Mühldorf – Beethoven lebt mit seinen Besitzern Pietro Lang und Julia Höber aktuell auf Sizilien. Ursprünglich stammt er aus Vilsbiburg, war davor lange in Mühldorf zu Hause. Nun springt Beethoven am Mittelmeer herum und spielt gerne im Garten unter der italienischen Sonne.
Wenn man ihn so sieht, würde man kaum auf die Idee kommen, dass die norwegische Waldkatze todkrank ist. Seit einer E-Coli-Infektion ist Beethoven chronisch nierenkrank, hat sich von der bakteriellen Erkrankung vor ein paar Jahren nie erholt.
Ungaublicher Lebenswille
des zehnjährigen Katers
„Er hat Werte, denen zufolge er eigentlich tot sein müsste. Er befindet sich im Endstadium, eine Niere ist bereits abgestorben“, unterstreicht Pietro den Ernst der Lage.
Doch der zehnjährige Kater legt einen solchen Lebenswillen an den Tag, dass er auch mit nur einer Niere noch quietschfidel wirkt, tagtäglich seinen Charakter präsentiert und seinen Besitzern immer wieder aufs Neue ein Lächeln ins Gesicht zaubert. „Die Rasse ist zwar beständig, aber lange macht er‘s nicht mehr. Für uns ist Beethoven mehr als nur ein Haustier, er ist etwas Besonderes. Wir wollen ihm das Leben retten – und hoffen auf ein Wunder“, erklärt Pietro. Die Erkrankung kann nicht geheilt, der Verlauf nur verlangsamt werden. Der einzige Ausweg, den die Besitzer sehen, ist eine Nierentransplantation. Die Lebenserwartung von Katzen beträgt in der Regel 14 bis 20 Jahre.
Nierentransplantation
nicht erlaubt
In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist eine Nierentransplantation ohnehin nicht erlaubt, weil es einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz (Paragraf sechs) darstellt. Die Begründung: Die Tiere können schließlich nicht gefragt werden, ob sie eine Niere abgeben möchten.
Deshalb können hierzulande lediglich symptomatische Therapien zur Minderung der Krankheitserscheinungen angewendet werden. (Anmerkung der Redaktion: Wir haben diverse Ansprechpartner, darunter Tierkliniken und die Landestierärztekammer, um Stellungnahmen bezüglich Nierentransplantationen bei Katzen gebeten, bis zur Veröffentlichung des Artikels jedoch noch keine Rückmeldung erhalten. Wir werden über das Thema gesondert in einem eigenen Artikel berichten.)
Letzter Ausweg:
OP in Amerika?
Technisch gesehen ist eine Transplantation möglich, in den USA gibt es vereinzelt tierärztliche Uni-Kliniken, die einen solchen Eingriff durchführen. Die Kosten belaufen sich insgesamt mit Hin- und Rückflug, Aufenthalt vor Ort, Medikamenten und Nachsorge auf circa 30.000 Euro, berichten die Halter.
Eigentlich könnten Pietro und Julia die Kosten selbst stemmen, doch der Bitcoin-Crash hat auch die Ersparnisse der beiden erwischt, wie sie berichten. Nun soll die Hälfte der Kosten mithilfe von Spenden finanziert werden.
Dafür hat die 32-jährige Julia auf der Plattform „GoFundMe“ eine Spendenaktion mit dem Titel „Eine Spende, zwei Leben – rettet Beethoven“ ins Leben gerufen. Schließlich darf die amerikanische Spenderkatze aus dem Tierheim anschließend mit nach Hause reisen und mit dem hoffentlich wieder genesenen Beethoven zusammen leben. Wenn alles gut läuft, besitzen Pietro und Julia am Ende neben Hündin Luna drei Katzen.