Viele Baustellen, wenig Spielraum

von Redaktion

Kaum Geld für neue Projekte – Waldkraiburg bleibt beim Straßenbau auf Sparkurs

Waldkraiburg – Bedarf wäre genug da, aber wie schon in den Jahren zuvor fehlt es der Stadt Waldkraiburg am nötigen Geld. Während 2023 noch 3,8 Millionen Euro für den Straßenbau eingeplant waren, wurden die Investitionen seither deutlich zurückgefahren. Wie viel die Stadt investieren will und welche Straßenlöcher damit geflickt werden sollen, das wurde im Stadtentwicklungsausschuss diskutiert.

Kann Waldkraiburg für 2026 wieder mehr Geld in die Hand nehmen? Nicht wirklich. Mit 1,1 Millionen Euro bleiben die geplanten Ausgaben auf dem Niveau von 2025. Für neue Projekte ist kaum Geld vorgesehen: Lediglich 100.000 Euro sind für Neu-, Umbau- und Ausbaumaßnahmen eingeplant, weitere 100.000 Euro für Stadtentwicklungsmaßnahmen. Mehr als die Hälfte fließt in die Instandsetzung von Straßen, weitere 200.000 Euro in die Erneuerung von Gehwegen.

600.000 Euro
für Instandsetzung

„Es ist nichts Großes vorgesehen“, erklärte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG). Vorrangig gehe es um Sanierungen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Wasser- und Fernwärmeversorgung. Bauamtsleiter Carsten Schwunck bezifferte diese Ausgaben auf rund 600.000 Euro, die insbesondere im Zuge des weiteren Geothermie-Ausbaus anfallen. Betroffen sind unter anderem die Peter-Ros-egger-Straße, die Dieselstraße und der Anton-Günther-Weg.

Schwunck sprach in diesem Zusammenhang von einer „Win-win-Situation“. Die Straßen müssten ohnehin erneuert werden, nun solle dies direkt im Anschluss an die Leitungsarbeiten erfolgen. „Dann müssen wir es nicht zweimal in die Hand nehmen.“ Ob die Sanierungen im geplanten Umfang umgesetzt werden, hängt allerdings vom Fortschritt des Geothermie-Ausbaus ab.

Für Neues gibt es zwar kaum finanziellen Spielraum, dennoch musste der Ausschuss eine Entscheidung treffen: „Am Goetheplatz und Grünen Weg waren schon immer Verbesserungen geplant“, erinnerte Schwunck. Im Zusammenhang mit dem vorgesehenen Geothermie-Ausbau ab 2027 könnten diese Pläne wieder aktuell werden. Bisher wurden sie immer wieder verschoben, zuletzt wegen fehlender finanzieller Mittel mindestens bis 2025. „Wenn dies gemacht werden soll, steigen die Kosten“, erklärte Schwunck. Allein für die Planung werde mit 200.000 Euro gerechnet, die eigentlichen Kosten für den Umbau kämen noch hinzu. Insgesamt könnten für die Neugestaltung von Goetheplatz und Grünem Weg rund zwei Millionen Euro anfallen. Angesichts der angespannten Haushaltslage sprach sich die Verwaltung klar dagegen aus. „Wegen des Geldes ist es fast nicht möglich.“

„Wenig Luft“ sah auch Harald Jungbauer (CSU). Ihm war es wichtig, künftige Maßnahmen immer im Zusammenhang mit dem Verkehrsentwicklungsplan zu betrachten. „Damit wir uns nichts verbauen.“ Seiner Ansicht nach sollte die Stadt beim Radweg in der Siemensstraße anpacken. „Der ist nur gekiest und nicht so gut nutzbar.“

Staatsstraßen 2352 und
2091 im Blick behalten

Einen Blick auf zwei Staatsstraßen lenkte Frieder Vielsack (UWG). Weil die Stadt Waldkraiburg mittlerweile mehr als 25.000 Einwohner zählt, ist die Stadt Baulastträger für die Abschnitte der Kraiburger Straße an der Staatsstraße 2352 und die Ortsdurchfahrt Pürten an der Staatsstraße 2091. „Die beiden Teilstraßen sollten berücksichtigt werden beim Straßenbau“, empfahl Vielsack.

Bei der Verwaltung ist der Sanierungsbedarf bekannt. „Die befinden sich in einem schlechten Zustand. Umgesetzt werden sie jetzt noch nicht, das braucht Vorlauf für die Planung.“

Einstimmig beschloss der Stadtentwicklungsausschuss das Straßenbau-Programm mit einem Volumen von 1,1 Millionen Euro. Final entscheidet der Stadtrat darüber – und schlussendlich die Finanzplanung der Stadt.

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