Biber untergräbt die Bahnstrecke: Feuerwehr muss eingreifen

von Redaktion

Parallel zur Bahnlinie hatte sich Wasser auf einer Länge von rund 150 Metern angestaut

Obertaufkirchen – Ein ungewöhnlicher Einsatz wartete am Samstagabend auf die Feuerwehr Obertaufkirchen: Sie musste einen von einem Biber errichteten Damm zurückbauen. Denn für sein Bauwerk hatte sich das Tier einen äußerst ungünstigen Ort ausgesucht – direkt neben der Bahnstrecke München-Mühldorf.

In einem parallel zur Bahnlinie verlaufenden Graben hatte sich das Wasser bereits auf einer Länge von rund 150 Metern angestaut. Der Biberdamm war schätzungsweise zwischen einem halben und einem Meter hoch, entsprechend groß war die zurückgehaltene Wassermenge. Da die Gefahr bestand, dass der Bahndamm durch den anhaltenden Rückstau aufgeweicht oder unterspült werden könnte, musste man handeln.

„Das Meldebild war ungewöhnlich, es war schon ein kurioses Stichwort“, erzählt Sebastian Hartl, Zweiter Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Obertaufkirchen. Einsätze im Bereich von Bahnstrecken seien grundsätzlich mit besonderer Vorsicht verbunden, erklärte er. In Kombination mit einem Biberdamm sei die Lage jedoch auch für die Einsatzkräfte nicht alltäglich gewesen. Statt andere Personen aus einer Gefahrensituation zu befreien, mussten die Aktiven darauf achten, beim Arbeiten im Wasser keine nassen Füße zu bekommen.

Mit Schaufeln und Rechen legten die Aktiven Hand an, um den Biberdamm auf beiden Seiten ein Stück weit abzutragen. Auf diese Weise konnte das angestaute Wasser kontrolliert in einen Graben abfließen, der unter der Bahnlinie hindurchführt. „Es war ziemlich viel Wasser“, erklärt Hartl. Selbst nach einer halben Stunde floss das Wasser immer noch, der Pegel senkte sich nur langsam ab. Hartls Vermutung: Die Wassermenge hatte sich über mehrere Tage angestaut. „Jetzt ist es halt aufgefallen.“

Schnelles Handeln war deshalb nötig: Auf Dauer hätte die Wassermenge die Stabilität des Bahndamms gefährdet und ein Abrutschen hätte eine längere Sperre nach sich ziehen können. So erfuhren es die Aktiven der Feuerwehr vor Ort. Zu Details konnte am Sonntag (21. Dezember) die Deutsche Bahn keine Angaben machen.

Während die Aktiven im Einsatz waren, war zwischenzeitlich die Bahnstrecke München-Mühldorf für knapp eine Stunde gesperrt.

Trotz – oder gerade wegen – des „ungewöhnlichen Meldebilds“ spricht Hartl von einem „schönen Einsatz“ – wenn auch nicht ganz ohne kleine Unannehmlichkeiten. Einige Einsatzkräfte hatten am Ende dann doch nasse Füße bekommen. „Im warmen Einsatzfahrzeug konnten wir uns aber wieder aufwärmen“, sagt Hartl. Raphaela Lohmann

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