Ampfing – Das Jahr 2025 schloss für Ampfings Gemeinderäte mit einer guten Nachricht. „Wir sind insgesamt besser gefahren, als wir zu Jahresanfang befürchtet haben“, sagte Bürgermeister Josef Grundner (CSU) zum Nachtragshaushalt, der in der ersten Dezembersitzung auf der Tagesordnung stand.
Gegenüber dem Ansatz aus dem April hatte die Gemeinde zwar mehr Personalkosten und mehr Kosten für den laufenden Betrieb zu schultern, allerdings konnte das „erfreulicherweise mit entsprechenden Steuer- und Gebühreneinnahmen kompensiert werden“, schreibt Kämmerer Thomas Hell in seinem Vorbericht.
Haushaltsvolumen
erreicht fast Rekordniveau
Gegenüber dem Ansatz vom Jahresanfang mit 23,5 Millionen Euro liegt der Verwaltungshaushalt, der die laufenden Ausgaben finanziert, am Jahresende jetzt knapp unter 25,0 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 1,5 Millionen Euro.
Auch der Vermögenshaushalt, der die Investitionen finanziert, hat sich positiv entwickelt. Mit 10,7 Millionen Euro liegt er jetzt eine Million Euro über dem Ansatz vom April (9,7 Millionen Euro).
Insgesamt hat der Haushalt 2025 ein Volumen von 35,7 Millionen Euro. Damit liegt er nur 1,4 Millionen Euro unter dem Rekord-Haushalt von 2023. Der hatte ein Gesamtvolumen von 37,1 Millionen Euro. Das ist der vierte Haushalt in Folge, der über 30 Millionen Euro liegt.
Trotz der gestiegenen Ausgaben im Verwaltungshaushalt fließen jetzt 2,2 Millionen Euro in den Vermögenshaushalt. Das ist das Doppelte des ersten Ansatzes im April (1,1 Millionen Euro). Gleichzeitig musste Kämmerer Hell 401.500 Euro aus den Rücklagen entnehmen, um die Ausgaben im Vermögenshaushalt decken zu können; das sind 172.300 Euro mehr, als ursprünglich gedacht.
„Bei uns ist der Nachtragshaushalt immer ein bereinigter, aktualisierter Haushalt“, erklärt Bürgermeister Grundner. Im Laufe des Jahres würden sich immer Änderungen ergeben, auch bei den verwirklichten Projekten. Dem will die Gemeinde mit dem Nachtragshaushalt Rechnung tragen. Grundner: „Es macht ja keinen Sinn, immer nur stur nach dem zu gehen, was man sich am Jahresanfang vorgenommen hat. Man muss ja reagieren können.“ So waren am Jahresbeginn noch 1,1 Millionen Euro für Grundstückskäufe eingeplant, jetzt liegt der Ansatz bei 2,4 Millionen Euro.
Gerade der Grundstückskauf sei für die Gemeinde wichtig, erklärt Grundner. Denn damit könne die Gemeinde auch entscheiden, welche Betriebe sich ansiedeln und so zu einem gesunden Mix beitragen, der auch jetzt den Haushalt trägt. „Wir sind breit aufgestellt. Die Mehrheit unserer Unternehmen hat Zuwächse“, begründet Grundner die guten Zahlen für 2025 – trotz der allgemeinen wirtschaftlichen und weltpolitischen Lage. Sein Fazit zum Haushaltsjahr 2025: „Wir dürfen uns nicht beschweren, aber wir agieren immer noch vorsichtig.“
Das werde sich auch 2026 nicht ändern. Grundner blickt zwar optimistisch auf das neue Jahr, weiß aber auch um die Risiken, „Man muss schauen, dass es bei uns in der Gemeinde, im Landkreis stimmt.“
Und hier werde der Spielraum für die Kommunen bei den freiwilligen Leistungen immer kleiner. Um den zu erhalten, habe es zuletzt geholfen, dass der Freistaat die Erhöhung der Bezirksumlage abgefangen habe. Trotzdem gelte auch für Ampfing: „Wir schauen schon verstärkt darauf, wo die freiwilligen Leistungen noch möglich sind. Wir müssen unwahrscheinlich aufpassen.“
Auf der einen Seite sollen notwendige Sanierungen nicht zu lange aufgeschoben werden, um keinen Investitionsstau zu riskieren, meint Grundner. Auf der anderen Seite müssen die Gemeinde und die Bürger umdenken.
Grundner nennt als Beispiel den Pumptrack, der heuer neben der Mehrzweckhalle entstanden ist. Ein Pumptrack ist eine speziell angelegte Strecke für Radler mit welligem Profil und Steilkurven, die es ermöglichen, ohne zu treten oder zu schieben, durch rhythmisches „Pumpen“ Geschwindigkeit aufzubauen. Die Fahrer stehen dabei auf den Pedalen und nutzen die dynamischen Bewegungen ihres Körpers.
Bürger sind mehr
als bisher gefordert
Diese Anlage stand schon lange auf dem Wunschzettel der Gemeinde. Im ersten Ansatz waren dafür 250.000 Euro veranschlagt. Jetzt wurde sie eine Nummer kleiner, zusammen mit Bürgern für 55.000 Euro verwirklicht. „So muss man jetzt denken“, fordert Grundner mit Blick auf die Finanzen der Gemeinde. „Bekommen wir es gemeinsam hin? Vielleicht eine Nummer kleiner? Wir müssen als Gemeinde verstärkt schauen, was miteinander geht, dann gehen auch freiwillige Leistungen.“
Die fetten Jahre sind jedenfalls, trotz des positiven Haushaltes auch in Ampfing vorbei. „So wie die letzten zehn Jahre geht es halt nicht mehr“, sagt Grundner. „Ich bin froh, wenn wir unsere Dinge sonst erledigen können.“
Die Gemeinderäte haben dem Nachtragshaushalt 2025 einstimmig zugestimmt.