Neuer Supermarkt sorgt für Diskussion

von Redaktion

Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer: Ampel oder Kreisverkehr?

Kraiburg – Seit Jahren diskutiert die Gemeinde Kraiburg über die Ansiedlung eines neuen Supermarkts am Ortsrand, ein Bebauungsplan ist beschlossene Sache. In diesem Kontext muss jedoch eine zentrale Frage geklärt werden: Wie soll das Gebiet gegenüber der Tankstelle an die Kreisstraße angebunden werden? In der jüngsten Gemeinderatssitzung prallten verschiedene Positionen aufeinander – Ampel oder Kreisverkehr.

Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) erinnerte daran, warum der Neubau notwendig ist. „In den bestehenden Markt müsste viel investiert werden, die Regionalleitung sieht dort aber keine Zukunft mehr.“ Weil eine Sanierung unwirtschaftlich wäre, wolle Edeka einen Neubau. „Der Betreiber leitet hier seit Jahren einen tollen Markt, aber der Vertrag läuft 2029 aus“, stellte Jackl klar.

Chance auf
ein Gewerbegebiet

Mit dem Supermarkt könnte zudem ein kleines Gewerbegebiet entstehen. Mehrere örtliche Betriebe hätten Interesse signalisiert, sich zu vergrößern oder Flächen zusammenzuführen. Auch externe Firmen hätten Anfragen gestellt. Für die Gemeindefinanzen sei dies ein wichtiger Faktor, erklärte Jackl: „Ein Teil der kommunalen Einnahmen kommt über die Gewerbesteuer. Wenn wir jetzt nicht handeln, könnte es später eng werden.“

Knackpunkt dabei bleibt aber die Verkehrsanbindung. Ein Gutachten bescheinigte sowohl einer Ampel als auch einem Kreisverkehr ausreichende Leistungsfähigkeit. Jackl plädierte für die Ampel: geringere Erschließungskosten, sichere Querungen für Fußgänger und Radfahrer und ein geringerer Flächenverbrauch. Eine Ampelanlage koste rund 350.000 Euro, ein Kreisverkehr rund 750.000 Euro.

Doch im Gremium gingen die Meinungen auseinander: Claudia Pickart (Grüne) und Anette Lehmann (UWG) stellten ebenfalls die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern in den Fokus, während andere aber auch mehr den Verkehr berücksichtigten. Gerhard Preintner (UWG) warnte vor Rückstaus bei einer Ampel, insbesondere in Richtung Autobahn. Autofahrer könnten dann verstärkt durch den Ort fahren. Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer sei auch mit einem Kreisverkehr erreichbar, betonte er.

Mit einer Ampel schnell
eine Grenze erreicht

Mehrere Räte sahen im Kreisverkehr die langfristig bessere Lösung. „Es wird nicht beim Edeka bleiben, dann macht ein Kreisverkehr mehr Sinn“, argumentierte Andreas Fischer (Grüne). Auch Markus Huber (UWG) meinte: „Mit einer Ampfel ist schneller eine Grenze erreicht.“ Franz Kifinger (UWG) sah in einer Ampel einen „Schritt rückwärts“. „Bei einer Ampel können die Fahrzeuge durchfahren, bei einem Kreisverkehr wird der Verkehr abgebremst.“

Dem widersprachen allerdings andere Gemeinderäte. Sebastian Heiml (CSU) verwies auf eine Ampel an der B15 und auf ein „besseres Gefühl“ für Radfahrer und Fußgänger. Außerdem werde auch bei einem neuen Edeka in Mühldorf eine Ampel gebaut, worauf Matthias Hochreiter (CSU) hinwies. Ein Kreisverkehr sei teurer, eine zusätzliche Fußgänger-Ampel treibe die Kosten ins „Uferlose“.

Rückstaus sind
zu befürchten

Ludwig Kamhuber (CSU) hielt mögliche Rückstaus für vertretbar: Das Gutachten rechne zu Spitzenzeiten mit maximal 70 Sekunden Wartezeit. Schwieriger sei eher der Erwerb der notwendigen Grundstücke, wie auch Anton Voglmaier (CSU) befürchtete.

Mehr auf seine Erfahrung als auf ein Gutachten vertrauen will Ernst Kirmeier (UWG). Er rechnet bei einer Ampel mit deutlichen Rückstaus – besonders mit Blick auf die nahe Einfahrt zum Wertstoffhof. Eine Ampel hielt er für „sinnbefreit“. Um alle Bedürfnisse zu erfüllen, brachte er einen Kreisverkehr mit Bedarfsampel für Fußgänger ins Spiel. Doch auch das könne Staus verursachen, gab Adrian Hilge (SPD) zu bedenken und verwies auf Erfahrungen aus Waldkraiburg am Stockhamer Berg.

Die Meinungen blieben gespalten: Mit 11:5 Stimmen votierte der Gemeinderat für eine Ampel-Lösung. „Mit dieser Grundlage können wir weiterarbeiten“, sagte Jackl.

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