am 1. September konnten dort die ersten Kinder empfangen werden.

Sarah Holly referierte für die terminlich verhinderte Claudia Kastenhuber über MOFA, den Mobilen Familienservice, der einzig staatlich anerkannten Stelle dieser Art in Deutschland: „Wir haben 120 Seniorinnen und Senioren betreut, und 60 aktive Helferinnen haben 6400 ehrenamtliche Stunden geleistet. 400 Beratungen, privat oder am Telefon, wurden durchgeführt. Natürlich haben wir auch bei der Demenzwoche mitgemacht.“

In ihrem Bericht ging Alexandra Nettelnstroh, die Leiterin des Hauses der Begegnung, noch genauer auf den errungenen Preis ein, sie zeigte auch eine Aufnahme der Preisverleihung, die von Barbara Schöneberger in Berlin moderiert worden war: „Beim Deutschen Kita-Preis 2025 haben wir bei den Bündnissen den 3. Platz geholt und dafür bekommen wir 10.000 Euro. Mit der Projektleiterin Dr. Carolin Jürgens waren wir drei Tage in Berlin, alle waren sehr aufgeregt. Es wusste keiner Bescheid, welchen Preis es geben würde.“

Nettelnstroh listete weitere Angebote ihrer Einrichtung auf. So gab es das One- World-Café im Rahmen der Woche gegen Rassismus. Für junge Geflüchtete wird ein Selbstverteidigungskurs angeboten, junge Familien mit Migrationshintergrund werden unterstützt.

Auch nachhaltig sei man im Haus der Begegnung unterwegs, so wurde ein Bücherflohmarkt veranstaltet. Für 2026 sind eine Kleidertauschparty für Teenies und eine Dekotauschparty geplant.

Gut etabliert seien Familien- und Eltern-Kind-Yoga. Auf Wunsch wurden auch Papa-Kind-Angebote angeboten, zum Beispiel das Papa-Kind-Basteln für den Muttertag. Ein Familienfrühstück findet auch an Samstagen statt. Großer Beliebtheit erfreue sich auch der Wagerltreff – da ist man mit dem Kinderwagen mit Baby oder Kleinkind gemeinsam unterwegs.

Auch an der Demenzwoche beteiligte man sich mit einem Demenzparcours.

Vorträge gab es im Seniorenclub über den Rufbus, über neue Angebote der Caritas und über das neue Rentenpaket. Dessen weitere Aktivitäten schilderte Klara Maria Seeberger auszugsweise: „Mit den Hortkindern haben wir die ‚Klanggeschichten‘ gemacht. Eine Silvesterparty mit Buffet am Nachmittag gab es auch. Ältere Menschen fühlen sich besonders an Silvester sehr einsam.“

Mit der Inntalia traf man sich zu einem Faschingskranzl. Im Berchtesgadener Bauerntheater besuchte man das Stück „Das narrische Alter“.

Ingrid Fleischer von der Caritas habe einen Vortrag zum Thema „Wächst Ihnen der Papierkram über den Kopf?“ gehalten. „Und Bürgermeister Hetzl und Daniela Goldbacher informierten uns über den Rufbus“, so Seeberger.

Die Kassierin Marianne Zollner trug im Anschluss wichtige Zahlen zur finanziellen Situation der Awo Mühldorf vor und kam zum Resultat: „Wir haben ein gutes, solides finanzielles Polster.“

Eine Ehrung gab es auch noch: Hedy Schratt wurde für 25 Jahre hervorragende Zusammenarbeit und Betriebstreue mit einer Dankesurkunde geehrt.

Klara Maria Seeberger kündigte für die nächste Jahreshauptversammlung im November 2026 an: „Ich werde nicht mehr als Erste Vorsitzende kandidieren. Ich möchte die Leitung der Awo Mühldorf in die Hände eines oder einer Jüngeren legen.“ hra

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