Christian Gerstner will Bürgermeister werden

von Redaktion

Überraschung bei Aufstellungsversammlung: Friseurmeister setzt sich gegen Bürgermeisterin Maier durch

Jettenbach – Die amtierende Bürgermeisterin Maria Maier begrüßte in der Jettenbacher Mehrzweckhalle 76 Wahlberechtigte und übergab das Wort an Peter Heindl. Dieser war als Wahlleiter zur Aufstellungsversammlung der Jettenbacher Wählergemeinschaft bestimmt worden. „Zum vierten Mal und es wird auch mein letztes Mal sein“, ließ Routinier Peter Heindl vernehmen.

Ausführliche Informationen zu den für Jettenbach zutreffenden Wahlbestimmungen bildeten den Auftakt der Versammlung. Im Vorfeld hatte sich schon im Dorf herumgesprochen, dass drei der acht Gemeindevertreter nicht mehr zur Wahl antreten werden. Mit Franz Wieser (Zweiter Bürgermeister), Bernhard Stecher und Silvia Sieghart verliert die Gemeinde Jettenbach erfahrene Kommunalpolitiker.

Acht Kandidaten
wurden nominiert

Für mindestens acht Kandidaten warb Peter Heindl und bat um Wahlvorschläge. Verschiedene Aufrufe waren teils dankend abgelehnt oder gerne angenommen worden.

In geheimer Wahl nominiert wurden Johannes Bruckmaier (63 Stimmen), Andreas Eicher (60 Stimmen), Thomas Beham (56 Stimmen), Tanja Fischl-Jonda (54 Stimmen), Anton Schatzeder junior (53 Stimmen), Ilja Schrott (47 Stimmen), Denis Wahl (44 Stimmen), Ulf Regenfelder (42 Stimmen). Weitere Kandidaten waren Hans Egner (37 Stimmen) und Johann Kinzner (31 Stimmen.

Mit Spannung erwartet wurde die Nominierung für das Amt des Bürgermeisters. Maria Maier hatte bereits im Vorfeld verlauten lassen das Amt weiterführen zu wollen. Sie stand als gesetzte Kandidatin fest. Um weitere Wahlvorschläge bat Peter Heindl.

Sekundenlange Stille, „man hätte eine Stecknadel fallen hören können“, schilderte eine Jettenbacherin nach dem Veranstaltungsende. Beherzt erhob die junge Roswitha Stadler und nannte Christian Gerstner als ihren Wahlvorschlag.

Von Peter Heindl nachgefragt, bekundete der ortsansässige Friseurmeister seine Bereitschaft zu kandidieren. Es wurden keine weiteren Vorschläge vorgetragen. Wahlleiter Peter Heindl stellte zwei Kandidaten um das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Jettenbach fest. Es folgte eine Vorstellung der Amtsbewerber. In alphabetischer Reihenfolge begann Christian Gerstner. Ortsbekannt durch seine Vielzahl an ehrenamtlichen Tätigkeiten und seine 20-jährige Selbstständigkeit im Ortskern Jettenbachs hielt er sich kurz. „Mein Ziel ist es, die Öffentlichkeitsarbeit auf ein anderes Niveau zu bringen, Bürger besser zu informieren und näher an den Leuten zu sein“, trug er den Zuhörern vor. Er forderte die Jettenbacher auf, das Kreuz an geeigneter Stelle zu platzieren. „Jetzt seid ihr am Zug, ihr habt jetzt die Wahl“, so der 63-Jährige.

Die amtierende Bürgermeisterin Maria Maier berichtete aus ihrer Amtstätigkeit und deutete ein paar bereits „angeschobene“ Projekte an, ohne konkreter zu werden. Die 70-Jährige fühle sich noch fit genug, um den Amtsauftrag weitere sechs Jahre auszuführen. Nach Auszählung der Stimmzettel wurde es noch einmal unruhig in der Mehrzweckhalle. Der Wahlleiter verkündete das Abstimmungsergebnis. „Ich bin ehrlich gesagt überrascht“, war von Peter Heindl zu vernehmen.

Mit 33 Stimmen unterlag Bürgermeisterin Maria Maier um Haaresbreite dem Friseurmeister. Christian Gerstner hatte 36 Unterstützer für sich gewinnen können. Er wird auf den Wahlunterlagen zur Kommunalwahl am 8. März 2026 namentlich als Kandidat um das Amt des Bürgermeisters in Jettenbach zu lesen sein. Abschließend kamen beide Kandidaten zu Wort. Maria Maier drückte ihre Enttäuschung mit den Worten aus: „Ich finde schon ein bisschen schade, aber das bedeutet nicht, dass ich in Trübsal versinken werde“. Christian Gerstner verglich das Aufstellungsergebnis mit einem Match-Tiebreak. „Da kämpft man etliche Stunden bei sengender Hitze auf dem Tennisplatz und am Ende entscheiden zwei Punkte über Sieg oder Niederlage“, so Gerstner.

Er dankte Maria Maier für ihren Einsatz und bekräftigte das mit einem Handschlag „Mir ist glasklar, dass das heute die Aufstellungsversammlung war“. Gewählt wird erst am 8. März dann wird man sehen. Es wurde noch eifrig diskutiert und in der Jettenbacher Mehrzweckhalle brannte das Licht länger als sonst.

Gemeinde Jettenbach
für Zukunft fit machen

Christian Gerstner, der gebürtige Kraiburger, hat es sich zum Ziel gesetzt, den Ort zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Er möchte mehr Bürgerbeteiligung erreichen und die Kommunikation zu den Bürgern deutlich verbessern. Der 63-Jährige hat zwei Kinder und ein Enkelkind. Er möchte mit Weiterbildungsangeboten die Ratsmitglieder fördern und gemeinsam ein harmonisches Gremium bilden. „Da die Aufgaben der Gemeinden deutlich zunehmen und die finanzielle Ausstattung nicht im selben Maße steigt, wird es sicher kein einfaches Unterfangen“, ist er überzeugt.

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