Jettenbach – Die Grafengarserin Christa Obermaier hat jüngst ihren 80. Geburtstag gefeiert. Rüstig, schwungvoll und unternehmungslustig ist die Tochter von Anton und Maria Wretschar auch heute noch. Im Jahr 1945 geboren, prägten die Nachkriegsjahre ihre Kindheit. Nach der Volksschule erlernte sie den Beruf der Einzelhandelskauffrau Textil in Ebersberg. Mit 14 Jahren erlebte Christa sehr harte Ausbildungsjahre. Ihren guten Noten verdankte die junge Frau einen nahtlosen Wechsel von Ebersberg in die Metropole München. Neun Jahre war die Weltfirma Kaufhof ihr Arbeitgeber. Aus Liebe zu ihrem Ehegatten wechselte sie im Jahr 1969 zum neu eröffneten Kaufhaus Schmederer an der Bayernbrücke in Waldkraiburg. Gemeinsam mit ihrem Alfons, dem späteren Bürgermeister in Jettenbach, baute das Paar ein Einfamilienhaus in Grafengars, einem Ortsteil von Jettenbach. Im Jahr 1970 wurde Tochter Christine und im Jahr 1978 Tochter Bettina geboren.
Aus zunächst losen Zusammenkünften von Frauen aus dem Dorf gründeten die Damen im Jahr 1987 die Jettenbacher Frauengemeinschaft. Dieser stand Christa Obermaier bis zum Jahr 2022 als Vorsitzende vor. Nach rekordverdächtigen 35 Jahren übergab sie das Amt an ihre Nachfolgerin. Unzählige Feste wurden unter ihrer Führung veranstaltet und zigtausende Euro an gemeinnützige Organisationen oder Hilfsbedürftige gespendet. Obermaier betonte den besonderen Zusammenhalt der damaligen Führungscrew. Ohne die Damen wäre dies alles nicht möglich gewesen. Noch heute spricht man vom Sommerfest in Haberthal in den höchsten Tönen. Das Haberthalerfest war weit über die Landkreisgrenze bekannt.
Ihre größte Leidenschaft ist, neben dem Singen und Theaterbesuchen, das Reisen. Noch heute singt Christa Obermaier im Kirchenchor. „Ab und zu wackelt die Stimme schon, aber was soll’s“, so die rüstige Rentnerin. Dem Theaterspielen kommt sie nicht mehr nach, aber in so manche Operette oder Theaterveranstaltung geht sie immer noch gern. Von den zahlreichen Reisen, die sie mit ihrem Ehemann Alfons oder auch allein erlebte, erzählt sie mit einem besonderen Funkeln in den wasserblauen Augen. „Die Fernreisen zum Nordkap, nach Amerika oder Asien habe ich mit meinem Mann gemacht“, so Obermaier. „Hongkong im Jahr 1999 war zwar anstrengend, aber schon besonders großartig.“ Erst kürzlich stieg die Jubilarin einfach in den Zug, fuhr nach Salzburg und genoss einen Kaffee im Sonnenschein. Die Zugfahrt sei kein Problem für sie und außerdem habe sie ein Deutschlandticket der Bahn. Alter schützt vor Reisen nicht, möchte man ein geflügeltes Wort umformulieren. An ihrem Jubeltag hatte Christa Obermaier ihre Familie, alle Vereinsvorstände im Dorf und die Aschauer Blaskapelle eingeladen. Zwar ohne Dirigentenstab, aber mit entsprechenden Armbewegungen gab sie den Takt vor. „Das habe ich schon immer gern gemacht“, berichtete sie mit einem Schmunzeln im Gesicht.
Nachbar und Ehrenpräsident der Spielvereinigung Jettenbach, Peter Heindl, brachte es auf den Punkt: „Christa, du bist eine super Nachbarin. Unkompliziert und ein Menschenfreund. Schön, dass wir dich kennen dürfen.“ Er wünschte im Namen der Vereine noch viele unbeschwerte Jahre in Gesundheit und Freude mit ihrer Familie. Die Glückwünsche der Gemeinde überbrachte Bürgermeisterin Maria Maier. cg