Erharting – Das Umritt-Mod’l für den Erhartinger Stephani-Umritt ist fertig und zeigt heuer die Pfarrpatrone Petrus und Paulus. Beim Stephani-Umritt am Freitag, 26. Dezember, werden die Wachsbildnisse ab 14 Uhr an die teilnehmenden Reiter und Gespannführer ausgegeben.
Seit der Wiedereinführung des Erhartinger Stephani-Umritts im Jahr 1981 durch Josef Vorbuchner ist es gute Tradition, dass alle Teilnehmer als Erinnerungsgeschenk ein Wachsbildnis mit einem der im Festzug mitgeführten Heiligen erhalten. Wie der Brauchtumsverein mitteilt, hat sich so „im Lauf der Jahre bei so manchem Pferdefreund eine ansehnliche Sammlung mit den ‚Beweisstücken‘ über die Teilnahme am Erhartinger Stephaniumritt ergeben“.
Für den Umritt in diesem Jahr entschied sich der Verein für ein Motiv mit den Patronen der Erhartinger Pfarrkirche, den Apostelfürsten Petrus und Paulus. Die Gussvorlage für das neue Umritt-Mod’l hat Holzbildhauer Arnold Hein aus Altmühldorf in akribischer Feinarbeit geschaffen. Auf Basis dieser Vorlage fertigt Tanja Kolm aus Töging Kautschukformen, in die das auf rund 90 Grad erhitzte Wachs gegossen wird. Nach drei bis vier Stunden kann das Wachsbild aus der Form gelöst und anschließend patiniert werden.
Laut Angaben des Brauchtumsvereins sind für den diesjährigen Umritt mehr als 200 Stück vorgesehen. Kolm ist seit über zehn Jahren für die Produktion der Erinnerungsstücke zuständig und hat in dieser Zeit bereits mehr als 1000 Exemplare in mühsamer Handarbeit gefertigt.
Einen besonderen Bezug zum Pfarrverband und zur Nachbarstadt Töging bringt Holzbildhauer Hein mit: Er betreibt seine Werkstatt in Altmühldorf in dritter Generation. Sein Großvater schuf die Skulpturen für den Haupt- und die Seitenaltäre des Töginger Kirchenneubaus im Jahr 1923, sein Vater fertigte die Heilig-Geist-Taube am Ambo sowie das eindrucksvolle große Altarkreuz für die Kirche St. Josef in der Töginger Siedlung. Hein selbst erinnert sich zudem an die Restaurierung der Erhartinger Pfarrpatrone Petrus und Paulus, die am Kirchengiebel aus luftiger Höhe auf das Dorf herabschauen.
Damit ist es den Verantwortlichen im Brauchtumsverein nach eigenen Angaben erneut gelungen, einen persönlichen Bezug innerhalb des Pfarrverbandes und zur früher zuständigen Pfarrgemeinde Erharting herzustellen.
Die Reiterinnen, Reiter und Gespannführer können am Stephanitag, Freitag, 26. Dezember, nachmittags um 14 Uhr wieder ein stilvolles Gastgeschenk für ihre Bemühungen entgegennehmen.