Neumarkt-St. Veit – In seiner letzten Sitzung des Jahres musste der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss zum Bahntrassen-Radweg treffen, den das Staatliche Bauamt Passau auf der Trasse der ehemaligen Bahnlinie von Neumarkt über Gangkofen nach Frontenhausen-Marklkofen errichten möchte. Der vom Bauamt vorgegebene Beschlussvorschlag bezieht sich auf die Übernahme des Radwegs nach der Fertigstellung. Sie würde nicht nur den Weg und die zugehörigen Bauwerke ins Eigentum der Stadt übertragen, sondern auch die Baulast.
Marklkofen habe einen solchen Beschluss bereits getroffen, berichtete Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG). Am 12. Januar findet im Landratsamt Dingolfing eine Besprechung mit dem Bauamt und den beteiligten Kommunen statt.
Laut den Sitzungsunterlagen würde das Bauamt „zahlreiche“ Brückenbauwerke neu errichten und weitere bestehende Bauwerke instand setzen, bevor die Baulast an die Kommunen übergeht. Thomas Döring (Grüne) fragte daraufhin, ob die Übernahme der Baulast auch bedeute, dass die Stadt für die Böschung und den gesamten Bahngrund verantwortlich sei.
Insbesondere die Pflege von Bäumen sei eine „Wahnsinnsaufgabe“ und die Stadt müsse aufpassen, nicht zum Waldbauern zu werden. „Welche Flächen und Sicherungspflichten wir bekämen, erfahren wir in den nächsten Gesprächsrunden“, entgegnete ihm der Bürgermeister. „Ich rechne nicht damit, dass der Weg in den nächsten fünf Jahren befahrbar sein wird.“
Ludwig Spirkl (SPD) sagte, er sei „total begeistert“ von dem neuen Radweg. Mit auf den Weg zur Besprechung in Dingolfing geben wolle er die Frage nach dem Zeitkorridor, innerhalb dem die Stadt entscheiden müsse, wie sie die Zuführung zum Radweg löse, der bekanntlich nahe dem früheren Anschluss an die Rottalbahn endet. „Erst einmal müssen wir uns mögliche Verläufe anschauen und planen und dann die dafür nötigen Grundstücke erwerben“, sagte Baumgartner dazu. Bei der nachfolgenden Abstimmung wurde der Grundsatzbeschluss pro Bahntrassen-Radweg einstimmig getroffen.
Wie entscheiden die
anderen Kommunen?
Der Bürgermeister des Marktes Gangkofen, Matthäus Mandl, erklärte auf Anfrage, der Radwegebau werde voraussichtlich ein Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung im Januar. Im Markt Frontenhausen war der Bau Tagesordnungspunkt am 22. Dezember. Da auf Frontenhausen nur 200 Meter entfielen, gehe er davon aus, dass sein Gemeinderat zustimmen werde, sagte der Erste Bürgermeister Dr. Franz Gassner auf Anfrage.