Stadt hilft TSV erneut aus der Klemme

von Redaktion

Marode Halle verursacht hohe Kosten, vor allem in Sachen Energie

Mühldorf – Kurz vor Weihnachten verteilte der Finanzausschuss der Stadt Mühldorf ein paar „Geldgeschenke“ an Sportvereine, sämtliche Beschlüsse dazu fielen einstimmig.

Für die Anschaffung von einem Bike-Ergometer für 1.300 Euro und zwei Ski-Ergometern für jeweils 2.480 Euro gewährte der Finanzausschuss der Abteilung Cross-Training des TSV 1860 Mühldorf einen Zuschuss. Für den Antrag wurden drei Angebote pro Sportgerät eingeholt, der günstigste Anbieter wurde ausgewählt. Der Zuschuss der Stadt richtet sich nach ihren Sportförderrichtlinien und beträgt 20 Prozent der Gesamtkosten.

Somit gibt es für das Bike 260 Euro und für die Ski-Ergometer insgesamt 496 Euro. Was die Anträge für solche kleineren Beträge angeht, bat Bürgermeister Michael Hetzl (UM) darum, sie in Zukunft nicht mehr einzeln zu stellen, sondern mehrere solcher Anschaffungen in einem Antrag an die Verwaltung zusammenzufassen.

Der Postsportverein Mühldorf beantragte einen Zuschuss zur Förderung der Jugendarbeit für das Jahr 2025. Von der Stadt werden Jugendliche bis zum 20. Lebensjahr mit je 19 Euro bezuschusst. Im Jahr 2024 waren in dem Verein noch 274 Jugendliche Mitglied, in 2025 waren es bereits 367. Damit ergibt sich ein Zuschuss für die Jugendarbeit in Höhe von 6.973 Euro.

TSV kann Energiekosten
nicht stemmen

Den größten Batzen gewährte das Gremium für einen weiteren Antrag des TSV 1860 Mühldorf. Dabei ging es, wie schon im Vorjahr, um die Übernahme der Energiekosten für die TSV-Halle für das kommende Jahr 2026. 65.000 Euro wurden dafür vom Verein beantragt, im Gegenzug würde der Hallenzuschuss von 30.000 Euro wegfallen.

Begründet hat diesen Antrag noch der mittlerweile zurückgetretene TSV-Vorsitzende Stefan Schörghuber. „Seit 1. Januar kämpft der TSV finanziell massiv mit den gestiegenen Energiekosten“, führte er aus. „Die Übernahme der Energiekosten durch die Kreisstadt im Jahr 2025 hat dem TSV sehr geholfen.“ Derzeit plant der TSV, die in die Jahre gekommene und zunehmend marode TSV-Halle zu sanieren oder neu zu bauen. „Ziel soll sein, den Verein in den nächsten fünf Jahren modern und nachhaltig aufzustellen, damit der TSV zukünftig wieder finanziell solide auf eigenen Füßen stehen kann“, so Schörghuber. Die Übernahme der Energiekosten für Strom und Gas für das Jahr 2026 könne dazu beitragen. Der Mitgliedsbeitrag für den Hauptverein reiche nicht aus, um den Unterhalt der Halle sowie anfallende Reparaturen finanziell stemmen zu können. Der Vorsitzende: „Der Verein kann sich den Unterhalt der Halle schlichtweg zukünftig nicht mehr leisten.“

Die Verwaltung erklärte die grundsätzliche Bereitschaft der Stadt, die Kosten auch für 2026 zu übernehmen. Allerdings mit einer Deckelung auf 65.000 Euro. Im Jahr 2025 waren tatsächliche Energiekosten von rund 78.000 Euro angefallen. Diese Deckelung samt Eigenanteil für den Verein solle auch Anreize zum Energiesparen schaffen. „Was nichts kostet, ist nichts wert“, merkte Hetzl an und nannte als Beispiele das Schließen von Fenstern, das Ausschalten von Licht und das Abdrehen von Wasserhähnen, wenn die Halle verlassen wird.

Dem stimmte das Gremium zu. Außerdem müsse der TSV noch seine fehlende finanzielle Leistungsfähigkeit durch Vorlage einer Gewinnermittlung für das Jahr 2024 nachweisen. Wie schon bei der Zuschussgewährung vor einem Jahr wurde im Beschluss die Aufnahme von Gesprächen zwischen Kreisstadt und Vereinsvorstandschaft zur Zukunft des Vereins aufgenommen. Zu guter Letzt wurde in der Sitzung noch über die Zuschüsse für die Nutzung von Landkreishallen beraten. Im Rahmen der Sportförderung unterstützt Mühldorf ansässige Vereine durch die kostenfreie beziehungsweise ermäßigte Nutzung der städtischen Sportstätten. Dafür beträgt der einheitliche Stundensatz 16 Euro. Der Kinder- und Jugendbereich wird zu 100 Prozent entlastet, die Nutzung durch Erwachsene mit 25 Prozent.

Da bei der Nutzung der Landkreishallen für die Mühldorfer Vereine finanziell kein Unterschied gemacht werden soll, soll diese mit gleicher Bezuschussung erfolgen. Dieses Vorgehen empfahl der Finanzausschuss dem Stadtrat, der in einer seiner nächsten Sitzungen darüber beraten und beschließen wird. Dabei geht es um einen voraussichtlichen Betrag von knapp 150.000 Euro für ein Jahr.

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