Nach 50 Jahren nicht mehr standsicher

von Redaktion

Marodes Waldbad beschäftigt erneut den Stadtrat – Sanierung „wirtschaftlich nicht sinnvoll“

Waldkraiburg – Das Dach, das über Jahrzehnte den Eingangsbereich vom Waldbad prägte, ist Geschichte. Es wurde zurückgebaut, weil es nicht mehr standsicher war. Doch die Probleme reichen weit über das Vordach hinaus: Für die kommende Saison müssen Stadt und Stadtwerke jetzt reagieren. Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) hatte es in der jüngsten Sitzung des Stadtrats bereits angekündigt, dass Handlungsbedarf besteht. Die Standsicherheit des Kabinentrakts ist nicht mehr gegeben, damit sind sowohl das Hauptgebäude als auch das Kioskgebäude nicht mehr zu nutzen. „Ein Statiker hat bestätigt, dass das Gebäude nicht mehr standsicher ist“, erklärte Pötzsch in der Sitzung. Eine Sanierung wäre mit erheblichem Aufwand verbunden und wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Mängel sind
altersbedingt

Auf die Schäden an Gebäude und Dach gehen die Stadtwerke in einer Mitteilung genauer ein. Statische Mängel am Dach im Eingangsbereich waren bereits vor Beginn der Badesaison 2025 bekannt. „Um den Betrieb zunächst abzusichern, wurde der Eingangsbereich inklusive Vordaches vorübergehend mit einer Holzständerkonstruktion verstärkt“, heißt es in der Mitteilung. Vor kurzem folgte der Abriss des Eingangsbereichs, das Kassenhäuschen steht noch.

Wie auch große Teile des Waldbads selbst sind die betroffenen Gebäudeteile mehr als 50 Jahre alt. Die Ursache der Schäden liegt in der fortschreitenden Alterung des Betons. Durch sogenannte Karbonatisierung konnte Sauerstoff bis zur Bewehrung vordringen, was Korrosion und eine nachhaltige Schwächung der Tragstruktur zur Folge hatte. Besonders betroffen waren Dach und Trägersäulen im Eingangsbereich.

Altersbedingte Standsicherheitsmängel zeigen sich aber auch in den weiteren Gebäuden. Der Förderverein hatte bereits 2024 in seinem Konzept auf mögliche derartige Risiken hingewiesen. Dort heißt es, dass „Unsicherheiten bezüglich der Standsicherheit des Kabinentrakts bestehen“, die Standsicherheit ein Statiker bescheinigen müsse. Der hinzugezogene Statiker konnte laut Stadtwerke die Standsicherheit der Gebäude ohne weitere kostenintensive Untersuchungen nicht bestätigen. Aus wirtschaftlicher Sicht sei eine sich daran anschließende Sanierung oder Sicherung nicht mehr darstellbar.

Sowohl das Hauptgebäude als auch das Kioskgebäude weisen gravierende statische Mängel auf. „Teilweise liegt die Bewehrung an den Stützen bereits frei, zudem gibt es erhebliche Risse am westlichen Gebäudeteil.“ In Kombination mit den sichtbaren Schäden und dem fehlenden Standsicherheitsnachweis ist eine weitere Nutzung der Gebäude nicht mehr möglich. Sie müssen vollständig gesperrt werden.

Für einen solchen Fall hatte der Förderverein im Konzept bereits Lösungsansätze skizziert: „Eine Sperrung des Umkleideteils und des Eingangsbereichs ließe sich durch das Aufstellen von einfachen Umkleiden auf dem Gelände und durch das Verlegen des Eingangs an die Kioskseite des Gebäudes lösen.“

Eine solche Lösung wird nun konkret. „Für die kommende Badesaison 2026 werden daher Containerlösungen für Umkleiden, Sanitär-, Lager- und Mitarbeiterräume erforderlich.“ Zudem soll ein neuer Eingangsbereich mit Kasse entstehen. „Ziel ist trotz aller Probleme, die Badesaison 2026 pünktlich zu eröffnen.“

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