Irl/Oberbergkirchen – In Oberbergkirchen soll im kommenden Jahr das 150-jährige Bestehen der Feuerwehr kräftig gefeiert werden. Dafür braucht es aber einige Unterstützung. Ganz schön zappeln ließen die Irler Feuerwehrler die Feuerwehr aus Oberbergkirchen, die mit einer starken Abordnung zum Gasthaus Wirt z‘ Irl gekommen waren.
Die Gäste hatten das Ziel, für ihr Gründungsfest, das vom 13. bis 18. Mai 2026 gefeiert wird, einen Patenverein zu gewinnen. Seit Jahrzehnten sind die beiden Feuerwehren freundschaftlich verbunden, bereits 2001 standen die Irler Feuerwehrler Pate.
Zähe Verhandlungen
waren notwendig
Flehend, bittend, aber auch humorvoll präsentierte sich die Oberbergkirchener Feuerwehr bei der Anfrage. Es war ein großartiges Spektakel, bei dem zähe Verhandlungen geführt wurden. Dennoch konnte man auf das traditionelle Scheitelknien nicht verzichten.
Vorsitzender Thomas Greimel freute sich, dass zum außergewöhnlichen Vereinsabend viele Irler Feuerwehrler gekommen waren. Noch während der Begrüßung zogen viele Oberbergkirchener Feuerwehrmänner mit einem flotten Marsch, den die „Bavaria Tops“ spielten, zwei feschen Damen und der Ortsprominenz in den alten Ottenloher Saal. Mit im Gepäck hatten sie ein Leiterwagerl mit einem Fassl Bier. Anwesend war bereits ein Tisch voller bildschöner Mädchen aus Oberbergkirchen.
Verwundert und überrascht zeigten sich die Irler Feuerwehrvorsitzenden Thomas Greimel und Florian Unterforsthuber, weil sich so viele Oberbergkirchener Feuerwehrler – voran Bürgermeister Michael Hausberger und Vorsitzender Geisberger – zum Vereinsabend eingefunden hatten. Dabei stellten sie verschiedene Vermutungen an: „Eine Versammlung in Irl, weil’s in Oberbergkirchen keinen Wirt mehr gibt?“
Sie baten die Oberbergkirchener um Aufklärung. Mit der Bitte der Oberbergkirchener Vorsitzenden Geisberger und Seisenberger kam dann schon etwas Licht ins Dunkel. In einem Prolog brachten Patenbraut Leni Hargasser und Festbraut Julia Thaller ihr Anliegen vor: „Wir bräuchten einen Göd für unser Gründungsfest, darum würden wir recht schön bitten, dass ihr den Patenverein macht’s und seids ned recht grob zu uns.“
Anschließend trat dann Bürgermeister Michael Hausberger etwas zögerlich hervor und bat die Gäste der Irler Feuerwehrkameraden, sie als Paten zu gewinnen. Grundsätzlich fühlte sich die Feuerwehr Irl geehrt, dass sie als Pate ausgewählt wurden. Dann ging es ans Verhandeln, denn so ganz ohne Gegenleistung wollten die Irler die Patenschaft nicht übernehmen. Durch den Abend führte als Moderator und Humorist „Greime Miche“ mit lustigen und witzigen Sprüchen.
Im ersten Spiel „Feuerwehr-Olympiade“ durften drei Oberbergkirchener Feuerwehrler ihre Lungenfertigkeit unter Beweis stellen und durch ein Strahlrohr und Verteiler einen Luftballon aufblasen und zum Platzen bringen. Ein Quiz, damit sich die Oberbergkirchener auch mit dem Patenverein gut auskennen, musste auch beantwortet werden. Bei verschiedenen Biersorten musste ohne Vorgabe das süffige Inn-Bräu erkannt werden. Das Quiz „Wer weiß denn sowas?“ verlor Oberbergkirchen mit 8:5 Fragen, zähe Verhandlungen setzten ein.
Nach mehreren Sitzungen und einigem Hin und Her einigte man sich schließlich auf 420 Liter Bier, Kaffee und Kuchen für alle. Traditionsgemäß kamen die Bittsteller am obligatorischen Scheitelknien nicht vorbei. Das erste mit Eisen verzierte Scheitel wurde abgelehnt. Miche Greimel zitierte auf die Bühne, wer alles bittend auf das Holzscheit knien sollte: vier Vorstandsmitglieder der Oberbergkirchener Wehr, die Kommandanten, die Festbraut Julia Thaller und die Patenbraut Leni Hargasser.
Gleich gab es etwas zu trinken, ein langes Stück Holz mit vollen Biergläsern wurde hereingetragen, die gemeinsam geleert werden mussten. Im Knien gab es als Nachtisch noch einen gut gewürzten Pudding, der mit der Gabel verzehrt werden musste. Das Publikum litt, lachte und klatschte begeistert mit.
Beim letzten Spiel wurde auf eine ehrliche Methode zurückgegriffen. Vier Schuhe hintereinander ergeben die Anzahl von Mass Bier – es blieb bei 120 Liter Bier.
Irler Feuerwehr versprach,
ein guter Pate zu sein
Nun wurde es wieder lustig im Saal, als der Festverein unter musikalischer Begleitung von den „Bavaria Tops“ mit einem schön dekorierten Leiterwagerl ein Fass Bier auffuhr, das gleich von Max Vetter angezapft wurde. Sichtlich zufrieden über den Ausgang der Strapazen war der Jubelverein. Die beiden Feuerwehr-Vorstände reichten sich für eine gute Patenschaft die Hände, wobei Geisberger für die Annahme der Patenschaft dankte und Greimel versicherte, ein guter Pate zu sein. Eine besondere Überraschung hatten die Frauen des Gastvereins parat. Als plötzlich das Licht ausging, zogen sie in langer Reihe mit ihren selbst gebackenen Torten mit funkelnden Sternen in den Saal. Nachdem der offizielle Teil beendet war, saßen alle bei Musik der „Bavaria Tops“ noch lange beieinander.