Engelsberg – Intensiv befasst hatte sich der Gemeinderat mit den Wassergebühren. Aufgrund der hohen Kosten rechtfertigte Bürgermeister Martin Lackner die Erhöhung der Gebühren. Es wurde sehr viel investiert. So wurde die Wasserleitung Engelsberg-Wiesmühl gebaut, was allein schon über eine Million Euro gekostet hat. Dann wurden Baugebiete erschlossen, der viel diskutierte „Wasser-Cent“ wird eingeführt, zudem kommen dann noch die übliche Abschreibung und Verzinsung, so Lackner.
Deshalb musste die Neukalkulation vorgenommen werden. Die Grundgebühr, so der Rathauschef, wird je nach Zählergröße von bisher 82 Euro auf 100 Euro erhöht, von 122 auf 150 Euro sowie von bisher 162 auf 300 Euro und für Großverbraucher von bisher 325 auf 400 Euro jährlich festgelegt. Bei den Verbrauchsgebühren steigt der Preis pro Kubikmeter von derzeit 1,76 Euro auf 1,94 Euro ab 1. Januar 2026 an. Gleichzeitig wurde auch die Bauwasserpauschale erhöht, und zwar für Einfamilienhäuser von 125 Euro auf 155 Euro und für Doppelhäuser von 250 auf 305 Euro.
Dritter Bürgermeister Franz Gsinn (Freie Wähler) sagte, es wurde kostendeckend kalkuliert, Spielräume gibt es nicht. Auch der „Wassercent“ mit zehn Cent ist beinhaltet. Sepp Burggraf (UBL) fragte nach einer Modellberechnung, also was die Erhöhung für die Verbraucher bedeutet. Lackner meinte, für ein Einfamilienhaus würde das Mehrkosten von durchschnittlich jährlich 57 Euro bedeuten, für ein Mehrfamilienhaus rund 150 Euro. Der Erhöhung der Grundgebühr sowie der Erhöhung der Verbrauchsgebühr wurde einstimmig zugestimmt.
Wegen der Kostensituation musste auch eine Neukalkulation für die Einleitungsgebühr der öffentlichen Entwässerungseinrichtung vorgenommen werden. Das „Abwasser“ wird von bisher 2,06 Euro auf 2,34 Euro pro Kubikmeter ab 1. Januar erhöht. Dazu meinte Zweiter Bürgermeister Hans Bauer (UBL), dass man auch hier keinen Handlungsspielraum habe. Das Klärwerk habe sehr hohe Stromkosten zu verzeichnen. Eine Senkung der Stromsteuer ist nicht erfolgt, so muss man halt damit leben. Im Gemeinderat sei man sich bewusst, dass niemand begeistert ist über eine Gebührenerhöhung. Diesem Beschluss wurde ebenfalls einstimmig entsprochen.
Lackner gab noch einen Beschluss bekannt, der im nichtöffentlichen Teil der vergangenen Sitzung gefasst wurde: die Vergabe der Reinigungsleistung im Rathaus, in der Mehrzweckhalle, im Feuerwehrhaus, in der Schule und so weiter für ein Jahr. Auftragswert: 99.000 Euro. Der Antrag auf Baugenehmigung zur Erhöhung der Aufzuchtplätze wurde wegen einiger ungeklärter Punkte auf die Januar-Sitzung verschoben. Ein Zuschuss für die beiden Bläserklassen der Grundschule Engelsberg in Höhe von jeweils 2.000 Euro wurde einstimmig beschlossen. Man hoffe, dass das auch weiterhin so toll weiterläuft, so Lackner. Die Ausschreibung des Mehrzweckfahrzeugs für die Feuerwehr Engelsberg läuft noch bis Januar 2026.
Das Jahr neigt sich dem Ende zu, so der Bürgermeister, das sei ein guter Moment, um zurückzublicken und Danke zu sagen, aber auch gemeinsam nach vorne zu schauen. Das Jahr 2025 war ein herausforderndes Jahr, aber man könne stolz sein, weil viel erreicht wurde. Als Beispiele nannte er die Fertigstellung der Kinderkrippe, gemeinsam mit der Pfarrei, den Bauabschluss des Begegnungsparks.
Baugebiete können ausgewiesen und erschlossen werden, der Wasserleitungsbau durchgeführt werden, kräftige Investitionen gab es im Klärwerk und auch das „Haus der Musik“ wurde auf den Weg gebracht.
Abschließend sagte Lackner: „Unsere Stärke liegt im Miteinander“. Zweiter Bürgermeister Hans Bauer und Dritter Bürgermeister Franz Gsinn konnten sich diesen Worten nur anschließen. Der Gemeinderat lebe.gg