Kein privates Feuerwerk in Mühldorf?

von Redaktion

Bald ist Silvester –Am Stadtplatz will nur die Stadt Raketen zünden

Mühldorf – Es ist nicht mehr lange hin bis zu Feuerwerk und Geböller zum Jahreswechsel. Deshalb brachte Stefan Schörghuber (CSU) das Thema in der Stadtratssitzung zur Sprache. Er als Altstadtbewohner ärgere sich jedes Jahr über den wilden Lärm und den zurückbleibenden Müll auf dem Stadtplatz und in den Gassen drumherum.

„Und jetzt kommt on top noch das Feuerwerk der Stadt dazu“, stellte er fest und richtete gleich mehrere Fragen an den Bürgermeister: „Muss das sein? Ist damit anderes Feuerwerk verboten? Könnte es nicht statt am Nagelschmiedturm an anderer Stelle veranstaltet werden, zum Beispiel am Inn-Stadt-Parkplatz?“

An Neujahr 2025 hatte das wilde Abfeuern von Raketen und das Werfen von Böllern am Stadtplatz für Diskussionen gesorgt. Auch das war Grund für das Rathaus, heuer die lang gehegte Idee für ein zentrales Feuerwerk umzusetzen. „Wir wollen die Menschen animieren, an den Stadtplatz zu kommen“, so Hetzl weiter. Er verspreche sich ein schönes Event für die Stadt. Auch die Gastronomie am Platz solle davon profitieren. Die Stadt habe mit den Wirten Kontakt aufgenommen, und die seien sehr angetan von der Premiere des zentralen Mühldorfer Feuerwerks.

Ein Vorbild sei die Stadt Altötting, die seit einigen Jahren ein solches zentrales Feuerwerk am Kapellplatz veranstaltet. Das Abschießen von privaten Feuerwerkskörpern auf dem Kapellplatz und den angrenzenden Bereichen ist aus Brandschutzgründen und aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verboten. Anders in Mühldorf: „Die Häuser in unserer Altstadt verfügen über brandsichere Dächer, deshalb lässt sich ein Feuerwerksverbot dort nicht mit Vorgaben des Brand- oder Lärmschutzes begründen“, hatte der Bürgermeister in einer ersten Pressemitteilung zum geplanten Silvesterfeuerwerk am Nagelschmiedturm festgestellt.

Von Altötting hole sich Mühldorf wertvolle Tipps für das große Silvester-Vorhaben. „Auf den Kapellplatz kommen zum Feuerwerk an die 10.000 Menschen“, berichtete Hetzl. „Wenn zu uns an den Stadtplatz die Hälfte kommt, wird das schon zu einer erheblich niedrigeren Feuerwerksrate in den Mühldorfer Wohngebieten führen.“ Denn er gehe davon aus, dass mit diesem Event viele auf das private Böllern und Abschießen von Raketen verzichten.

Das für den Stadtplatz organisierte Feuerwerk bezeichnete er als „rückstandsarm“ und sorge auch für weniger Arbeit für den Bauhof, der alljährlich die Reste der Feuerwerkskörper und Böller beseitigen müsse. Hetzl: „Es ist also für alle Seiten gewinnbringend!“

Claudia Hungerhuber (SPD) begrüßte das öffentliche Feuerwerk der Stadt und dass deshalb am Stadtplatz nicht noch zusätzlich privat geböllert werden dürfe. Sie hatte den Jahreswechsel 2024 auf 2025 am Stadtplatz verbracht und es wie viele andere als „desaströs“ erlebt: „Wir wurden regelrecht beschossen.“

Schörghuber hakte noch einmal nach: „Dann ist privates Feuerwerk verboten?“ Ein derartiges Verbot hält die Verwaltung für rechtlich nicht haltbar. Wegen der Ansammlung von Menschen wird es aber im Veranstaltungsbereich am Stadtplatz verboten sein, entgegnete Hetzl. Eine Missachtung des Verbots kann als Ordnungswidrigkeit, mit Verhängung eines Ordnungsgeldes oder sogar als Straftat geahndet werden.

Offen ist noch, wo genau nicht gefeuerwerkt werden darf – ob nur am Stadtplatz oder auch in den Seitengassen. „Zu diesen Fragen sind wir noch in der Abstimmung mit externen Behörden“, erklärt Stadtsprecher Werner Kurzlechner auf Nachfrage. „Wir werden die genauen Einzelheiten dazu noch rechtzeitig konkret kommunizieren, sobald das möglich ist – voraussichtlich Mitte Dezember.“

In Deutschland ist das Abbrennen von Pyrotechnik am 31. Dezember und am 1. Januar grundsätzlich erlaubt. Der Gesetzgeber wolle offensichtlich an Silvester privates Schießen und Böllern, so Hetzl, daran sei auch die Stadt Mühldorf gebunden.

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