Aschau – Die CSU schickt den amtierenden Bürgermeister Christian Weyrich ins Rennen, die AWG verzichtet bei der Kommunalwahl auf einen eigenen Kandidaten. Und das Bündnis Aschau, das sich bei der vergangenen Kommunalwahl neu formiert und gleich mit einem eigenen Bewerber angetreten war? Seit dieser Woche ist klar: Claudia Jekler will als unabhängige Kandidatin den Bürgermeister herausfordern – unterstützt vom Bündnis Aschau.
„Entweder etwas verändern oder es sein lassen“, beschreibt sie ihren Antrieb. Für sie ist klar: In Aschau wäre in den vergangenen Jahren mehr möglich gewesen. Trotz Corona und Ukraine-Krieg sei zu wenig vorangekommen. „Studien wurden gemacht, aber es ist nichts passiert“, sagt sie. Aus ihrer Sicht bilden die Ausweisung des Gewerbegebiets und das Projekt „Wohnen in Gemeinschaft“ Ausnahmen.
Ideen für den
Gasthof Pichlmeier
Kritisch sieht sie vor allem die schleppende Ortsentwicklung und den seit Jahren leer stehenden Gasthof Pichlmeier. „Uns fehlt in Aschau ein Veranstaltungsort, die Mehrzweckhalle ist für vieles einfach zu groß“, sagt sie. Eine Kleinkunstbühne, ein Café oder ein Ausstellungsraum – hier könne ein lebendiger Treffpunkt für Vereine, Kultur und Gemeinschaft entstehen.
Doch ihre Kritik ist nur ein Teil ihrer Motivation. „Es waren viele Kleinigkeiten, die mich dazu gebracht haben“, erzählt die 56-Jährige. Ihr geht es darum, etwas verändern zu wollen. „Man darf nicht immer nur jammern, man muss auch mal was machen.“ Dass sich nur wenige Frauen im Gemeinderat engagieren wollen, habe ihren Entschluss zusätzlich bestärkt. Ihre Familie stehe hinter ihrer Entscheidung, und die ersten Rückmeldungen auf ihre Kandidatur seien durchweg positiv gewesen.
Claudia Jekler beschreibt sich als jemand, der anpackt. Seit ihrer Entscheidung zur Kandidatur sprudeln die Ideen, aber auch ihre zentralen Anliegen werden immer deutlicher: Verkehr, Wohnraum, Finanzen, kommunale Wärmeplanung, interkommunale Zusammenarbeit – die Liste sei lang. Bevor sie Prioritäten setzt, will sie das Gespräch mit den Bürgern suchen. „Was fehlt? Was wird gewünscht? Wird auf die Bedürfnisse der Menschen eingegangen?“ Antworten darauf gebe es nur im direkten Austausch.
Aufstellungsversammlung
am 16. Dezember
Die gelernte Industriekauffrau verantwortete unter anderem für Tochterfirmen der Firma Nutz administrative Aufgaben im Finanz- und Personalwesen, bevor sie in einem internationalen Unternehmen die kaufmännische Leitung übernommen hat. In Aschau engagiert sie sich unter anderem bei der Organisation des Gala-Balls, war Übungsleiterin beim Turnen und im Elternbeirat aktiv. Als Stärken nennt sie ihre Führungserfahrung, ihren Mut zur Veränderung und den Anspruch, Entscheidungen nah an den Menschen zu treffen.
Bei der Gründung vom Bündnis Aschau war sie zwar beteiligt, hielt sich aber bisher im Hintergrund. Nun will sie als unabhängige Bürgermeisterin kandidieren – und sieht sich als solche „frei, unparteilich und keiner Vereinigung verpflichtet“. Für den Gemeinderat kandidiert sie bewusst nicht.
Die Aufstellungsversammlung ist am Dienstag, 16. Dezember, um 19 Uhr im Don-Bosco-Saal in Waldwinkel. Auf der Tagesordnung stehen die Nominierung der Kandidaten für den Gemeinderat sowie die Nominierung der Kandidaten für das Bürgermeisteramt.