Pollinger Gemeinderat wechselt die Seiten

von Redaktion

Überraschung im Kommunalwahlkampf – Von der Bürgermeister-Liste zu den Freien Wählern

Polling/Flossing – Vor sechs Jahren kandidierte Hendrick Gerschewski auf der UWG-Liste von Pollings Bürgermeister Lorenz Kronberger. Im März war er Nachfolger von Barbara Kronberger, nachdem diese ihr Mandat zurückgegeben hatte und weder Annette Genzinger noch Anton Auer das Gemeinderatsmandat der UWG übernehmen wollten.

Hendrick Gerschewski
wird ein Freier Wähler

Doch jetzt, neun Monate nachdem er als UWG-Mann in den Gemeinderat einzog, wechselt er die Seiten: Gerschewski möchte am 8. März wieder in den Gemeinderat einziehen – diesmal aber für die Freien Wähler (FW). Das war das wohl überraschendste Ereignis, als Pollings Freie Wähler ihre Kandidaten für die Kommunalwahl nominierten. 

In seiner Vorstellung meinte Gerschewski, er habe in dieser Entscheidung nichts „Ehrenrühriges“ gesehen und in seiner kurzen Amtszeit sehr positive Rückmeldungen von den Gemeinderatskollegen bekommen.  Auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen und von innsalzach24.de, warum er jetzt die Seiten gewechselt habe und ein Gemeinderatsmandat bei den Freien Wählern anstrebe, schreibt Gerschewski: „Da die Zukunft der UWG aktuell ungewiss ist, ich aber gerne wieder als Gemeinderat arbeiten will, habe ich sehr erfreut das Angebot angenommen, für die ‚Freien Wähler‘ zu kandidieren.“

Auch die Kollegen im Gemeinderat hätten ihn bestärkt, diesen Schritt zu gehen. Gerade in der Kommunalpolitik sei es letztlich nicht entscheidend, unter welcher Fahne man segle, sondern in welche Richtung man unterwegs sei.

Das zeigte Gerschewski auch im Gemeinderat schon. Er bildet sich stets eine eigene Meinung, hebt nicht automatisch mit Kronberger die Hand. Zuletzt widersprach er auch bei der Bürgerversammlung öffentlich dem Bürgermeister.

Die Freien Wähler Polling-Flossing, die aktuell fünf Gemeinderäte stellen, ziehen mit acht Kandidaten in die Kommunalwahl 2026. An ihrer Spitze steht die Ortsvorsitzende Grit Berdel, die wegen einer Reha bei der Versammlung fehlte.

Berdel ist Kämmerin in Tüßling und seit gut einem Jahr Gemeinderätin in Polling, nachdem Robert Wimmer im Oktober 2024 sein Mandat niedergelegt hatte. Berdel erwies sich schnell als scharfzüngige, meinungsfreudige und kämpferische Rätin, die des Öfteren mit Bürgermeister Kronberger aneinander geraten ist.

„Ich möchte gerne wieder im Gemeinderat mitwirken, um unsere Gemeinde voranzubringen, um die Möglichkeit zu haben, etwas zu bewirken“, begründete Berdel in einem Telefonat gegenüber den OVB-Heimatzeitungen ihre Kandidatur. „Mir bereitet die Arbeit in diesem Gremium Freude und ich schätze das parteiübergreifende Miteinander, das wir in der laufenden Wahlperiode praktizieren, und würde dies auch nach der Wahl 2026 fortsetzen wollen.“ 

Keine volle Liste,
aber starke Kandidaten

Die Versammlung nominierte unter der Wahlleitung des Landtagsabgeordneten Markus Saller einstimmig insgesamt acht Kandidaten. „Wir haben zwar keine volle Liste, dafür aber sehr starke Kandidaten“, sagt dazu Berdel, die seit einem Jahr die Freien Wähler in Polling anführt. 

Die Kandidaten

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