Nachruf

von Redaktion

Egglkofen/Tegernbach – Mit einer würdigen Trauerfeier haben sich die Familie und eine große Trauergemeinde von Johann Biebl verabschiedet, der im Alter von 95 Jahren verstorben ist. Pfarrer Markus Hochheimer und Kelheims Stadtpfarrer Reinhard Röhrner zelebrierten aus Verbundenheit zur Familie Biebl gemeinsam das Requiem. Musikalisch und gesanglich würdevoll begleitet wurde die Feier vom Egglkofener Kirchenchor unter der Leitung von Andreas Hilz, dem Enkel des Verstorbenen.

Enkel Florian Blechinger blickte auf das Leben seines Opas zurück. Johann Biebl wurde am 1. März 1930 in Friedrichsau im Kreis Krumau in der Tschechei als Kind der Eltern Johann und Katharina Biebl geboren. Die Eltern erwarben im Jahr 1932 in Tusch in der Pfarrei Tweras eine kleine Landwirtschaft. Die Schule besuchte er in Tweras. In der Nachkriegszeit erfolgte im Oktober 1946 die Vertreibung aus der Heimat, dem Böhmerwald. Mit zwei Holzkisten im Gepäck, die er zeitlebens aufbewahrt hatte, kam die Familie nach verschiedenen Lageraufenthalten in einem Viehwagen in den Raum Stuttgart. Nach einem Jahr erfolgte die Übersiedlung in den Kreis Mühldorf. Nach der Grenzöffnung nahm er gerne an den Pfarrtreffen Peter und Paul in seiner alten Heimat teil. Johann Biebl arbeitete in seiner neuen Heimat bei verschiedenen Bauern, zuletzt sechs Jahre im Freihuberhof bei der Familie Senftl in Tegernbach. Dort lernte er auch seine Frau Inge Seidl kennen, mit der er am Donnerstag, 9. Oktober 1958, den Bund der Ehe schloss und in die kleine Landwirtschaft in Tegernbach einheiratete. Die Geburt der vier Kinder Sepp, Marianne, Gertrud und Inge vervollständigte das Eheglück.

Sein beruflicher Werdegang führte Johann Biebl im April 1956 zum Betonwerk Dyckerhoff & Widmann nach München/Riem, wo er bis zur Erreichung der Altersgrenze arbeitete. 37 Jahre wohnte er wochentags unter schwierigen Umständen in einem Wohnheim in München und kam nur an den Wochenenden nach Hause. Hier arbeitete er in seiner kleinen Landwirtschaft, renovierte mit viel Fleiß das Wohnhaus und liebte die Natur und vor allem den Wald. Stütze in all seinen Lebenslagen war zeitlebens der katholische Glaube. Der Besuch des Sonntagsgottesdienstes, später vor dem Fernseher, und das fast tägliche Rosenkranzgebet waren fester Bestandteil in seinem Leben.

Am Montag, 9. Oktober 2023, durfte er mit seiner Frau Inge das 65. Hochzeitsjubiläum und am Samstag, 1. März 2025, seinen 95. Geburtstag feiern. Eine große Freude bereiteten ihm die Besuche seiner Kinder mit deren Familien, zu denen mittlerweile acht Enkel und acht Urenkel zählten.

Johann Biebl verfolgte lange Zeit mit Interesse die Nachrichten und das Weltgeschehen und wurde von seiner Frau, seinem Sohn und der Schwiegertochter wohl umsorgt.

Mit dem hohen Alter wurden die Beschwerden des Alltags immer größer, sodass er am Sonntag, 23. November, unerwartet zusammenbrach. Er kam ins Achdorfer Krankenhaus und schloss dort im Beisein der Familie und versehen mit den heiligen Sterbesakramenten am Sonntag, 30. November, dem ersten Advent, für immer die Augen.

Die Enkel und Urenkel verabschiedeten sich mit sehr persönlichen Fürbitten von ihrem Opa und Uropa. Zum Abschied und zur Erinnerung wünschte sich der Verstorbene das Heimatlied „Vom schönen grünen Böhmerwald, wo seine Wiege stand“, das von seinem Enkel Andreas Hilz gemeinsam mit dem Kirchenchor gesungen wurde. Ein großer Trauerzug begleitete Johann Biebl zur letzten Ruhestätte im Familiengrab auf dem Egglkofener Friedhof.

Artikel 1 von 11