Waldkraiburg – Der Christbaum vor dem Rathaus steht schon, ein Die erste Kerze auf dem Adventskranz wurde schon vergangenen Sonntag angezündet. Doch obwohl die Vorweihnachtszeit in Waldkraiburg schon begonnen hat, fehlt in der Innenstadt etwas Entscheidendes: die gewohnte Weihnachtsbeleuchtung.
„Was passiert dieses Jahr mit der Weihnachtsbeleuchtung? Das Thema kam bei uns in der Aktionsgemeinschaft auf den Tisch“, erklärt Vorsitzende Petra Esser.
Seit der Energiekrise 2022 ist es in der Stadt in der Adventszeit nicht mehr ganz so hell. Damals wurden Deutschlands Kommunen wegen einer drohenden Gasmangel-Lage zum Energiesparen aufgerufen – auch die Weihnachtsbeleuchtung war ein Ansatzpunkt. In Waldkraiburg entschied man sich für eine reduzierte Variante: An den meisten Christbäumen hielt die Stadt fest, bei der Beleuchtung gab es aber eine deutliche Einschränkung.
Bis 2026 bleibt es bei der reduzierten Variante
Daran hat sich aber seitdem nicht viel verändert: „Auch für das Jahr 2025 ist die Weihnachtsbeleuchtung in der reduzierten Variante geplant“, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. Das Sparkonzept umfasst den Christbaum vor dem Rathaus und in den Ortsteilen sowie die Weihnachtsbeleuchtung am Haus der Kultur und am Stadtplatz. Damit spart die Stadt Energie und Geld. „Die Ersparnis bei der reduzierten Variante von rund 21.000 Euro erfolgt zum größten Teil über geringere Kosten für Montage und Demontage“, erklärt die Stadt. Aufgrund der angespannten Haushaltslage soll diese Regelung bis mindestens 2026 bestehen bleiben. So wurde es 2023 beschlossen.
Solange wollte man bei der Aktionsgemeinschaft nicht warten: „Uns war es ein großes Anliegen, dass die Einkaufsstraße wieder mehr strahlt“, erklärt Vorsitzende Petra Esser. Bei der Stadt brachte man deshalb die Idee vor, mit Ehrenamtlichen und Vereinen die Weihnachtsbeleuchtung umzusetzen. „Die Leute wissen es zu schätzen, wenn es in der Stadt weihnachtlich dekoriert ist. Deshalb hatten wir auch darauf gesetzt, dass es funktioniert.“
Zu den Plänen der Aktionsgemeinschaft bezog auch Bürgermeister Robert Pötzsch im Sport- und Kulturausschuss Stellung. „Wir wollten gemeinsam mit Freiwilligen mehr möglich machen bei der Weihnachtsbeleuchtung, aber das war so nicht möglich.“ So entstand die Idee zur Aktion „Waldkraiburg strahlt“. Das Ziel: Die fehlende Weihnachtsbeleuchtung durch besonders kreativ und festlich gestaltete Schaufenster auszugleichen.
„Die reduzierte Weihnachtsbeleuchtung wollen wir über die Schaufenster in der Innenstadt auffangen“, erklärt Petra Esser. Die Resonanz sei groß. Viele Geschäfte beteiligen sich, unterstützt wird die Aktion vom Kunstverein Inn-Salzach, der hierfür Bilder und Kunstwerke zur Verfügung stellt.
Ob Bäckerei, Friseur-Salon, Restaurant oder Einzelhändler: Noch vor dem ersten Advent brachten zahlreiche weihnachtlich dekorierte Schaufenster Waldkraiburgs Innenstadt zum Strahlen. Für die Aktionsgemeinschaft ist die Aktion ein „Zeichen für Zusammenhalt, Kreativität und Licht“. Egal ob klassisch, modern, witzig oder kreativ: Die schönsten Dekorationen werden von einer Jury prämiert, die Gewinner am 12. Dezember bekannt gegeben.
Schönste Schaufenster werden prämiert
Eine der Teilnehmerinnen ist Alexandra Schneider von „Wäsche Wachutka“. Für sie gehört eine weihnachtliche Dekoration jeher zur Adventszeit. „Mit Lichtern und Dekoration schaut gleich alles viel schöner aus – auch bei den Privathäusern.“ Um so mehr schätzt sie das Engagement der Aktionsgemeinschaft.
„Es ist schade, dass die Stadt nur einen Teil der Weihnachtsbeleuchtung montiert. Umso schöner, dass wir Geschäftsleute zusammenhalten und etwas auf die Beine stellen.“