Fernwärme-Aus in Taufkirchen

von Redaktion

Bürgermeister Alfons Mittermaier sagt in der Bürgerversammlung: „Es fehlt einfach zu weit“

Taufkirchen – „Bunt, abwechslungsreich, voller Highlights“ – so beschreibt Bürgermeister Alfons Mittermaier das vergangene Jahr in und um die Gemeinde Taufkirchen. Langweilig sei es nicht gewesen, betonte er bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Sahlstorfer.

Nach einem gemeinsamen Blick auf die relativ konstante Einwohnerentwicklung der Gemeinde und den Haushaltsplan thematisierte Mittermaier interessante Punkte rund um die Grundschule. Neben den Jahreshöhepunkten der Taufkirchner Grundschüler und deren Zusammensetzung in Zahlen (aktuell insgesamt 83 Schüler) stand vor allem eine zukünftige Herausforderung im Mittelpunkt. Mit dem im Jahr 2026 in Kraft tretenden gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung ist derzeit noch unklar, wie hoch der tatsächliche Betreuungsbedarf ist. Entsprechende Abfragen seien aktuell im Umlauf, ob dieser vollends mit dem Hortangebot des neuen Kinderhauses der Gemeinde Oberneukirchen (Eröffnung September 2026) abgedeckt werden kann und ob die Mittagsbetreuung in Taufkirchen dazu weiterhin parallel erfolgen kann.

Positive Auswirkungen des neuen Kinderhauses der Nachbargemeinde sind auch im Hinblick auf die Taufkirchner Kinderwelt „Sonnenschein“ zu erwarten. „Zukünftig werden wir aufgrund des sich ändernden Bedarfs unsere als Übergangslösung eingerichtete Feuerwehrgruppe schließen und eventuell auch wieder Gastkinder aufnehmen können. Mit unserem Kindergarten, der Krippe und unserer Zwergalgruppe sind wir einfach gut aufgestellt“, so Mittermaier.

Darüber hinaus durfte auch das Thema Mehrzweckhalle auf der Tagesordnung nicht fehlen. Kein Thema bewegt die Taufkirchner seit geraumer Zeit so sehr wie der geplante Neubau des geliebten Herzstücks des Gemeindelebens. Mittermaier informierte über den aktuellen Stand der heiß diskutierten Standortfrage. Das von der Gemeinde kürzlich gekaufte, neue, an den Sportplatz angrenzende Grundstück erweist sich dabei als vielversprechende Option, die schriftlichen Genehmigungen müssen jedoch erst eingeholt werden. „Sobald die Standortfrage geklärt ist, planen wir als Gemeinde eine funktionale Ausschreibung des Bauvorhabens“, stellte der Bürgermeister in Aussicht.

140 Rückmeldungen
wären notwendig gewesen

Gesprächsbedarf gab es außerdem in Sachen Fernwärme. Nachdem eine entsprechende Umfrage das niederschmetternde Ergebnis von gerade einmal 31 Interessenbekundungen am Anschluss des Versorgungsobjekts an das geplante Fernwärmenetz der ESB Wärme GmbH einbrachte, wird das Projekt vorerst nicht zustande kommen. „140 positive Rückmeldungen wären nötig gewesen, um den Fernwärmeanschluss zu realisieren. Es fehlt einfach zu weit“, so Mittermaier nachdenklich. Besorgt erwähnte er in diesem Zusammenhang das veraltete Ölheizsystem des Gemeindekerns, für dessen Erneuerung der Fernwärmeanschluss die optimale Lösung schien.

Abschließend informierte Taufkirchens Bürgermeister über die im Jahr 2026 zu erwartende Erhöhung der Abwassergebühren, den aktuellen Stand der bereits genehmigten Errichtung von fünf Windrädern im Wald von Schermannsöd (ein Vorhaben der Toerring Green Energy, das enormen Protest hervorgerufen hat) sowie über Maßnahmen der Gemeinde in Sachen Blackout-Vorsorge.

Mit einer Diashow über Höhepunkte des vielfältigen Vereinslebens in Taufkirchen (Fahrzeugtag, Maibaumaufstellen in Grünthal, 50-jähriges Jubiläum Gartenbauverein und vieles mehr) und einem Ausblick auf die Kommunalwahlen fand die Versammlung ihren Abschluss.jkt

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