Neumarkt-St. Veit – Schon seit einiger Zeit hatten sich Wasserverluste bemerkbar gemacht, schleichend seien diese immer größer geworden, sagt Katrin Preiss aus dem Neumarkt-St. Veiter Bauamt. Ständig seien die Mitarbeiter des Neumarkter Wasserwerks auf der Suche nach Rohrbrüchen. Mehrere Schadstellen seien in diesem Jahr bereits geortet und undichte Stellen geflickt worden. Jetzt musste die Stadt erneut reagieren, um einen größeren Schaden in der Nähe des Freibades zu beheben.
Leck hatte sich bei
der Rott abgezeichnet
Denn das Leck, das sich in der Nähe der Rott abgezeichnet hatte, betraf die zweite Hauptversorgungsleitung zum Hochbehälter in der Nähe des Freibades. „Dieses ist durch weiße bis hellbraune Färbung des Rottwassers auffällig und dann auch grob lokalisiert worden“, erklärte Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner bereits bei der Bürgerversammlung letzte Woche. Die Mitarbeiter vom Wasserwerk hätten sofort reagiert und versucht, den Rohrbruch mit einem sogenannten Korrelator, also einem Lecksuchgerät, zu orten.
„Damit ist die Schadstelle neben der Rott im Freibadgelände bestimmt worden“, ergänzt dazu Preiss auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen. Dass sich in der Nähe des kleinen Flüsschens in Neumarkt gerade was tut, war daraufhin selbst den Autofahrern auf der Birkenstraße nicht entgangen. Denn südlich davon, auf der Wiese, wurde schließlich eine große Baugrube ausgehoben, um die alte Gussleitung, die unter der Rott zum Freibad führt, vom Wassernetz zu trennen und ein neues PE-Rohr zu verlegen.
„Mittels Spülbohrverfahren wurde die neue Leitung unter der Rott verlegt“, erklärt Thomas Voglsamer, Fachmann am Wasserwerk Neumarkt, die aufwendigen Arbeiten vor Ort, die jetzt kurz vor dem Abschluss stehen. „Tatsächlich hatten wir Glück, dass wir schnell Firmen gefunden haben, die dieses Verfahren umsetzen können. Das ist nicht selbstverständlich in dieser Jahreszeit.“
Die Spülbohrung wurde von der Firma Minibagger Neudecker aus Buchbach durchgeführt, während die Schweißverbindungen beziehungsweise das Spiegelschweißen vom Zweckverband zur Wasserversorgung der Binatalgruppe übernommen wurden. „Alle weiteren Arbeiten wurden von den Mitarbeitern des Wasserwerks selbst erledigt“, ergänzt Voglsamer.
Auf der anderen Seite der Rott, dort, wo die Hauptleitung mit dem Freibad verbunden ist, ist von den Arbeiten schon gar nichts mehr zu sehen. Die neue Wasserleitung im Süden wurde bereits an den Bestand angebunden. Im Zuge der Arbeiten wurde auch ein defektes Schieberkreuz erneuert, das in die Jahre gekommen war. „Alle Schäden dort sind schon wieder behoben und eingegraben“, sagt Voglsamer.
Wie Katrin Preiss aus dem Bauamt weiter mitteilt, sei es schwierig, rechtzeitig auf Wasserverluste zu reagieren, wenn Meldungen diesbezüglich ausblieben. Im aktuellen Fall der zweiten Hauptleitung sei das umso schwieriger gewesen, da es im Siedlungsbereich einen Ringverband gebe mit einigen Zuleitungen. Druckverluste blieben daher aus, in Privathaushalten sei deshalb gar nicht festzustellen, ob eine Störung vorliegt.
Den genauen Schaden kann Bürgermeister Erwin Baumgartner nicht beziffern. Überrascht ist er aber nicht, schließlich ist das Leitungsnetz im Neumarkter Untergrund schon einige Jahrzehnte alt. Dass Schäden in der Winterzeit auftreten, sei ebenfalls nichts Ungewöhnliches, wenn es jahreszeitlich bedingt zu größeren Temperaturunterschieden kommt.
Zu viel Spannung
an der alten Leitung
Das bestätigt auch Wasserwerker Voglsamer. „Wir haben eben gerade die Jahreszeit, wo sich Frost und dann wieder höhere Temperaturen abwechseln. Damit verbunden, kommt es zu minimalen Bodenbewegungen. Und das ist dann der Tropfen, der oft das Fass zum Überlaufen bringt.“
Lochfraß an der Leitung alleine sei noch nicht schlimm. Aber wenn zur Spannung an der Leitung dann auch noch die Bodenbewegung dazukomme, dann bricht die Leitung. „Zu viel Spannung bei einer schlechten Leitung. Da kommt dann alles zusammen“, so Voglsamer. „Dafür haben wir gerade die Hotspotzeit.“