Erharting – Das Jahr ist rum, Zeit für einen Rückblick von Erhartings Bürgermeister Matthias Huber. Das macht er im Rahmen der Bürgerversammlung im Schützenstüberl im Schulgebäude, in der Huber über die aktuelle Lage in Finanzen, Infrastruktur und Ehrenamt informiert hat.
Huber eröffnete den Abend mit der Bitte, das Gemeindemitglied David Hüttl weiterhin zu unterstützen. Der junge Erhartinger ist vor drei Jahren an Krebs erkrankt, weit über 400.000 Euro seien in den vergangenen Monaten gesammelt worden, um dem Erhartinger eine kostspielige Behandlung in den USA zu ermöglichen. Die Behandlungen in den USA zeigten laut Huber positive Wirkungen. Da die bisherigen Spenden jedoch nahezu aufgebraucht sind, bat die Gemeinde eindringlich um weitere finanzielle Hilfe.
Moderates
Bevölkerungswachstum
In der statistischen Rückschau wurde ein moderates Bevölkerungswachstum festgestellt. Zum Stichtag 12. November 2025 waren 980 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Erharting gemeldet, hinzu kamen 32 Flüchtlinge. Im vergangenen Jahr wurden 13 Geburten und vier Eheschließungen verzeichnet. Die Zahl der Sterbefälle lag bei 31, darunter 18 Erhartinger Bürgerinnen und Bürger. Ihrer wurde in einer Schweigeminute gedacht.
Im Finanzteil berichtete Geschäftsstellenleiter Georg Wagenbauer über das Haushaltsjahr 2025. Ein Schwerpunkt seines Rechenschaftsberichts war die Grundsteuerreform. Der Hebesatz für die Grundsteuer A, die land- und forstwirtschaftliche Betriebe betrifft, sei unverändert geblieben. Für die Grundsteuer B auf bebaute und unbebaute Grundstücke sei der Hebesatz moderat angehoben worden, die endgültigen Berechnungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen. Insgesamt seien die Ausgaben der Gemeinde zu hoch, so Wagenbauer. Besonders die sozialen Ausgaben schießen in die Höhe, weil der Bund keine Zuzahlungen mehr leistet und die Bezirke die Mittel, etwa für die Eingliederungshilfe, aus eigener Kraft aufbringen müssen. Bürgermeister Huber informierte anschließend über die Arbeit in Kindergarten, Bauhof, Feuerwehr und Verwaltung.
Er hob das Engagement und die „hervorragende Arbeit“ des Personals im Kindergarten, im Bauhof sowie bei der Reinigung der öffentlichen Einrichtungen im Dorf hervor. Für das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen oder bei der Feuerwehr bedankte sich Huber ausdrücklich. Es gehe „sonst in einem Dorf nicht“, so der Bürgermeister, „wenn man nicht die zahlreichen freiwilligen Helfer hätte, auf die sich das Dorfleben stützt“.
Ein zentrales Zukunftsprojekt ist der Gigabitausbau: Bis September 2028 sollen alle Anwesen in Erharting einen Glasfaseranschluss erhalten. Weitere Themen waren die geplante Nahwärmeversorgung, für die sich Huber im neuen Jahr noch intensiv einsetzen möchte, sowie Investitionen in Infrastruktur und Wasserversorgung.
Konkret nannte der Bürgermeister für das kommende Jahr die Sanierung der Brunnendecke des Trinkwasserbrunnens, Verbesserungen der Zufahrt in den Fischerweg und eine umfassende Sanierung der Gemeindestraßen. Zudem sei es an der Zeit, sich über den Hochbehälter und die Frage Gedanken zu machen, ob die Trinkwasserversorgung auch in Zukunft ausreiche.
Zwei ausgezeichnete
Absolventen geehrt
Zum Abschluss des offiziellen Teils ehrte die Gemeinde zwei Schulabsolventen für ihre herausragenden Leistungen: Florentine Koller und Kilian Wagner wurden in der Versammlung gewürdigt.
Landrat Max Heimerl beschloss die Bürgerversammlung mit einem Grußwort. Er verwies auf die schwierige Lage in Deutschland und betonte, dass es an der Zeit für Reformen sei. Abschließend erläuterte Heimerl den sogenannten „Operationsplan Deutschlands“. Jeder müsse im Ernstfall wissen, was seine Aufgabe sei, erklärte der Landrat.
So solle es in jeder Gemeinde einen Alarmbeauftragten geben, außerdem eine organisierte Essensausgabe und eine Waschmöglichkeit, falls die Infrastruktur zusammenbricht. Auf diese Ausführungen reagierte die Versammlung mit langem Schweigen.