Starke Gemeinde, klare Perspektiven

von Redaktion

Bürgerversammlung in Heldenstein – Eine Vielzahl von Projekten umgesetzt

Heldenstein – Zur Bürgerversammlung konnte Bürgermeister Rainer Greilmeier zahlreiche Bürgerinnen und Bürger im gut gefüllten Saal des Bürgerhauses begrüßen.

Die Einwohnerzahl in Rattenkirchen ist seit der letzten Bürgerversammlung von 1.067 auf 1.080 Personen gestiegen. Geburten und Sterbefälle hielten sich mit jeweils elf die Waage, das Wachstum resultiert vor allem aus einem leichten Überschuss an Zuzügen.

Die Zahl der Kinder im Krippen- und Kindergartenalter ist seit einigen Jahren tendenziell rückläufig. Aktuell besuchen 39 Rattenkirchner Kinder eine Kindertageseinrichtung, 36 davon vor Ort. In der Kita St. Anna werden derzeit insgesamt 47 Kinder betreut, davon 41 im Kindergartenbereich. 43 Kinder befinden sich im Grundschulalter, während die älteren Schülerinnen und Schüler entsprechende weiterführende Schulen in Ampfing, Haag, Waldkraiburg, Gars oder Mühldorf besuchen.

Blick auf die
Finanzen

Der Haushalt 2025 umfasst ein Gesamtvolumen von sechs Millionen Euro. 3,5 Millionen Euro entfallen auf den laufenden Verwaltungshaushalt, weitere 2,5 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt, der die Investitionen abbildet. Der ursprünglich eingeplante Kredit von 350.000 Euro wird voraussichtlich nicht benötigt.

Die Einnahmen aus der neuen Grundsteuer stiegen um 19 Prozent. Bürgermeister Greilmeier erläuterte, dass zwar ein aufkommensneutraler Übergang das Ziel gewesen sei, Mindereinnahmen aber angesichts der angespannten Haushaltslage nicht tragbar gewesen wären. Mit einem Hebesatz von 260 Prozent stehe Rattenkirchen dennoch im Landkreisvergleich sehr gut da.

Besonders erfreulich entwickelte sich die Gewerbesteuer: Mit einem Plus von 115 Prozent liegen die Einnahmen 2025 bei über 1,9 Millionen Euro, ermöglicht durch gute Betriebsergebnisse der örtlichen Unternehmen in den Vorjahren.

Während sich Verwaltungs- und Betriebseinnahmen sowie Gebühren nur geringfügig veränderten, stiegen die staatlichen Zuweisungen in diesem Jahr nochmals leicht an. Für die kommenden Jahre sei jedoch aufgrund der hohen Gewerbesteuereinnahmen mit rückläufigen Zuwendungen zu rechnen.

Auf der Ausgabenseite schlugen unter anderem höhere EDV-Kosten – insbesondere durch den Umstieg auf Windows 11 – sowie eine deutlich gestiegene Umlage für die Schule Heldenstein zu Buche. Die Kosten für die Kinderbetreuung gingen trotz einer Defizitübernahme von 72.000 Euro leicht zurück. Für die Zukunft rechnet Bürgermeister Greilmeier jedoch wieder mit steigenden Ausgaben, da die Anforderungen an die Betreuung weiterhin wachsen.

Im Vermögenshaushalt dominierten Baumaßnahmen mit Ausgaben von über zwei Millionen Euro. Den größten Anteil machten der Baukostenzuschuss für den Neubau der Kindertagesstätte sowie umfangreiche Straßensanierungen aus. Durch weitere Schuldentilgungen sank die Pro-Kopf-Verschuldung von 403 auf 296 Euro – ein Wert, der deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Gemeinden liegt.

Ein Wasserrohrbruch zwischen Pemberg und Ramering konnte im August dank des schnellen Einsatzes des Bauhofteams auch am Wochenende umgehend behoben werden. Bürgermeister Greilmeier bedankte sich ausdrücklich für diesen Einsatz und lobte zugleich die reibungslose Information der Bürgerinnen und Bürger über den Whatsapp-Kanal der Gemeinde. Ein Kanalabschnitt im Bereich Schuhladen-Eisbahn wurde mit einem Inliner saniert.

Für die Feuerwehr wurde neue Schutzausrüstung angeschafft, außerdem ein gebrauchter Verkehrssicherungsanhänger mit moderner LED-Blitztechnik erworben. Bürgermeister Greilmeier würdigte das große ehrenamtliche Engagement der gesamten Wehr und bedankte sich besonders bei Kommandant Michael Bierwirth, seinem Stellvertreter Fabian Deißenböck, der Jugendwartin Doris Gropp sowie allen aktiven Feuerwehrleuten für ihre ehrenamtliche Arbeit.

