Vielzahl von Vorhaben vorgestellt

von Redaktion

Bürgermeisterin Petra Jackl beantwortet Fragen der Kraiburger und vollzieht besondere Ehrung

Kraiburg – In zwei äußerst gut besuchten Bürgerversammlungen in Kraiburg und im Ortsteil Frauendorf hat der Markt einen umfassenden Blick auf die aktuelle Entwicklung und die anstehenden Projekte geworfen. Bürgermeisterin Petra Jackl stellte eine Vielzahl von Zahlen und Vorhaben vor – von der Finanzlage über Bauleitplanungen bis hin zu Investitionen in Sicherheit und Infrastruktur. „Mir ist wichtig, dass wir offen zeigen, wo wir stehen und wohin wir wollen“, sagte Jackl zum Auftakt ihres Berichts.

Die Gemeinde zählt aktuell 4.076 Einwohner (Stand Montag, 13. Oktober). Die Auswertung der Zu- und Wegzüge sowie Geburten und Sterbefälle zeigt ein weitgehend ausgeglichenes Bild, wobei die Zahl der Sterbefälle weiterhin höher liegt als die der Geburten. Kraiburg folgt damit dem Trend vieler ländlicher Regionen. Jackl betonte: „Wir wachsen moderat – aber wir müssen die strukturellen Veränderungen im Blick behalten.“

Finanziell steht der Markt robust da: Der Verwaltungshaushalt 2024 schloss mit 8.687.000 Euro auf der Einnahmenseite und 7.986.000 Euro bei den Ausgaben ab. Dadurch konnten 650.500 Euro dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Dieser verzeichnet einen Überschuss von 1.754.000 Euro, der die Rücklagen stärkt. Die Verschuldung liegt bei nur 359 Euro pro Einwohner – ein niedriger Wert im Vergleich zu anderen Gemeinden dieser Größenordnung. „Wir wirtschaften vorsichtig, aber entschlossen – und das zahlt sich aus“, so Jackl. Für 2025 wird ein Haushaltsvolumen von etwa 13.000.000 Euro erwartet. Dass steigende Kosten im Unterhalt öffentlicher Einrichtungen und Infrastruktur den Etat zunehmend belasten, wurde im Vergleich der Einnahmen- und Ausgabenblöcke deutlich.

Der Markt arbeitet parallel an mehreren Bauleitplanverfahren. Neben Änderungen im Ortskern und bestehenden Wohnbereichen werden das Sondergebiet Photovoltaik Kolbing sowie der geplante neue Edeka-Standort vorbereitet. Dazu kommen zwei neue Bauparzellen an der Pfarrer-Hamberger-Straße und an der Kumpfmühle, die zu festen Quadratmeterpreisen veräußert werden. Die Gemeinde will so sowohl Wohnraum als auch Gewerbestrukturen nachhaltig entwickeln.

Dringenden Handlungsbedarf lösten die Ergebnisse der Untersuchungen im Rathaus aus: Im Dachgeschoss wurde stark geschädigte Bausubstanz entdeckt. Geplant sind deshalb ein komplett neuer Dachstuhl, die Erneuerung der obersten Geschossdecke, Verbesserungen im Eingangs- und Sanitärbereich sowie eine neue Heizungsanlage. Die Abstimmung mit den Förderstellen läuft bereits, denn der Befund duldet keinen zu langen Aufschub.

In den vergangenen beiden Jahren wurde die Ausrüstung der Feuerwehren in Kraiburg und Guttenburg bereits deutlich modernisiert – darunter Schutzkleidung und hydraulisches Gerät. Für die kommenden Jahre ist zusätzlich ein neues Mehrzweckfahrzeug vorgesehen. Bürgermeisterin Jackl betonte, dass eine zeitgemäße Ausstattung zentral für die öffentliche Sicherheit sei.

Zu den wichtigsten Zukunftsprojekten zählen die Generalsanierung von Schule und Turnhalle, der Neubau der Frauendorfer Brücke ab 2026, Modernisierungen im Trinkwasser- und Kanalnetz, der weitere Ausbau der LED-Straßenbeleuchtung sowie die Arbeiten im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung. Auch abschließende Bauleitplanprozesse stehen an.

Im Gesprächsteil äußerten Bürger zahlreiche konkrete Anliegen. Reinhard Graser sprach sich für eine verbesserte Busanbindung nach Waldkraiburg und Mühldorf aus, gerade mit Blick auf medizinische Termine. Er regte an, den Waldkraiburger Rufbus bis nach Kraiburg zu verlängern. Jackl zeigte sich offen und kündigte Gespräche an. Rita Schranner bat um stärkere Kontrollen des ruhenden Verkehrs hinter der Marktkirche, weil dort die Feuerwehrzufahrt regelmäßig blockiert werde. Die Bürgermeisterin betonte, dass dieser Bereich bereits routinemäßig überwacht werde. Zur Energieversorgung erkundigte sich Renate Semmler: Die kommunale Wärmeplanung laufe, erste quartiersbezogene Auswertungen werden im März erwartet. Auch Verkehrsthemen spielten eine Rolle: Reinhard Gruber fragte nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung in der Langgasse, für die das Landratsamt zuständig ist. Ralf Zehentner plädierte für ein Sackgassenschild an der Zufahrt zur Siedlung an der Kumpfmühle, da dort häufig gewendet wird. Die Verwaltung sagte eine Prüfung zu. Alexander Pichlmaier erkundigte sich zudem nach Plänen für ein Grundstück gegenüber der Apotheke, wozu die Gemeinde mangels Eigentümerschaft keine Auskunft geben konnte. Schließlich wies Fritz Thumser auf die häufigen Überspülungen des Wegs von Malseneck hin. Ortstermine mit Eigentümern und Fachbüro fanden bereits statt; eine Lösung wird erarbeitet. Zum Abschluss der Versammlungen richtete Bürgermeisterin Petra Jackl einen besonders herzlichen Dank an alle, die das Gemeindeleben tragen und prägen: an die Mitarbeiter in Verwaltung, Bauhof, Schule und Kindertagesstätten, an die Feuerwehren, Vereine und Gemeinderäte. Besonders hob sie das breite freiwillige Engagement hervor. Ohne die vielen Ehrenamtlichen, betonte Jackl, wäre der Markt „nur halb so lebens- und liebenswert.“ Ihr Einsatz sei ein unverzichtbarer Beitrag zum Zusammenhalt der Gemeinde.

Mutiges Eingreifen verhindert Schlimmeres

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