23 Gemeinden sowie der Landkreis Mühldorf gründeten das Kommunalunternehmen Landkreiswerk Mühldorf, um gemeinsam Projekte im Bereich erneuerbarer Energien voranzubringen. Rattenkirchen verfügt mit 148 Hektar über die größten Vorrangflächen für Windkraft im Landkreis. „Eine enorme Fläche“, so Greilmeier, „wir haben uns das nicht ausgesucht, müssen jetzt aber damit umgehen und das Beste draus machen!“. Im südlichen Gemeindegebiet konnten mit mehreren Grundstückseigentümern entsprechende Vereinbarungen geschlossen werden, sodass dort perspektivisch drei Windkraftanlagen entstehen könnten.

Seit September versorgt eine neue Nahwärmeleitung die Kindertagesstätte vom Bürgerhaus aus mit Wärme. Auch die Trinkwasserversorgung in Ramering wird künftig nachhaltiger: Gefördert sollen energieeffiziente Pumpen installiert und eine Photovoltaikanlage errichtet werden, um rund die Hälfte des benötigten Stroms selbst zu erzeugen.

Im Raum Peißing-Mimmelheim-Ebering-Kagn entsteht eine Freiflächen-PV-Anlage eines privaten Investors. Da dort die kommunale Zustimmung gesetzlich nicht mehr erforderlich ist, war die Gemeinde in die Planung nicht eingebunden – ein Umstand, den Bürgermeister Greilmeier kritisch bewertete.

Beim Breitbandausbau konnte ein großer Erfolg vermeldet werden: Jeder Haushalt und jedes Gewerbe im Gemeindegebiet erhält einen Glasfaseranschluss. Mit einer Förderquote von 90 Prozent verbleibt ein Eigenanteil von rund 360.000 Euro für die Gemeinde. Die Bauphase ist für die Jahre 2028 bis 2030 geplant. Ein Baugrundstück an der Walder Straße ist bereits vergeben; die Erschließung erfolgt 2026. Auch das Gewerbegebiet Haun wird um drei Hektar erweitert.

Aufgrund der Vergrößerung des Gemeinderates ab 2026 wird zudem der Sitzungssaal ausgebaut und das Bürgermeisterbüro verlegt. In Ziegelsham baut die Bahn den Bahnübergang mit Halbschranken und Begegnungsverkehrsmöglichkeit um.

Steigende Baukosten nahm der Gemeinderat zum Anlass, sich intensiv mit neuen Wohnformen auseinanderzusetzen. Ziel ist es, Wohnen bezahlbar zu halten und junge Bürgerinnen und Bürger dauerhaft in der Gemeinde zu binden.

Als Rückgrat der lokalen Wirtschaft und unverzichtbaren Teil des Gemeindelebens hob Bürgermeister Greilmeier die ortsansässigen Gewerbetreibenden und Handwerker hervor.

In feierlichem Rahmen ehrte die Gemeinde erneut junge Menschen für besondere schulische und berufliche Erfolge.

Katharina Burger absolvierte die Berufsfachschule für Ergotherapie in Neuötting mit der Abschlussnote 1,63 und darf nun die Berufsbezeichnung Ergotherapeutin führen.

Julian Schreiner, bereits mehrfach Gast bei den Ehrungen, schloss die Fachschule für Bautechnik und die Meisterschule für das Bauhandwerk in München mit einem hervorragenden Schnitt von 1,21 ab und trägt nun den Titel „Staatlich geprüfter Bautechniker“.

Meisterpreis
der Staatsregierung

Ergänzend bestand er die Fachhochschulreife mit der Note 1,24. Für seine besonderen Leistungen erhielt er zudem den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung. Julian Stadler, der bereits 2022 für seinen Realschulabschluss geehrt worden war, beendete die Ausbildung an der Staatlichen Berufsschule Freising mit der Note 1,3 und darf sich nun Fachinformatiker für Systemintegration nennen.

Lukas Stadler bestand die Berufsschule für Spedition und Logistik in München mit einem Durchschnitt von 1,6 und ist nun Kaufmann für Spedition und Logistik.

Simon Stanka schloss sein Masterstudium der Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Gesamtnote 1,09 ab. Seine Masterarbeit erhielt sogar die Bestnote 1,0. Zusätzlich wurde die Bogenschützin Judith Wenzl für ihren außergewöhnlichen sportlichen Erfolg geehrt: Nachdem sie im vergangenen Jahr bayerische Meisterin und deutsche Vizemeisterin war, errang sie heuer den Europameistertitel im 3D-Bogenschießen.

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